Molly’s Game – Alles auf eine Karte (Filmkritik)

Molly Bloom (Jessica Chastain) ist eine ehrgeizige Frau. Nachdem ihre Pläne als Ski-Fahrerin an den Olypmischen Spielen durch eine Verletzung scheitern, geht sie nach LA. Anfangs arbeitet sie als Kellnerin, doch schon bald organisiert sie Poker-Spiele für berühmte Menschen…

Vielen unter uns ist Molly Bloom wohl am ehesten als „Poker Prinzessin“ bekannt. Basierend auf ihren Memoiren namens „Molly’s Game: The True Story of the 26-Year-Old Woman Behind the Most Exclusive, High-Stakes Underground Poker Game in the World“ erzählt Aaron Sorkin die Geschichte dieser faszinierenden Frau.

An der Geschichte wurde ein wenig geschraubt, denn man sieht davon ab, echte Namen zu nennen, wenngleich teilweise sehr deutliche Parallelen zwischen Filmcharakteren und echten Celebritys zu erkennen sind. So frequentierten früher Stars wie Tobey Maguire, Leonardo DiCaprio, Ben Afflek und die Olsen Zwillinge ihre Poker-Turniere um nur einige Namen zu nennen. Im Film werden die verschiedenen Poker-Spieler in Kurzgeschichten vorgestellt. Auf Grund des stets wechselnden Klientels gibt es hier einiges an Abwechslung.

Für das Drehbuch ist Aaron Sorkin verantwortlich, der mit „Molly’s Game“ auch ein sehr gelungenes Regie-Debut abliefert. Für das Drehbuch war er sogar für einen Oscar nominiert. Sorkin mag offensichtlich ein eher schnelles Erzähltempo, wobei er es manchmal ein wenig mit der Geschwindigkeit übertreibt.

Der Film ist quasi in 3 Kapitel aufgeteilt: das erste Kapitel beschäftigt sich mit ihrer gescheiterte Karriere als Profi-Ski-Rennläuferin. Man erfährt, dass hinter ihr ein sehr ehrgeiziger Vater steht, der nicht unbedingt der fürsorgliche Typ ist. Das zweite Kapitel befasst sich mit dem Pokern. Sorkin schafft es hier gut, die den Zusehern die Faszination an diesem Spiel zu zeigen. Die Gerichtsverhandlung bildet das dritte Kapitel. Hier steht Bloom unter anderem wegen Geldwäscherei vor Gericht.

In der Hauptrolle ist Jessica Chastain (The Huntsman: Winter’s War) zu sehen, die wirklich brillant in dieser Rolle ist. Selbst wenn sie im Voice Over zu hören ist, kann man ihr Talent hören, denn fast könnte man meinen, durch ihre Stimme ein gewisses Funkeln in den Augen zu erkennen, denn immer wieder blitzt eine Prise Sarkasmus durch. Chastain war übrigens Blooms Wunschbesetzung und Chastain schafft es bewundernswert, eine sympathische Kriminelle darzustellen.

Idris Elba (Avengers: Infinity War) als Blooms Anwalt Jaffey ist als Blooms Anwalt das moralische Zentrum des Films und Molly muss sich ordentlich ins Zeug legen um ihn dazu zu überreden, sie vor Gericht zu vertreten. Elba und Chastain ergänzen sich in ihren gemeinsamen Szenen perfekt und es macht Spaß ihnen zu zusehen. Ebenso wie Chastains Charakter ist er nicht auf den Mund gefallen, was deutlich die Handschrift von Sorkin trägt, der Charaktere sehr gerne schlau und schnell redend zeigt.

Kevin Costner (Hidden Figures) spielt Mollys Vater, Larry Bloom. Er trainiert Molly, ja beinahe könnte man sagen er drillt sie mit eiskalter Berechnung. Michael Cera (How to Be a Latin Lover) spielt Player X, eine Figur, die ein Misch-Masch aus diversen echten Menschen sein soll, aber zu einem großen Teil Tobey Maguire.

Fazit: Jessica Chastain hat dank einem guten Drehbuch von Aaron Sorkin die Möglichkeit in diesem Film zu brillieren.

Dieser Film bekommt von mir 7,5/10 Punkte.


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