The Runaways (Filmkritik)

1975. Joan Jett (Kristen Stewart) größter Traum ist es Rockmusik zu machen. Dafür wird sie von der konservativen Männerwelt belächelt und auch sonst unterstützt sie niemand bei ihrem Vorhaben. Frauen machen diese Art von Musik einfach nicht. Joan lässt sich dfavon aber nicht entmutigen, sie und ihre E- Gitarre bleiben weiterhin unzertrennlich. Bei einer Party trifft sie glücklicherweise auf den erfolgreichen und ziemlich schrägen Musikproduzenten Kim Fowley (Michael Shannon), der ihre Idee einer reinen Mädchenrockband mutig und ziemlich interessant findet.

Kurz darauf beginnen die ersten Proben, was den mittlerweile vier Mädels jedoch noch fehlt, ist eine charismatische Leadsängerin. Fowley findet diese schließlich in Form der erst 16 jährigen Cherie Currie (Dakota Fanning), die mit ihrer Ausstrahlung – die einer verruchten Lolita nämlich – die Massen schnell für sich gewinnen kann. Die „The Runaways“ getaufte Band feiert daher nach kurzer Zeit schon große Erfolge auf der ganzen Welt, doch Cheries´s Drogenprobleme und Konflikte mit ihrer Familie bedrohen den Fortbestand der Gruppe zunehmend.

The Runaways Film

Gleich mal eines vorweg: ich bin kein Fan von wahren Geschichten und schon gar nicht von elegischen Biopics, die über unsympathische Menschen berichten, deren Musik zwar großartig ist, über die ich sonst aber nichts wissen will. The Runaways ist dabei glücklicherweise eine kleine Ausnahme, da der Film weniger Tiefgang, dafür um so mehr Geschwindigkeit hat. Eine Band findet zusammen und trennt sich wieder. So schnell ist die Handlung zusammengefasst. Das sich dies alles genau wie bei den Hauptdarstellerinnen selbst wie eine Mischung aus Drogen- und Erfolgsrausch anfühlt, ist einer der großen Pluspunkte dieses Filmes.

Ebenso ziemlich stark sind die Performances der drei Hauptfiguren. Dakota Fanning passt perfekt in die Rolle der jungen Dame, die sich ihrer eigenen Ausstrahlung zunächst noch nicht ganz bewusst ist, sie dann zwar gekonnt und manipulativ einsetzt, im Endeffekt aber trotzdem mit der gesamten Situation heillos überfordert ist. Fanning ist ja eine der wenigen Kinderstars denen ich zutraue, dass sie nicht privat abstürzt und den Drogen verfällt wie etwa ihre Filmfigur. Bin gespannt, was sie in Zukunft noch alles für Rollen annehmen wird.

Bei Michael Shannon wusste ich spätestens seit dem 2006 entstandenen Horrorfilm „Bug“, dass er ein großartiger Schauspieler ist, mit ausgesprägtem Improvisationstalent und Mut zu ausgefallenen Rollen. Als exzentrischer Musikproduzent zeigt er hier ganz deutlich, wie sich ein liebenswertes, egomanisches Arschloch zu benehmen hat (ja, so eine Mischung gibt es wirklich). Seine elektrisierende Performance vergisst man nicht so schnell.

Was mich zu Kristen Stewart bringt und der Tatsache, dass sie außerhalb des „Twilight“- Filmuniversums doch auch glaubhaft und ziemlich intensiv spielen kann. Zusammen mit Fanning hat sie eine wirklich tolle Chemie – auf der Leinwand und der Bühne – und die von ihnen beiden selbst gesungenen Songs rocken ordentlich, auch wenn sie an die Originale stimmlich natürlich nie ganz herankommen.

Musik und Darsteller sind hier also Top, ebenso die Erzählgeschwindigkeit. Die Story als Achterbahnfahrt funktioniert großartig, Cherie´s Absturz ist dabei völlig klar vorherzusehen genau wie Joan´s Willen, auch nach dem Ende von „The Runaways“ mit der Musik weiterzumachen und vielleicht ja sogar solche Songs wie „I love Rock´nRoll“ zu schreiben, wer weiß das schon so genau? Eine angedeutete Liebesbeziehung zwischen Cherie und Joan bleibt hier leider ziemlich bedeutungslos.

Insgesamt also ein kurzweiliger auch partytauglicher Film zum Mitsingen für zwischendurch, ohne echte Längen oder allzu dramatischen Szenen, dafür mit einem spitzen Soundtrack, mit viel Spielfreude agierenden Darstellern und einer echt dynamischen psychedelischen Atmosphäre.

The Runaways bekommt von mir 7,5/10 Girlpower zelebirierende, total abrockende Empfehlungspunkte.


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