Best Of Worst Case: Demon Island (Filmkritik)

Es ist einfach nicht gerecht – da will man auf einer Partyinsel einfach nur mal feiern und mit seinen Freunden abhängen, schon geht alles schief. Zuerst wird Tina im Rahmen eines Trinkspiels an ihren Exfreund Kyle gekettet, dann machen sich auch noch alle aus dem Staub um zu zweit nach auf der Insel verteilten Pinatas zu suchen.

Dummerweise befindet sich eine darunter, die vor vielen Monden dazu genutzt wurde, um die Boshaftigkeit der Inselbewohner darin einzusperren. Gerade diese Pinata wird aufgebrochen und natürlich folgen Mord und Totschlag …

Demon Island

Die kurze Version lautet schlicht und einfach: Wenn ihr Trashfilmfans seid und diesen Film in die Finger bekommt, dann kauft ihn sofort, nehmt euch auf dem Nachhause-Weg eine Kiste Bier mit, ruft Freunde an und verbringt einen tollen Abend. Punktum.

Die längere Version lautet: Um zu verstehen, wie genial die Idee ist, muss man vermutlich so durchgeknallt sein wie ich, aber die Tatsache, dass das Böse in diesem Film in Form einer Pinata (ihr wisst was das ist, oder? Diese mit Süßigkeiten vollgestopften Figuren, die man mit verbundenen Augen und einem Holzstock kaputt schlägt) auftritt. Das ist genial. Jede Person, welche die Inhaltsangabe liest und den Film kauft, braucht sich danach nicht darüber beschweren, dass der Film ein Trashfilm ist. Ich meine, was ruft lauter „Trash!“ als eine Dämonenpinata? Naja. Ein Müllmonster („Trash“-Film, get it? Haha) vielleicht. Aber ansonsten ist alles klar.

Die Schauspieler … *räusper* Die Personen, die im Film vorkommen (allen voran der durch Buffy sehr bekannte Nicholas Brendon) sind gewöhnungsbedürftig, allerdings gilt auch hier wieder: Die Leute brauchen keine Mimik, sie haben ja auch nichts zu tun. Tolle Dialoge? Wozu? Juckt niemand. Dafür taucht das Monster rasch auf und ist – wie sich das gehört – absolut grottig animiert und verändert mehrmals ohne große Erklärung die Form (Erklärungen werden ohnehin überbewertet), kann dann sogar mal fliegen und ist eigentlich nicht tötbar. Nämlich. Die Partygäste werden (Überraschung!) eine/r nach dem/der anderen abserviert – meist leider auf die gleiche Art und Weise, was aber nicht groß ins Gewicht fällt.

Bis man beim Anblick der *räusper* Dämonenpinata nicht mehr kichern muss, ist der Film ohnehin vorbei. Zwischen den Szenen mit dem „Bösen“ wird fürs männliche Auge in Form von Jaime Pressly (am ehesten bekannt aus „I hate my teenage daughter“) und über lange Zeit auch Lara Wickes (generell sehr unbekannt) gutes fürs männliche Auge geboten.

Beide Drehbuchautoren, David Hillenbrand und Scott Hillenbrand, haben auch gemeinsam schon an „King Cobra“ gearbeitet und beide drehen Folgen für die Serie „Deadtime Stories“ (klingt auch sehr originell) und irgendwie erscheint es mir passend, dass einer der beiden (David) auch bei der Power Rangers-Serie mitgewirkt hat.

So ungefähr wirkt nämlich „Pinata – Survial Island“ bzw. „Demon Island“, wenn man ihn sich nüchtern ansieht – wovon ich abrate, es sei denn man hat den gleichen Hang zur skurillen Unterhaltung wie ich. Schade finde ich allerdings den Abstieg von Nicholas Brendon, der ja doch bereits – zumindest in Nerdkreisen – eine kleine Berühmtheit war. Interessant auch, der Blick durch die „Dämonenpinata“-Augen: Das ist Rot mit Dreiecken, die auch in Rot gehalten wurden. Man kann zwar erkennen, dass sich da jemand oder etwas bewegt, aber nicht was oder wer. Kein Wunder, dass das Ding nicht richtig zu treffen scheint – die Dämonenpinata ist ja quasi blind!

Einziger Kritikpunkt meinerseits ist die Tatsache, dass am Anfang des Films minutenlang die (langweilige) Geschichte erzählt wird, wie die „Dämonenpinata“ (es ist ganz egal, wie oft man es schreibt, es wird nicht weniger witzig …) gebaut und mit bösen Seelen voll gepumpt wurde. Das hätte man entweder flotter machen können oder ganz weglassen – zumal das eh einer der *hust* Charaktere im Film nochmals erzählt.

Übrigens ein nettes Trinkspiel: Ihr stellt 42 Gläser Schnaps auf den Tisch, legt den Film ein und wann immer in den ersten Minuten das Wort „Pinata“ fällt, dann kippt ihr einen davon auf ex runter. Glaubt mir – danach macht der Film noch viel mehr Spaß. Und keine Angst vorm Verschütten – nach den ersten zehn Minuten sind eh alle Gläser leer.

„Demon Island“ bzw. „Pinata – Survival Island“ bekommt von mir 4 von 10 möglichen, von einer Dämonenpinata (da war es schon wieder) gejagt werdende Punkte

Best of Worst Case-Urteil (Trashfaktor: Story-Idee):
Ein Beweis dafür, dass eine durchgeknallte Idee einen ganzen Film tragen kann, auch wenn der Rest hinterherhinkt. Die Pinata als Bösewicht ist super und zu dem Zeitpunkt zu dem man endlich das Lachen aufhören kann, ist der Film auch schon wieder vorbei.

Fazit: Wer die Grundidee nicht lustig findet – Bogen um den Film machen. Für den Rest gilt auch hier: Super!

PS: Das Bild oben ist nicht so schlecht, sondern wenn die Dämonenpinata auftaucht, dann legen die Regisseure einfach x Filter über das Bild und schneiden und zoomen wie wild herum, deshalb ist das Bild einfach nicht „scharf“ zu kriegen.


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