Premium Rush (Filmkritik)

Niemand liebt seinen Job als Fahrradkurier so sehr wie Wilee (Joseph Gordon-Levitt). Wenn er durch die Strassen von Manhatten auf seinem absichtlich ohne Bremsen ausgestatteten Bike düst, spürt er die totale Freiheit. Als er jedoch den Auftrag von Nima (Jamie Chung) annimmt, könnte er seinen Spaß an der Arbeit schnell mit dem Leben bezahlen.

Ein das Gesetz immer wieder mal dehnender Cop (Michael Shannon) ist nämlich hinter dem Kuvert her, dass Wilee überliefern soll und dabei geht er äußerst rücksichtslos vor. Weiß Nimas WG-Kollegin Vanessa (Dania Ramirez), die Freundin von Wilee, mehr über die Sache? Kann er seine Post rechtzeitig zustellen? Warum will der Polizist unbedingt den Inhalt des Briefes? Und was ist da nun eigentlich wirklich drinnen?

Premium-Rush

Regisseur David Koepp ist ja bereits ein alter Hase im Filmgeschäft. Für beinahe dreißig Großproduktionen (unter anderen für Jurassic Park 1 und 2, Mission Impossible und Panic Room) hat er das Drehbuch verfasst und als Regisseur ist er mir das erste Mal positiv im Jahre 1999 mit dem Kevin Bacon Geisterthriller „Echoes“ aufgefallen.

Dass sein neuester Streich als einer der größeren Flops des Jahres 2012 gilt, finde ich daher richtig schade. Immerhin ist „Premium Rush“ einer dieser Instant Spaßfilme, bei denen man automatisch hineingesaugt wird, die Minimalhandlung überhaupt nie auffällt und man trotz der Sicherheit hier am Schluss ein Happy End zu erleben, mit dem Helden mitfiebert. Die gute Laune Garantie nach Besichtigung dieses Abenteuers, ist dabei fast schon selbstverständlich.

Die pushende Musik, die Fahrradstunts, die rasanten und manchmal auf Grund der Katz und Maus Dynamik auch zum Schmunzeln anregenden Verfolgungsjagden quer durch eigentlich lebensgefährlich überfüllte Strassen, die toll aufgelegten Darsteller, das alles passt einfach zusammen. Auch die möglichen Ausweichsrouten, bei denen man sozusagen Wilees inneres Auge sieht und auch die Unfälle die entstehen würden, wenn er sich falsch entscheidet, sorgen für ein fast schon interaktives Erlebnis. Dass der Film im Grunde ein B-Movie Actionfilm ist, den man vor zehn Jahren schon genau so (vielleicht optisch nicht ganz so überzeugend) produzieren hätte können, stört mich dabei überhaupt nicht.

Joseph Gordon-Levitt (Hesher, The Dark Knight Rises) zieht seine rotzfreche, grundsympathische Masche konsequent durch. Sein Charakter hat zwar nicht gerade viel Tiefe, ich glaube aber es gibt keinen Zuseher, der ihn am Ende nicht ins Herz geschlossen hat. Michael Shannon (The Runaways) brilliert wie fast in jeder seiner Rollen hier als spielsüchtiger, jähzorniger Cop, der mit der Gesamtsituation irgendwie ziemlich unzufrieden zu sein scheint.

Auf der Seite der Damen zeigt Jamie Chung (Sucker Punch), dass sie durchaus auch ohne viel MakeUp, ein gute Figur macht. Sie spielt ihr „den Beschützerinstinkt in anderen Menschen sofort weckende“ Rolle völlig überzeugend. Dania Ramirez (Quarantäne) als Freundin des Helden ist sexy, smart und hat auch noch einen der besten Sprüche auf Lager, der den Film wohl insgesamt am Treffensten beschreibt. Vanessa: „Holy shit! That was the most fun I ever had with my cloth on!“

Kurzweilig, unterhaltsam, zum immer wieder mal zwischendurch Anschauen wenn man eine gute Zeit verbringen will, oder sich nicht aus Eigeninitiative aus seiner Lethargie reissen kann. Wer sich nach dem Genuss des Filmes nicht selber auch bewegen will bzw. sich auf seinen Drahtesel setzt, der kann wohl nicht Rad fahren. Dann lernt es doch bitte. Achja, und fahrt vorsichtig 😉

„Premium Rush“ bekommt von mir 8/10 auf zwei Rädern mit viel Freude allen Widrigkeiten davonfahrende Empfehlungspunkte.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.