The Hit List (Filmkritik)

Allan Campbell (Cole Hauser) hatte heute einen beschissenen Tag. Um einen aggressiven Gläubiger bezahlen zu können, der ihm bereits ein blaues Auge als Warnung verpasst hat, hätte Allan dringend die ihm zustehende Beförderung gebraucht. Sein Chef entschied sich aber für den jüngeren neuen Mitarbeiter. Trost suchend bei seiner Frau fuhr Allan nach Hause, nur um sie dort mit ihrem besten Freund zu erwischen. Jetzt will Allan nur mehr eines, in eine Bar gehen und sich betrinken.

Jonas Arbor (Cuba Gooding Jr.) hatte heute einen beschissenen Tag. Er ist Profikiller der Regierung, der laut der niederschmetternden Diagnose seiner Ärzte nicht mehr lange zu leben hat und seit dieser Nachricht den Spass am Töten verloren hat. Also pfeifft er kurzerhand auf seinen Auftrag und ermordet stattdessen einen lästigen Fernsehstarmoderator, der ihm auf die Nerven geht. Auch Jonas zieht es in eine Bar, denn er will einen Plan schmieden, wie er mit einem Knall dieses Spiel des Lebens verlassen kann. Als Jonas schließlich Allan erblickt wird ihm schnell klar, wie er dieses Ziel erreichen kann.

The Hit List Film

Eine spannende Ausgangssituation ist es ja schon, die uns Regisseuer William Kaufman („The Prodigy“, „Sinners and Saints“) hier präsentiert. Allan, der an einem Tag sowohl beruflich als auch privat einiges verloren hat und nun nicht mehr weiß wie es weitergehen soll. Natürlich ertränkt er da seine Sorgen im Alkohol, trifft dabei auf Jonas und findet in ihm eine Schulter zum Ausweinen. Der gute Zuhörer gibt an ein Killer von Beruf zu sein und will von seinem Gegenüber eine Hit List mit fünf Namen darauf bekommen, um zu beweisen, dass Töten wirklich sein Job ist. Voll angetrunken schreibt Allan die Namen der Leute auf, die ihn verletzt haben bzw. Unrecht getan haben. Am nächsten Tag ist der Erste der Liste tot.

Das ist doch echt mal eine etwas andere, neue Idee für einen Thriller. Im Prinzip ist natürlich Allan die Identifikationsfigur für uns Zuseher. Ein fast schon zu normaler Typ, der ständig arbeitet, um seiner Frau ein schönes Leben bieten zu können und dabei gar nicht bemerkt, dass sie eigentlich nur seine Liebe will doch er sich immer weiter von ihr entfernt. Als durch seine Schuld seine Frau kurz darauf in Lebensgefahr gerät (durch die Hit List natürlich), muss er zum ersten Mal in seinem Leben über sich hinauswachsen, zurückschlagen und für das kämpfen, was ihm am Wichtigsten ist.

Jonas ist in dieser Gleichung zwar klar der Negative, doch seine Leere bzw. Unzufriedenheit ist ebenso nachvollziehbar. Er war die perfekte Waffe der Regierung, immer abrufbereit, ständig die Möglichkeit des sofortigen Todes und die Unmöglichkeit jemals ein normales Leben führen zu können im Hinterkopf. Als er dann erfährt, dass er bald sterben wird, ist dies eine ungewohnte Situation, die ihn aus der Bahn wirft. Aber nicht so wie jeden anderen Menschen, denn Jonas rechnet zwar ständig mit seinem Ableben aber nicht so, sondern viel schneller und vor allem durch Waffengewalt.

So brauchen sich Allan und Jonas in dieser Geschichte also gegenseitig, der Eine um endlich sein Leben in den Griff zu bekommen und der Andere, um mit einem letzten großen Auftritt die Bühne für immer zu verlassen. Cuba Gooding Jr. – seit Jahren ein verlässlicher Garant für unterhaltsame DVD Premieren – hat sichtlich Freude auch mal den Bösen spielen zu dürfen. Von verzweifelt bis zu grantig, übercool, irre und schließlich sogar glücklich zeigt er so ziemlich die ganze Bandbreite der menschlichen Gefühle.

Cole Hauser (Pitch Black, 2Fast 2Furious) hingegen, war schon öfters der Bösewicht, spielt hier den sympathischen Loser aber völlig überzeugend. Er tut einem ja fast schon leid, wie er so hilflos und ohne Hoffnung auf Erfolg im Leben durch die Gegend stapft. Gut, dass ihn ein paar Morde aus seiner Lethargie wieder losreißen können. Neben den starken Hauptdarstellern sind nur mehr die Auftritte von Ginny Weirick als niedliche Ehefrau und Jonathan LaPlagia als energischer Polizist erwähnenswert, alle anderen sind gut bis durchschnittlich unterwegs.

Actionmäßig gibt es neben der obligatorischen Autoverfolgungsjagd eine große Schiesserei im Polizeihauptquartier zu bewundern, bei der Jonas es mit dutzenden Cops gleichzeitig aufnimmt. Dass geringe Budget wurde so gezielt eingesetzt und funktioniert als Auflockerung zwischen den längeren Dialogpassagen. Wirkt alles professionell gemacht und da das eigentliche abarbeiten der Hit List erst nach einer halben Stunde beginnt, geht der Story im letzten Teil des Filmes nicht gleich die Luft wieder aus. Cuba Gooding Jr. hat mich hier wieder nicht enttäuscht, ich wurde gut unterhalten und kann diesen Film für Freunde von DVD- Actionthrillern zu einmaligen Ansehen ohne Zweifel weiterempfehlen.

The Hit List bekommt von mir 6/10 die Feinde im eigenen Leben durch eine kleine Liste loswerdende Empfehlungspunkte.


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