Star Trek: Renegades (Filmkritik)

Gut zehn Jahre sind vergangen, seit die USS Voyager aus dem Delta Quadranten zurückgekehrt ist. Raum und Zeit haben sich um einige Planeten gefaltet und isolieren diese von der Außenwelt. Wer oder was dieses Phänomen verursacht ist unklar. Da die Sternenflotte offiziell nicht zuständig ist, stellt Admiral Pavel Chekov (Walter Koenig), Chef des Nachrichtendienstes, ein Team aus Kriminellen zusammen, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Star Trek Renegades

Regie bei diesem Film führt Tim Russ, den man als Star Trek-Fan vermutlich aus der Serie „Star Trek: Voyager“ kennt, wo er Commander Tuvok gespielt hat. Russ bedient sich, wie bereits bei „Star Trek: Of Gods and Men“ bei einem Drehbuch von Ethan H. Calk, der seinerzeit bei zwei Folgen von „Star Trek: Deep Space Nine“ für die Geschichte verantwortlich war.

Gleich vorweg muss ich darauf hinweisen, dass es mir als ausgewachsener Fan des Star Trek Franchise an dieser Stelle schwierig fällt, objektiv zu bleiben. Das einzige was mich momentan an Star Trek stört ist die Tatsache, dass wir noch einige Monate auf den nächsten Film warten müssen. Aber ich schweife ab. Bei „Renegades“ handelt es sich um ein Fanprojekt.

Dieses wurde über Kickstarter finanziert, wo man stolze 375 000 Dollar für die eigene Sache sammeln konnte. Ebenso beeindruckend (wenn man die Umstände bedenkt) liest sich dann auch die Besetzungsliste, auf der diverse in Nerdkreisen bekannte Gesichter zu finden sind. Da hätten wir unter anderem Walter Koenig (Star Trek), Sean Young (Blade Runner), Manu Intiraymi (Star Trek: Voyager), Edward Furlong (Terminator 2), Corin Nemec (Stargate SG-1) und noch viele mehr.

Auch wenn einige bekannte Schauspieler zum Teil sogar bereits bekannte Rollen aus dem Star Trek Universum verkörpern, ist dieser Film dennoch (und ich wiederhole und betone das) ein Fanprojekt. Das macht sich letzten Endes an mehreren Stellen bemerkbar. Beginnen wir mit der Geschichte. Diese hat eine coole Prämisse und irgendwie, so scheint es zumindest, scheint man dem 2016 kommenden Film „Suicide Squad“ ein Stück weit zuvorgekommen zu sein.

Eine Gruppe Gesetzloser auf eine Mission zu schicken, deren Ziel es letztendlich ist, dass Ende der Föderation zu verhindern, klingt auch erst einmal sehr spannend. Leider gibt es immer wieder Momente, die von der Inszenierung einfach zu lang sind. Das dürfte einerseits dem Drehbuch geschuldet sein und andererseits scheint man versucht zu haben eine Geschichte zu inszenieren, die knapp neunzig Minuten lang sein sollte.

Was die generelle Optik betrifft hat Russ eine gewählt, die sich sehr nahe an den jeweiligen Schauspielern hält. Hier scheint ein knapp bemessenes Budget auf den Wunsch getroffen zu sein, das gezeigte möglichst dynamisch zu inszenieren. Die Spezialeffekte schwanken zwischen erstklassig (einige Raumschiffschlachten) und dem, was in etwa (z.B. Panoramaaufnahmen) so aussieht wie das, was mein Computer bereits vor einigen Jahren auf den Bildschirm gezaubert hat.

Das alles klingt erst einmal furchtbar ernüchternd. Dennoch hat der Film einen gewissen Charme und spätestens wenn Robert Picardo (Star Gate: Atlantis) als Dr. Zimmerman (für die richtigen Nerds) kurz vorbeischaut, will man dem Film alles vergeben, was er vorher falsch gemacht hat. Überhaupt sind es Momente wie diese die zeigen, dass die Macher zumindest eines hatten und zwar das Herz am rechten Fleck.

Alles in allem ist „Star Trek: Renegades“ natürlich weder ein guter Film, noch ein besonders guter Fan-Film. Auch wenn man hier mit vielen bekannten Gesichtern arbeiten konnte, können dennoch nur die wenigsten von ihnen vollends überzeugen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass man diesen Film zumindest als Fan dieses Universums unbedingt gesehen haben sollte.

Die Macher haben anscheinend noch einiges vor und möglicherweise hat man diese Gruppe Gesetzloser nicht zum letzten Mal gesehen.

Der Film „Star Trek: Renegades“ bekommt 4/10 gerade noch so Warpgeschwindigkeit erreichende Empfehlungspunkte.

Anbei der vollständige Film auf Youtube!


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