Die Braut die sich nicht traut – The Runaway Bride (Filmkritik)

Maggie (Julia Roberts) stand schon einige Male vor dem Altar, doch bis jetzt hat sie immer im letzten Moment gekniffen und das Weite gesucht. Das ist Grund genug für den Journalisten Ike (Richard Gere), über Maggie eine Reportage zu schreiben, allerdings ohne vorher die Fakten zu prüfen. Maggie ist ist davon alles andere als begeistert und als Ike sie in ihrer Heimatstadt besucht, um mehr über sie zu erfahren, kann sie es gar nicht erwarten, ihn wieder loszuwerden…

runaway bride

Nach dem Riesenerfolg von „Pretty Woman“ hatten Garry Marshall, Julia Roberts und Richard Gere zuerst über ein Sequel nachgedacht, sich aber dagegen entschieden. Stattdessen wählten sie für ihre erneute Zusammenarbeit ein von dem Film „The Runaway Bride“ aus dem Jahr 1930 inspiriertes Drehbuch von Josann McGibbon und Sara Parriott.

Die Dreharbeiten fanden 1998 vorwiegend in Berlin, Maryland, statt. Die Produktionskosten beliefen sich auf insgesamt 70 Millionen Dollar. Ein beachtlicher Teil davon ging an Julia Roberts, die angeblich 17 Millionen als Gage für diesen Film einsackte.

Wenn Julia Roberts (Mirror Mirror) etwas kann, ist es neurotische, leicht anstrengende Charaktere zum Leben zu erwecken und sie sympathisch erscheinen zu lassen. Roberts war zum damaligen Zeitpunkt die wohl bestbezahlte Schauspielerin Hollywoods und das hatte auch seinen Grund. Sie war ein wahrer Kassenmagnet und zur damaligen Zeit die Königin der sogenannten RomComs. In diesen Rollen brillierte sie, aber natürlich sind diese Rollen nicht allzu anspruchsvoll, daher suchte sie sich als nächsten Film „Erin Brockovich“ aus. Für die Hauptrolle in diesen Film gewann die Schauspielerin einen Oscar.

Richard Gere (Pretty Woman) als Ike hat es in diesem Film nicht leicht. Über weite Strecken ist Ike eigentlich ein Arschloch, ein Frauenhasser und jemand, der sich die Wahrheit so auslegt wie sie ihm gerade passt, egal wie es dabei den Menschen geht, die davon betroffen sind. Wenn Ike nicht wie Richard Gere aussehen würde, könnte man ihm seinen eher fragwürdigen Charakter wohl schwerer verzeihen. Seine Wandlung kommt dann eher unerwartet und sehr plötzlich. In der einen Minute kritisiert er Maggie um sie in der nächsten vor den Augen ihres Verlobten zu küssen.

Eigentlich ist es eigentlich kaum nachvollziehbar, warum sich Maggie in diesen frauenfeindlichen Journalisten verliebt und warum sie bei ihrer Hochzeit dann einfach so den Bräutigam austauscht, obwohl sie mit Ike noch nicht einmal so etwas wie ein Date hatte, wird mir wohl für immer ein Rätsel bleiben. Doch Gere und Roberts haben unbestreitbare Leinwand-Chemie, was zumindest ansatzweise erklärt, warum sich diese beiden ineinander verlieben könnten.

Was den Film charmant macht, sind auch die skurrilen Nebencharaktere, die Maggies Heimatstadt bevölkern. Joan Cusack als Maggies beste Freundin erweckt den Anschein, sie hätte nie etwas anderes gemacht, als einen Friseurladen zu führen. Maggies Oma (Jean Schertler), die sie vor der Hochzeitsnacht warnt (weil da die einäugige Schlange kommt), wird mir ewig in Erinnerung bleiben.

Paul Dooley als liebenswert verkorkster Vater der Braut hat einige der besten Sprüche auf Lager, die allesamt auf Kosten seiner meist wenig darüber begeisterten Tochter gehen. Christopher Meloni spielt Heiratskandidat Nr. 4, Bob den Footballtrainer. Der Schauspieler ist unter anderen durch seine Rollen in „Law and Order: SVU“ und „True Blood“ bekannt.

Fazit: Dieser Film hat für mich nicht die gleiche Qualität wie etwa „Pretty Woman“ oder „Notting Hill“. Das Drehbuch hat einige gravierende Schwächen und der Film ist ein wenig zu lange geraten. Klar man will ein Happy End sehen, aber hier wäre es mir lieber gewesen, die Zeit noch eher in die wachsende Beziehung zwischen Ike u Maggie zu investieren, als unbedingt ihre Hochzeit sehen zu müssen, die ja eh jeder kommen sieht.

Dieser Film bekommt von mir 6/10 davon gelaufenen Punkten.


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