Terminator 2: Tag der Abrechnung – Judgment Day (Filmkritik)

Im Jahre 1984 hat Skynet, ein intelligentes Computersystem, vergeblich versucht Sarah Connor (Linda Hamilton) mittels eines Terminators zu töten, um damit die Geburt ihres Sohnes John zu verhindern, der später die Menschheit im Krieg gegen die Maschinen zum Sieg führen soll.

Nun schickt Skynet ein neues Modell, den T-1000, ins Jahr 1995 um John (Edward Furlong) direkt anzugreifen. Zum Glück bekommt John Unterstützung in Form eines umprogrammierten Terminators (Arnold Scharzenegger), dessen Auftrag es ist, John Connor zu beschützen.

Terminator 2

James Cameron braucht man eigentlich niemanden vorstellen, denn immerhin hat er mit „Titanic“ und „Avatar“ nicht nur unzählige Menschen gut unterhalten, sondern auch ganz nebenbei diese beiden Filme zu den bisher erfolgreichsten Filmen aller Zeiten gemacht. Doch auch Cameron hat irgendwann einmal klein angefangen – mit einem Film und einem vergleichsweise wortkargen Österreicher als Bösewicht.

Nachdem Cameron erfolgreich darum gekämpft hatte, bei der von ihm verfassten Geschichte zu „The Terminator“ Regie zu führen und der Film ein Vielfaches seines Budgets wieder einspielen konnte, plante man eine Fortsetzung. Probleme bezüglich der Rechte und die Tatsache, dass die Möglichkeiten bezüglich CGI zur damaligen Zeit sehr begrenzt waren, verzögerten die Arbeiten an Teil 2.

Camerons Arbeit an „The Abyss“ bewies im Jahre 1989 schließlich, dass die benötigten computergenerierten Effekte möglich waren. Dennoch werden sie an dieser Stelle vergleichsweise sparsam eingesetzt, denn tatsächlich stammen nur ca. 5 Minuten auch aus dem Computer. Ergänzend setzte man, wie zur damaligen Zeit üblich, eine große Anzahl unterschiedlicher Effekte ein.

Wenn man etwas über Cameron sagen kann (ohne ihn persönlich zu kennen), dann dass er einerseits ein Technikfreak und andererseits ein Perfektionist ist. Die Effekte greifen perfekt ineinander über und sehen auch jetzt, fast 25 Jahre später, immer noch erstklassig aus – und das ist eine Kunst für sich.

Wie bei den meisten seiner Filme überließ Cameron auch bei der Geschichte nichts dem Zufall und schrieb das Drehbuch selbst. Die Geschichte beginnt wie immer mit einem kurzen Blick in die Zukunft und zeigt den Kampf zwischen Mensch und Maschine. Anschließend schickt man zwei Terminatoren zurück in die Vergangenheit.

Einer hat den Auftrag John Connor zu töten und der andere ihn zu beschützen. Die Geschichte ist irgendwie ausgefallen und dennoch vergleichsweise einfach gehalten. Wenn man sich „Terminator 2“ im gut zweieinhalb Stunden dauernden Directors-Cut anschaut, fällt dann auch auf, dass sich Cameron eigentlich schon immer ausreichend Zeit zum Erzählen seiner Geschichte genommen hat.

Neben der optisch und technisch perfekten Inszenierung, funktioniert der Film aber vor allem auf Grund seiner Schauspieler. Arnold Schwarzenegger (Escape Plan) ist hier in seiner Paraderolle zu sehen. Hatte er im Vorteil vergleichsweise wenig Dialogzeilen, konnte er hier zeigen, dass er (das richtige Drehbuch vorausgesetzt) auch mehr aus dieser Rolle machen kann.

Die Art und Weise wie Schwarzenegger als T-800 mit seiner Umwelt interagiert, ist einfach großartig. Dabei ist es durchaus schwierig zu erklären, warum seine Performance an dieser Stelle so perfekt funktioniert. Immer wieder gibt es Szenen, in denen der T-800 durch seine eigenwillige Vorgehensweise für ein gewisses Maß an Unterhaltung sorgt, ohne auch nur im Ansatz lächerlich zu wirken (Zitat: Er wird es überleben!).

Zwar ist Schwarzenegger in seiner Paraderolle zu sehen und dennoch stiehlt ihm Robert Patrick (The Marine) hier die Show. Die T-X aus „Terminator 3“ mag zwar ein ganzes Waffenarsenal mit sich herumtragen, dennoch ist der T-1000 ein Stück weit besser wenn es darum geht, dem Zuschauer eine ordentliche Gänsehaut zu verpassen.

Eigentlich sollte man sich bezüglich des T-1000 nicht zu viel Gedanken machen, was die Logik betrifft (besteht aus flüssigem Metall und kann in der Zeit zurück geschickt werden, kann obwohl vorher gegenteiliges behauptet wird eine Form annehmen, die nicht seiner „Menge“ entspricht und das Aussehen von Menschen assimilieren, die er vorher scheinbar nicht berührt hat).

Dass er dann aber so gut funktioniert ist, neben der Tatsache dass das neue Modell dem alten in jeder Hinsicht überlegen scheint und auf Grund seiner Beschaffenheit sowohl unaufhaltsam als auch unzerstörbar scheint, vor allem der Performance von Patrick zu verdanken. Als T-1000 geht er in einem Moment noch als normaler Mensch durch, um im nächsten Moment auf den emotionslosen Verfolgungsmodus umzuschalten.

Auf der Seite der Guten finden sich dann noch Linda Hamilton (American Warships 2) und Edward Furlong (Arachnoquake). Hamilton überzeugt in der Rolle von Sarah Connor als einer der besten weiblichen Actionstars überhaupt. Furlong als John Connor ist hier in seiner ersten Rolle zu sehen. Kinder in wichtigen Rollen haben ja eher die Tendenz irgendwie zu nerven. Zum Glück fällt Furlong nicht in diese Kategorie und funktioniert in Kombination mit Schwarzenegger großartig.

Die Geschichte hat neben einem eigentlich ernsten Grundton auch diverse erstklassige Actionsequenzen und emotionale Momente zu bieten. Gelungen ist dann vor allem das Ende, dass einen der denkwürdigsten Momente der Filmgeschichte beinhaltet (Zitat: Ich weiß jetzt warum ihr weint, aber das ist etwas, das ich niemals tun kann!).

Alles in allem ist „Terminator 2“ nicht nur ein außergewöhnlicher Film, sondern auch mit Abstand das Beste, was das Franchise zu bieten hat. Schade ist nur, dass Cameron sich anderen Projekten zugewandt hat und die Geschichte um die Zukunft der Menschheit anderen, weniger talentierten Leuten überlassen hat.

Der Film „Terminator 2: Judgment Day“ bekommt 9/10 die Menschheit rettende Empfehlungspunkte.

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