Blackhat (Filmkritik)

Nachdem ein Hacker dafür gesorgt hat, dass in einem chinesischen Atomkraftwerkt die Pumpen überhitzen und Letzen Endes sogar explodieren, um anschließend die Börse in Chicago zu übernehmen, schließt sich die chinesische Regierung mit dem FBI zusammen. Hilfe holt sich die Taskforce schließlich vom inhaftierten Hacker Nick Hathaway (Chris Hemsworth).

Blackhat

Regie bei diesem Film führte Michael Mann, den man in letzter Zeit vor allem für dessen Arbeit an Filmen wie z.B. „Public Enemies“ oder „Miami Vice“ kennt. Mann wurde, wie er selbst in einem Interview sagte, von den Geschehnissen rund um den Computervirus Stuxnet (der vor allem iranische Anlagen zur Urananreicherung befiel), zu diesem Film inspiriert.

Um die Geschichte so authentisch wie möglich zu gestalten, holte sich Mann Hilfe in Form diverser Experten (unter ihnen einige ehemalige Hacker). Dieses Bedürfnis nach Authentizität ist sehr schätzenswert, denn für mich gibt es kaum etwas Schlimmeres als das Gefühl, die Verantwortlichen hätten vom eigentlichen Thema keine Ahnung.

Der Film beginnt mit dem Eindringen des Hackers in das chinesische Atomkraftwerk und anschließend in die Börse in Chicago. An dieser Stelle kommt dann auch gleich einmal die erste Ernüchterung. Zwar ist es schwierig so etwas dem Zuschauer in einer einigermaßen spannenden Form zu zeigen, aber die Art wie Information hier auf Leiterplatinen zum Ziel wandert, ist weder ansprechend noch zeitgemäß.

Die chinesische Cybercrime-Unit, unter der Leitung des Offiziers Chen Dawai (Leehom Wang), und das FBI, vertreten von Agent Carol Barrett (Viola Davis – „The Help„), schließen sich zusammen. Dawai erkennt die Software, die der Hacker verwendet hat. Er hat sie seinerzeit mit seinem damaligen Kollegen Hathaway (Chris Hemsworth) am MIT geschrieben, der mittlerweile wegen Kreditkartenbetrugs im Gefängnis sitzt.

Hathaway ist bereit die Ermittlungen zu unterstützen, will dafür aber Straffreiheit. Chris Hemsworth (Thor) ist nun wirklich nicht der Typ den man vor Augen hat, wenn man den Begriff „Hacker“ hört. Die Tatsache, dass man Hemsworth zu sieht, wie er gut trainiert (muss er auch sein für den zweiten Avengers Film) Liegestützen macht, hilft auch kein bisschen.

Hemsworth funktioniert allerdings überraschend gut in der Rolle und man nimmt ihm den intelligenten Computernerd ab. Hathaway nutzt die Zeit im Gefängnis um (wie er selbst sagt) sowohl etwas für Körper als auch Geist zu tun. Unter diesem Gesichtspunkt ist es dann auch nachvollziehbar, warum der Hacker hier so gut in Form ist.

Die eigentlichen Ermittlungen sind vergleichsweise langsam und meistens ohne Hintergrundmusik inszeniert. Die Geschichte ist dennoch spannend und die hier gewählte Erzählweise sorgt für ein einzigartiges Mittendrin-Gefühl, dass man in erster Linie von Manns anderen Filmen kennt. Wenn dann einmal doch Musik zu hören ist, kann man davon ausgehen, dass die Kacke am Dampfen ist.

Eine Kleinigkeit, die der Film leider vermissen lässt, ist ein würdiger Antagonist. Dass der „nur“ Geld will sei verziehen. Die Tatsache, dass es hier nicht einmal für eine zweidimensionale Charakterentwicklung gereicht hat, ist dagegen unverzeihlich. Entsprechend muss auch der Film an Ende mehr oder weniger ohne finalen Höhepunkt auskommen, was mehr als schade ist.

Alles in allem ist „Blackhat“ zumindest ein Film mit großen Ambitionen, dessen spannende Geschichte leider unter dem Ende massiv leidet. Hemsworth macht seine Sache gut und zeigt, dass er nicht unbedingt einen Hammer braucht, um in einer Rolle zu überzeugen.

Der Film „Blackhat“ bekommt 6,5/10 sich in jedes System einklinken könnende Empfehlungspunkte.


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