Mission: Impossible II (Filmkritik)

Der Molekularbiologe Dr. Vladimir Neckhorvich hat ein gefährliches Virus (Codename: Chimera) und das dazugehörende Gegenmittel (Codename: Bellerophon) in seinen Besitz gebracht und bittet um Ethan Hunts (Tom Cruise) Hilfe.

Da Hunt gerade seinen Urlaub genießt, schickt man seinen Kollegen Sean Ambrose (Dougray Scott) in Verkleidung, der jedoch seine Chance sieht reich zu werden, Neckhorvich tötet und das Gegenmittel an sich bringt. Nun gibt es nur eine Person, die Ambrose aufhalten und seine Pläne vereiteln kann und das ist Hunt, Ethan Hunt.

Mission Impossible II

Nach dem überragenden Erfolg des ersten Abenteuers von IMF-Agent Ethan Hunt, stand weniger die Frage im Raum ob es weitergehen würde, sondern wann und wie. Nachdem Brian De Palma angeblich nicht mehr wollte, musste man sich einen anderen Regisseur suchen und wurde schließlich im Meister der Action John Woo (Paycheck) fündig.

Überhaupt steht dieser Film für das, was das Franchise auch in den kommenden Abenteuern auszeichnen sollte. Da hätten wir beispielsweise verschiedene Regisseure, die scheinbar ihre absolute kreative Freiheit ausleben können. Hunts Kollegen und sogar seine Vorgesetzten werden großzügig ausgetauscht, wobei zumindest sein Kollege Luther Stickell (Ving Rames – Soldiers of Fortune) einen fixen Platz in dessen Abenteuern zu haben scheint.

Nicht einmal Hunts Haare scheinen auf eine fixe Länge beschnitten zu sein – aber ich schweife ab. Bei seinem zweiten von John Woo inszenierten Abenteuer wird die Action groß geschrieben und zwar so groß, dass die entsprechenden Szenen zuerst geplant wurden und der restliche Film rundherum gebaut wurde. Stört das in diesem Fall? Wenn dann nur ein ganz wenig.

Der Film beginnt damit, dass der Zuschauer an Hunts Urlaub teilnehmen kann. Tom Cruise hat diese Kletterszene, entgegen der Bedenken des Studios, mit minimalsten Sicherheitsvorkehrungen gedreht und sich tatsächlich an der Schulter verletzt. Kurze Zeit später bekommt Hunt dann eine unmögliche Mission – denn eine schwierige wäre zu einfach für ihn.

Es gilt seinen Kollegen Ambrose samt seinem Team aufzuhalten und daher holt sich Hunt Hilfe in Form von dessen Ex-Freundin Nyah Nordoff-Hall (Thandie Newton – 2012). Nyah ist eine erstklassige Diebin, lässt sich aber, nachdem sie gesehen hat wozu Ambrose fähig ist, in seine Organisation einschleusen. Doch Ambrose wittert den Braten.

Etwas dass in diesem Film auffällt (neben einer Menge Actionsequenzen, die mit Slow-Motion und Chorgesängen inszeniert wurden), ist die Art und Weise wie Ethan Hunt als Mensch inszeniert wird. Ja er scheint sich nur mehr begrenzt an die Gesetze der Physik zu halten, aber darauf will ich nicht hinaus. Hunt war in Teil eins gezwungenermaßen ein Einzelgänger.

Zwar hat er es auch hier wieder mit einem Verräter aus den eigenen Reihen zu tun (ich behaupte einfach mal die Drehbuchautoren haben „Goldeneye“ gesehen) aber es gibt mehrere Gelegenheiten in denen herausgearbeitet wird, dass Hunt etwas an anderen Menschen liegt. Er mag keine Kollateralschäden und tut auch sonst alles, um seine Freunde zu beschützen.

Ambrose, zumindest hat man den Eindruck, betrachtet einen Einsatz als erledigt, wenn eine gewisse Anzahl an Personen ins Graß gebissen haben. Diese Skrupellosigkeit macht ihn zu einem würdigen Gegenspieler. Dennoch dürfte sich Dougray Scott (Taken 3) geärgert haben, die Rolle übernommen zu haben. Eigentlich war er für die Rolle des Wolverine in „X-Men“ vorgesehen, wurde jedoch ersetzt, weil sich die Dreharbeiten zu „Mission: Impossible II“ in die Länge gezogen haben – und der Rest ist Geschichte.

Alles in allem ist „Mission: Impossible II“ keinesfalls eine schlechte Fortsetzung, aber eine ungewöhnliche. Stilistisch hat der Film mit seinem Vorgänger kaum etwas gemeinsam und so wurde eine spannende Verschwörung gegen eine bombastische Actionschlacht eingetauscht. Das Ergebnis ist dennoch unterhaltsam, wenn auch auf einer gänzlich anderen Ebene.

Der Film „Mission: Impossible II“ bekommt 7,5/10 in Slow-Motion explodierende Empfehlungspunkte.

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Ein Gedanke zu „Mission: Impossible II (Filmkritik)

  1. Hab mir den Film nach „Rogue Nation“ mal wieder angesehen und bin immer noch der Meinung, dass er einfach wehtut beim Angucken.
    Anfangs ist ja noch gut anzuschauen (von der schmonzigen Liebesgeschichte abgesehen), aber später als dann die Action anfängt ist er völlig zum Vergessen. Die billigen Zeitlupen und „Drei-Schüsse-und-alles-explodiert“-Momente sind ein Wahnsinn (im negativen Sinn). Was da alles einfach so explodiert, weil es halt explodieren muss ist fast nicht zum Aushalten. Und wie oft da Sachen herumstehen, die explodieren können (und völlig sinnfrei dort herumstehen) ist schon arg schlimm.

    Von den cheesigen One-Linern gar nicht zu sprechen. Einzig, dass der Böse ihnen lange voraus ist, fand ich super. Außerdem – und das finde ich noch witziger – ist der Film ein Action-Remake von „Notorious“ von Hitchcock. Sogar das Pferderennen haben sie im Film gelassen 🙂 Das ist mir früher gar nicht aufgefallen (da kannte ich Notorious auch noch nicht). Irre.

    Vom „Schlusskampf“ will ich jetzt gar nicht sprechen, der ist – wie ich finde – einfach schlimm. Gerade die Sand-Pistole-Sprung-Szene ist peinlich.

    Vom „Übereinsatz“ der gefühlten 1000 Masken … das war ja bitte auch richtig schlimm. Wenn du dir während dem Ansehen einer Szene bereits denkst „Wo hat er denn die Maske her?“, dann weißt du, dass der Film zum Vergessen ist.

    So viele gute Ideen und Ansätze. Und so viel davon in die Tonne getreten. Ich hatte den halbwegs okay (aber dennoch als schlechtesten Teil der Reihe) im Kopf, aber ich wusste nicht mehr, dass er so schlimm war.

    Ethan Hunts Wandel hin zum Überdrüber-Action-Helden fand ich ja noch okay (wenn die Figur aus Teil 1 für mich dennoch eine andere war) und ohne diesen Teil hier würde es die Nachfolger in deren Form (und Qualität) wohl auch nicht geben, aber Himmel … der hätte echt viel Raum nach oben gehabt.

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