How to be a Latin Lover (Filmkritik)

Maximo (Eugenio Derbez) hat schon im jungen Alter eine recht spezifische Vorstellung davon, woher er einmal sein Geld bekommen wird. Denn sein Ziel ist es, reiche Frauen zu verführen und so seinen Lebensunterhalt zu „verdienen“. So heiratet er eines Tages eine stinkreiche Frau, die ihn nach 25 Jahre Ehe zugunsten eines Jüngeren fallen lässt. Notgedrungen zieht Maximo zu seiner Schwester Sara (Salma Hayek) und deren Sohn Hugo (Raphael Alejandro). Doch Maximo hat schon ein Auge auf sein nächstes Opfer geworfen…

„How to be a Latin Lover“ ist eigentlich nicht wirklich ein Film der in mein Beuteschema fällt. Seit geraumer Zeit hat mich schon keine Komödie mehr überzeugt und ich war daher eher skeptisch. Aber ich muss sagen, ich hatte beim Sehen durchaus meinen Spaß, wenngleich man sich hier keine qualitativen Höhenflüge erwarten sollte.

Die Prämisse des Films ist natürlich ziemlich absurd und gleich zu Beginn des Films erkennt man, in welche Richtung der Humor gehen wird. Massimo erklärt nämlich, dass er nie so viel arbeiten wird wie sein Vater, der mit seinem LKW nach Sekundenschlaf ins eigene Haus fuhr. Daher arbeitet Massismo auf genau ein Ziel hin – Man-Candy zu werden.

Die Hauptrolle spielt der mexikanische Filmstar Eugenio Derbez (Sandy Wexler). Es scheint, als ob ihm diese Rolle auf den Leib geschrieben worden wäre, denn man sieht ihm an, dass er sich hier so richtig ins Zeug legt. Jemand, der eine so hohle Nuss spielt und dabei ernst bleiben kann, der hat schon fast Respekt verdient. Schade finde ich, dass Maximo eigentlich nichts aus den Ereignissen des Films lernt. Ich weiß, es ist utopisch, dass sich immer alle Menschen zum Guten verändern, aber dieser Charakter hätte es echt nötig gehabt.

Maximos Schwester Sara wird von Salma Hayek (Everly) gespielt. Hayek habe ich schon länger in keinem Film mehr gesehen und ich bin von ihrer Performance angenehm überrascht. Sie spielt ihre Rolle als Gegenpol zu Kasperl Maximo ziemlich ernst und frei von Albernheiten. Dabei kann sie mit Leichtigkeit überzeugen. Dass im Film sehr viel Spanisch mit Untertiteln gesprochen wird, finde ich sehr mutig und lässt den Film authentischer wirken. Wenn zwei Personen deren Muttersprache Spanisch ist, die ganze Zeit mit spanischen Akzent Englisch reden, wirkt das schnell mal gekünstelt.

Warum ihr kleiner Sohn nicht Spanisch spricht ist eine andere Frage. Hugo wird von Raphael Alejandro (Once Upon a Time) gespielt und sieht einfach zum Knuddeln aus. Anfangs kümmert sich Maximo nur wegen dessen Connections um Hugo, aber man sieht, dass er den kleinen Mann immer mehr in sein Herz schließt. Wider erwarten profitiert auch Hugo von der Beziehung zu seinem Onkel.

Ein ziemliches Problem hat der Film damit, dass er offensichtlich nicht weiß, in welches Genre er nun fallen möchte. Einerseits ist „How to be a Latin Lover“ eine nicht ganz jugendfreie Komödie, andererseits auch ein Film über die Wichtigkeit der Familie. Dieser Mix funktioniert nicht immer und vor allem in Szenen wie wenn Maximo versucht Hugo seinen sexy Gang beizubringen, kann der Film nicht so ganz überzeugen.

Fazit: „How to be a Latin Lover“ ist durchaus ein lustiger Film, der aber einige Schwächen aufweist. Aber mit einer Tüte Popcorn und einem alkoholischen Getränk, kann man ganz sicher seinen Spaß beim Sehen haben.

Dieser Film bekommt von mir 6/10 geldgeile Punkte.


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