Die Pinguine aus Madagascar – Penguins of Madagascar (Filmkritik)

Überall auf der Welt werden Pinguine aus Zoos entführt. Der Übeltäter ist Dr. Octavius Brine (John Malkovich), der sich schließlich als ein rachsüchtiger Oktopus namens Dave entpuppt, dessen Ziel es ist, den Ruf der Pinguine zu zerstören. Doch da hat er nicht mit Skipper (Tom McGrath), dem Taktiker Kowalski (Chris Miller), Zerstörer Rico (John DiMaggio) und Nesthäkchen Private gerechnet, die ihm einen gehörigen Strich in die Rechnung machen wollen. Doch bei der Jagd auf Dave sind sie nicht alleine, denn die Geheim-Organisation Nordwind ist dem Schurken ebenfalls auf den Fersen.

penguins of madagascar

Nachdem das Pinguin-Quartett Skipper, Private, Rico und Kowalski in den bisherigen „Madagascar“-Filmen schon die heimlichen Stars waren und den eigentlichen Hauptcharakteren mehr als einmal die Show stahlen, hatten sie sich einen Spin-Off-Film eigentlich redlich verdient. Da die Nickelodeon Serie „Die Pinguine aus Madagascar“, die die stur lächelnd winkenden Frackträger als Hauptcharaktere zeigte, über weite Strecken Spaß machte, konnte man annehmen, dass die vier durchaus das Potential haben, einen Kino-Film alleine – ohne die Hilfe von Gloria, Alex, Melman und Marty – zu bestreiten. Freilich waren die Erwartungen schon ein bisschen höher als üblich, da man die Figuren schon so ins Herz geschlossen hatte und leider wurden diese mehr oder weniger enttäuscht.

Schon der Trailer konnte mich nicht wirklich überzeugen (wenn Skipper seine Flips isst, während ihm jemand etwas erklären möchte, ist das einfach nicht komisch), wenngleich ich dem Film dann doch eine Chance gab und entgegen meinem Bauchgefühl ins Kino ging, um mir das Abenteuer der süß und knuffig aussehenden Rasselbande nicht entgehen zu lassen. Der Anfang war durchaus noch lustig und es wurden diverse Dokumentar-Filme auf die Schaufel genommen, die die Pinguine in ihrem natürlichen Lebensraum förmlich stalken. Fun Fact: Einer der Dokumentar-Filmer, der schon mal kräftig nachhalf um gute Bilder zu bekommen, wurde von Werner Herzog synchronisiert. Inmitten dieses Treibens finden Kowalski, Skipper und Rico ein Ei, dass sie unter Lebensgefahr beschützen und aus dem schließlich Private schlüpft.

Mit der Behandlung von Privates Charakter bin ich nicht wirklich einverstanden. Ich weiß schon es ist eigentlich kein realer Charakter, aber über weite Strecken des Films wird ständig auf ihm herum gehackt, ihm wird der Mund verboten und prinzipiell wird er herunter gemacht. So etwas hat in einem Kinderfilm eigentlich nichts zu suchen. Dass er dann zum Schluss des Films endlich ernst genommen wird, unter anderem weil er bereit ist, sich für seine Freunde und Artgenossen zu opfern, ist nur ein schwacher Trost.

Rein optisch ist der Film von Simon J. Smith und Eric Darnell, ebenso wie alle Filme der „Madagascar“-Reihe zuvor, erste Klasse und ein farbenfroher Hingucker, der sich vor der Konkurrenz keinesfalls verstecken muss. Was dem Film aber letzten Endes das Bein bricht ist das Drehbuch, bei dem es den Anschein hat, als hätte der Bösewicht (ein nachtragender Oktopus namens Dave, der sich sehr überzeugend als Mensch tarnen kann) seinen Racheplan von El Macho aus „Despicable Me 2“ geklaut (er macht durch ein Serum aus den Minions Monster und Dave macht durch einen Strahl aus Pinguinen Monster).

Die Action-Szenen wirken als wären sie nur um der Action willen drin, wenngleich mich kleine Details dann doch zum Lachen brachten (der Gondolieri, dessen Boot gekapert wurde spielt die Verfolgungsmusik auf seiner kleinen Gitarre, oder die Szene als zur Verdeutlichung der Stille eine Grille zirpt und dann tatsächlich eine Grille zu sehen ist).

Nordwind als zweites vierköpfiges Team ist eigentlich nutzlos und wirkt, als ob dieses Team noch eingefügt wurde, als das Drehbuch um ein paar Minuten zu kurz war. Dass einige Mitglieder des Teams ständig wiederholten, wie knuffig sie die Pinguine fänden, war auch nur mäßig komisch und hat nicht gerade dazu beigetragen, dass sehr elitär wirkende Team irgendwie ernst zu nehmen.

Fazit: Für Kinder ist dieser Film sicher von vorn bis hinten unterhaltsam, aber für Erwachsene ist er stellenweise schon sehr seicht, macht aber durch einen Hauch von Selbstironie der Macher des Films zumindest stellenweise Spaß.

Dieser Film bekommt von mir 6/10 stur lächelnde Punkte.


2 Gedanken zu „Die Pinguine aus Madagascar – Penguins of Madagascar (Filmkritik)

  1. Hast du den Film auf englisch oder deutsch gesehen? Mein Sohn und ich haben ihn uns auf deutsch angeschaut – und ich war schon mal deswegen ein bisschen enttäuscht, weil in der Kinofassung die Fantastischen Vier die Pinguine gaben – und nicht die Seriensprecher, an die wir gewöhnt sind (und die auch wirklich fantastisch sind). In der deutschen Fassung spricht übrigens Conchita Wurst die wenigen Sätze der Schneeeule. Und in der deutschen Fassung fehlt die Stimme von Werner Herzog (im englischen Teaser hört sich das wunderbar verschroben an).

    Aber sonst: Sehr treffende Kritik. War nicht gerade der Burner (auch meinem 4-jährigen Sohn hat es nicht so gut gefallen).

    • Ich habe ihn auf englisch gesehen, da ich alle Teile der Madagascar-Reihe ebenfalls auf englisch geguckt habe.

      Die Conchita wär noch der einzige Grund gewesen, den Film auf deutsch zu schauen.

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