Notting Hill (Filmkritik)

William Thacker (Hugh Grant) lebt ein eher beschauliches Leben als Besitzer einer kleinen Reiseführer-Handlung im Londoner Stadtteil Notting Hill. Als sich eines Tages Hollywooodstar Anna Scott (Julia Roberts) in seinen Laden verirrt, entwickelt sich durch einen glücklichen Zufall (Orangensaft) eine Romanze zwischen den beiden. Anna ist fasziniert von William und seinem „normalen“ Leben und so verlieben sie sich ineinander. Doch beide kommen aus verschiedenen Welten und es scheint als würden sie nicht zusammen passen…

notting-hill

Da ich durch „Pretty Woman“ auf den Geschmack der typischen RomComs gekommen bin, beschloss ich kurzerhand, mir „Notting Hill“ anzusehen. Ich hatte den Film sehr positiv in Erinnerung und daher war ich gespannt, ob er heute immer noch meinem Geschmack entspricht. Und das tut er durchaus.

„Notting Hill“ ist im Prinzip auch wieder eine Cinderella-Geschichte, allerdings mit einem kleinen Unterschied. Diesmal ist der Mann das Aschenputtel, wenngleich er natürlich nicht wie im Märchen ein armer Sklave in Lumpen ist, der in der Asche schläft. Vielmehr ist er Besitzer eines mehr recht als schlecht laufenden Buchladens, der in dem titelgebenden Londoner Stadtteil Notting Hill zu finden ist.

Gespielt wird William von niemand anderem als Hugh Grant (Cloud Atlas). Der schüchterne, tollpatschige Buchhändler trifft zufällig den Filmstar Anna Scott in seinem Buchladen, bzw. trifft er sie mit einem Becher Orangensaft. Grant ist scheinbar wie geschaffen für solche Rollen und spielt den unsicheren Normalo mit Leichtigkeit.

Anna Scott ist ein Superstar – ebenso wie Julia Roberts (Mirror Mirror). Die Schauspielerin hat Talent und daher kein Problem damit, Anna sympathisch erscheinen zu lassen. Anfangs wird sie von William nicht erkannt und selbst als er sie erkennt, behandelt er sie ganz normal, was wohl eine neue Erfahrung für Anna ist, die sich nach einem Stück Normalität sehnt. Das Treffen mit Williams Familie und Freunden ist eines der Highlights.

Roberts und Grant harmonieren als Filmstar und Buchverkäufer perfekt miteinander und beweisen ein gutes Gefühl für witzige Dialoge, die oft aus ihren unterschiedlichen Lebensstandards heraus entstehen. Dadurch gibt es Raum für romantische (und auch tragische) Momente.

Die Show stehlen allerdings die liebenswerten Sidekicks, die mehr als einmal die Hauptakteure an die Wand spielen. Rhys Ifans als durchgeknallter WG-Kumpane ist so ziemlich die schrägste Gestalt, die man sich vorstellen kann. Seine „originellen“ T-Shirts und sein unnachahmliches Gespür dafür, die größtmöglichen Fettnäpfchen zu finden, sorgen dafür, dass er so einige Lacher auf seiner Seite verbuchen kann. Spike ist an der Grenze zur Peinlichkeit, aber Ifans Performance sorgt dafür, dass er nicht zu einer bloßen Karikatur verkommt und stattdessen immer mal wieder eine warme Menschlichkeit von Spike durchschimmert, was ihn schwer sympathisch macht. Überhaupt ist der extrovertierte Spike der perfekte Gegenpart zu dem eher zurückhaltenden und schüchternen William.

Drehbuchautor Richard Curtis, der zuvor schon „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ geschrieben hatte, tat sich wieder mit demselben Produzenten (Duncan Kenworthy) und demselben Star zusammen. Da war ein Megahit beinahe fix. Bereits am Set von „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ wusste Hugh Grant, dass Richard Curtis einen neuen Film mit ihm in der Hauptrolle schreiben würde. Auf das Drehbuch musste Grant allerdings lange warten. Angeblich sagte der Brite, dass sich „niemals ein menschliches Wesen beim Schreiben so viel Zeit gelassen hat.“

Fazit: „Notting Hill“ ist zuckersüß und zaubert ein Lächeln auf die Lippen. Äußerst talentierte Schauspieler erwecken dieses sympathische Pärchen zum Leben und skurrile Nebencharaktere sorgen für ein wenig Kontrast und Spaß.

Dieser Film bekommt von mir 7/10 cinderella-haften Punkten.

Notting Hill


von David Stephenson [Universal Pictures Germany GmbH]
Preis: EUR 5,41

Notting Hill [Blu-ray]


von Roger Michell [Universal Pictures Germany GmbH]
Preis: EUR 6,97


Ein Gedanke zu „Notting Hill (Filmkritik)

  1. Einer meiner absoluten Lieblingsfilme! Der geht einfach immer, ob zum Mädelsabend, mit dem Partner, an einem schlechten oder guten Tag – einfach immer. Toller Artikel.
    LG

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.