Rush – Alles für den Sieg (Filmkritik)

In den 70er Jahren ging es in der Formel 1 besonders zwischen zwei Fahren besonders heiß her. Der Österreicher Niki Lauda (Daniel Brühl) und der Brite James Hunt (Chris Hemsworth) lieferten sich hier ein packendes Duell, dass das letzte von Mensch und Maschine forderte. Alles spitzte sich zu, nachdem Lauda 1975 die Weltmeisterschaft gewann und Hunt ihm im folgenden Jahr dicht auf den Fersen blieb.

Rush

Regisseur Ron Howard scheint irgendwie ein Händchen für besondere Geschichten zu haben. Zu seinen Schaffenswerken zählen unter anderem „Apollo 13“, „A Beautiful Mind“ oder „Nixon/Frost“ mit denen er gezeigt hat, dass er vom Leben inspirierte Geschichten in angepasster Form in Hollywood-taugliches Material verwandeln kann. Für sein aktuelles Projekt hat er sich nun ausgerechnet eine spannende Episode aus dem Leben eines prominenten Österreichers ausgesucht.

Gleich vor weg, hier ist ausnahmsweise einmal nicht von der steirischen Eiche namens Schwarzenegger die Rede. Die hier gemeinte Person fällt zur Zeit nur durch Kommentar zu beliebigen Themen auf. Vor einigen Jahren bewies er noch, dass man mit einer Boing 737 durch die Aschewolke eines Vulkans fliegen kann ohne abzustürzen. Dennoch ist er am bekanntesten dafür, hauptberuflich und erfolgreich schnelle Autos in der Formel 1 gefahren zu haben: Niki Lauda.

Auch wenn der Film es dem Zuschauer so verkaufen will, als wäre das gezeigte wirklich passiert, so ist das nur die halbe Wahrheit. Howard selbst sprach in einem Interview davon, dass der Film eine von realen Ereignissen inspirierte Fiktion sei und Drehbuchautor Peter Morgen gab zu, dass hier einiges in zugespitzter Form dargestellt wird. Am Ende bleibt die alles entscheidende Frage: Ist das schlimm?

Als jemand der mit dem Thema Motorsport generell wenig anfangen kann, kann ich nur sagen: es stört überhaupt nicht. Hier wurden auf eine leicht surreale Art und Weise Begebenheiten nachgestellt, ohne den Zuschauer mit Details aus der Formel 1 zu langweilen. Das beginnt damit, dass der Film seine Charaktere zu Beginn vergleichsweise ausführlich vorstellt, um sie dann ins Rennen zu schicken.

Die spätere Inszenierung der eigentlichen Rennen ist technisch perfekt und spannend umgesetzt, und dass obwohl der Film ja auf realen Tatsachen basiert. Die Kombination von einer leicht grieselnden Optik in Kombination mit einigen wenigen gut platzierten computergenerierten Effekten, verleiht dem Film ein eigenes Aussehen und spätestens wenn die Fahrer ihre Motoren starten und der Bass durch die Zuschauerreihen dröhnt, könnte man fast für einen Moment glauben, den Benzin in der Luft zu schmecken.

Bei den Schauspielern überrascht vor allem der deutsche Daniel Brühl (Inglourious Basterds) in seiner Rolle als Lauda. Während seinen ersten Dialogzeilen könnte man fast meinen, hier würde sich Niki Lauda selbst sprechen, bis man irgendwann realisiert, dass Brühl hier einfach nur einen perfekten Job macht. Aber auch was Haltung, Mimik und Gestik betrifft ist der Deutsche mehr als überzeugend. Er spielt die Rolle nicht, er ist die Rolle, und schafft es dabei problemlos als Österreicher durchzugehen.

Auf der anderen Seite hätten wir Chris Hemsworth (The Avengers), der den Briten James Hunt glaubhaft zum Besten gibt. Während Lauda hier als penible, manchmal etwas zu direkte Person mit trockenem Humor dargestellt wird (teilweise fast ein wenig klischeehaft), fällt Hunt eher unter die Kategorie Lebemensch, der das Leben genießt, die Frauen liebt und auch dem Alkohol nicht abgeneigt ist. Hier prallen zwei verschiedene Welten aufeinander, und es funktioniert.

Am Ende ist „Rush“ ein ausgezeichnet inszenierter Film, der eine Zeit der Formel 1 behandelt, als diese noch um einiges spannender und vor allem gefährlicher war. Auch wenn die wahre Geschichte hier und da ein wenig verbogen wurde, das was am Ende bleibt ist ohne Frage ein gewisser Respekt für den dreimaligen Weltmeister Niki Lauda.

Der Film „Rush“ bekommt von mir 9/10 eigentlich nur schnell im Kreis fahrende Empfehlungspunkte.


Ein Gedanke zu „Rush – Alles für den Sieg (Filmkritik)

  1. Ein wirklich spannender Film, der aber zu einem großen Teil von Chris Hemsworth und davon lebt, dass der fesche Kerl einfach unheimlich sympathisch ist, egal ob er sich wie ein Arsch oder Prince Charming aufführt.

    Brühl als Lauda wirkt sehr authentisch und auch wenn ich Lauda und seine Geschichte eher dank Wikipedia kenne, wirkt sie sehr realitätsnah. Bei einem Radio-Interview mit Brühl und Lauda betonte Letzterer, dass sich der Film auch zu einem großen Teil an die Realität hält.

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