The Man with the Iron Fists (Filmkritik)

Im China des 19. Jahrhunderts ist „Jungle Village“ das Zuhause mehrerer rivalisierender Clans. Als eines Tages eine größere Menge Gold des Gouverneurs gestohlen wird, spitzt sich die Lage zu und Menschen beginnen zu sterben. Der örtliche Waffenschmied (RZA) will eigentlich in Frieden gelassen werden (und genug Geld verdienen, um mit Lady Silk durchzubrennen) wird aber gezwungen für den bevorstehenden Krieg die passenden Waffen zu bauen.

The Man with the Iron Fists Film RZA

Dieser Film trägt einen Namen: RZA. Der amerikanische Rapper ist hier nicht nur für die Filmmusik verantwortlich, sondern war auch am Drehbuch beteiligt, hat Regie geführt und sich zu guter Letzt auch selbst die Hauptrolle verpasst. Die passende Idee zu „The Man with the Iron Fists“ hatte RZA bereits 2005 und verbrachte später gut zwei Jahre gemeinsam mit Eli Roth (Hostel 3) diese weiter zu entwickeln und ein Drehbuch zu schreiben. 2010 hatte man schließlich ein Budget von 20 Millionen Dollar beisammen und begann noch am Ende desselben Jahres in China mit den Dreharbeiten. Zwei Jahre später, wir schreiben inzwischen das Jahr 2012, schaffte es der Film schließlich in die Kinos.

Die Regie lässt sich am Besten als grundsolide bezeichnen. Zwar lässt sich stellenweise erahnen, dass dieser Film Robert Fitzgerald Diggs (so RZAs bürgerlicher Name) Erstlingswerk ist, dafür zeigt er hier ein gewisses Talent Action spektakulär und dennoch übersichtlich zu inszenieren. Dass auf dem Filmplakat der Name Quentin Tarantino zu finden ist, ist zwar in erster Linie ein Werbegag (der hat den Film noch nicht einmal produziert), dennoch hat sich RZA scheinbar von seinen Filmen (wie Kill Bill) inspirieren lassen.

Die Handlung ist, passend zum Thema, quasi non-existent und dient in erster Linie dazu, die verschiedenen Charaktere aufeinander treffen zu lassen, damit diese sich dann auf möglichst spektakuläre Art und Weise die Köpfe einschlagen können. Die der Schwerkraft trotzenden, minutenlangen Kämpfe sind erstklassig choreografiert und dass ein amerikanischer Regisseur bei einem Kung-Fu-Film seine Sache so gut gemacht hat, ist schon eine Weile her.

Erwähnenswert ist hier noch, dass die erste Fassung des Films immerhin vier Stunden lang war. RZA wollte den Film in zwei Teilen heraus bringen, aber Roth kürzte ihn auf geradezu lächerliche 96 Minuten um dem Filmstudio entgegen zu kommen. Möglicherweise findet der vollständige Film zu einer gegebenen Zeit als Directors-Cut seinen Weg in den Handel, erfahrungsgemäß sind die Chancen dafür aber eher gering.

Die Filmmusik verleiht „The Man with the Iron Fists“ irgendwie etwas eigenständiges und spezielles. Zwar ist sie über weite Strecken gelungen, dennoch funktioniert sie nicht immer und gerade die Stellen bei denen gesungen wird, hätte man sich getrost sparen können. Bei den Schauspielern hat man es geschafft, diverse aus dem asiatischen Raum stammende zu engagieren, die dem Zuschauer irgendwie bekannt vorkommen.

Da wären unter anderem Rick Yune (James Bond: Stirb an einem anderem Tag) der als Zen Yi/The X-Blade mehr als cool wirkt oder Byron Mann (Catwoman) als Siver Lion, der sich hier gekonnt von seiner psychopatisch bösen Seite zeigen darf. Aber auch Hollywood-Stars sind mit der Partie: Unter anderem Lucy Liu (Elementary) die als Madam Blossom so gut aussieht wie schon lange nicht mehr oder Russell Crowe (Todeszug nach Yuma) als Jack Knife der (wie er selbst im Film sagt) schon lange nicht mehr so viel Spaß hatte.

Der ehemalige Wrestler Dave Bautista (The Scorpion King 3) als Brass Body wirkt beeindruckend und vermittelt nicht zuletzt dank seiner Metallhaut den Eindruck eines Panzers auf zwei Beinen. RZA (72 Stunden) selbst schafft es in der Rolle des Waffenschmieds (und des titelspendenden Helden) leider nicht in irgendeiner Form zu bestechen, da sogar die tragische Hintergrundgeschichte seines Charakters nur mittelmäßig inszeniert ist. Aus diesem Grund würde ich ihm empfehlen, weiter bei den Dingen zu bleiben die er kann (sei es jetzt Musik oder beim Film die Arbeit hinter der Kamera).

Der Film „The Man with the Iron Fists“ bekommt von mir 6,5/10 mit allen Mitteln kämpfende Empfehlungspunkte.


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