Mortal Kombat (Game Review)

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Mit politischer Korrektheit hatte „Mortal Kombat“ nicht nie sonderlich viel am Hut. Aber so heftig wie dieses Mal ist es bei den früheren Ablegern der Serie dann doch nie zugegangen. Speziell im Vergleich zum eher handzahmen „Mortal Kombat vs. DC Universe“ stechen Merkmale des Neulings drastisch ins Auge. Nur ein Beispiel für die wiedergefundene Härte ist die Menge an Blut, die auf stets ästhetische Weise verschüttet und über die Oberkörper der Kämpfer verteilt wird.

Gleich zu Beginn des „Story Mode“ stellt ein Einführungsvideo klar, welche Gangart „Mortal Kombat“ zu nehmen gedenkt. Zuerst rückt die Kamera eine Hand voll Aasgeier ins Bild, die sich über eine Frauenleiche hermachen. Die spärlich bekleidete Tote wurde offenbar in zwei Teile zerrissen; den Geiern scheint der Oberkörper besser zu schmecken als der Rumpf. Danach zeigt sich, dass die Ermordete nicht die einzige ist, die von einem Wahnsinnigen im Kampf nieder gemeuchelt wurde. Die gesamte Szenerie ist von Leichen bedeckt.

Ähnlich nekrophil geht es in den anderen Spielmodi zu. Der „Challenge Tower“, der den Spieler vor eine lange Abfolge verschiedener Herausforderungen stellt, bietet etwa eine Episode, in der den Kontrahenten vor dem Kampf der Kopf abgerissen wird. Und das ist nur der Anfang; auch die anderen 299 Aufgaben im „Tower“ tragen deftig auf. Eine Übersicht über die Biografien und Statistiken der einzelnen Figuren liefert „Mortal Kombat“ in der „Nekropolis“ – der Name spricht Bände. Zusätzliche Eigenschaften der Charaktere lassen sich auf einem Friedhof („Krypt“ genannt) zukaufen.

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Besonders zu loben ist das perfekte Sounddesign in „Mortal Kombat“. Wer etwa das erwähnte Gräberfeld besucht, hört grausige Laute, die ordentlich für Stimmung sorgen. Von den Schreien der Toten über Flattergeräusche von Fledermäusen bis hin zu verhaltenem Wind kommen exakt die richtigen unheimlichen Geräusche aus den Boxen. Dasselbe gilt für den Kampf: Verliert eine Spielfigur einige Gliedmaßen (oder ihren Kopf ;-)), bilden die Sounds mit einer Genauigkeit das Geschehen nach, die seinesgleichen sucht. Und nie klingen zwei hintereinander verteilte Schläge identisch. Wirklich sehr gelungen.

Auch über andere Facetten von „Mortal Kombat“ lässt sich fast nur Gutes sagen. Die Auswahl an Spielfiguren ist groß und vereint die Kämpfer von der früheren Ausgaben „1“ bis „3“. PS3-Besitzer freuen sich zudem über Kratos von „God of War“, der klasse umgesetzt ist und viel Spaß macht. Dem Gameplay ist anzumerken, dass es in einem langen Abstimmungsprozess immer wieder verfeinert wurde. Nur selten ist eine Spielfigur anderen deutlich überlegen, was der Fairness sehr zuträglich ist. Wer eine Figur besonders schätzt, braucht sich nicht scheuen, es mit jedem beliebigen Gegner aufzunehmen.

Ein wichtiger Aspekt ist der Trainings-Modus, da er dem Spieler die berühmt-berüchtigten „Fatality Moves“ beibringt. Anfänger sind bei den Tutorials gut aufgehoben und lernen dort alles von einfachen Bewegungen bis hin zu fortgeschrittenen Kombos. Allerdings haben wir beim Testen der Einsteiger-Lektionen vermutlich einen Bug gefunden. Die „Punch Kombo“ konnten und konnten wir nicht auslösen (PS3 Version mit Update 1.01), egal wie oft wir es versuchten. (Oder lag das am Ende doch an uns selbst? Hinweise gerne als Kommentar :-).) Der Schwierigkeitsgrad lässt sich von sehr einfach bis hin zu echt bockschwer problemlos einstellen.

„Mortal Kombat“ ist ein Mörder-mäßiges Kampfspiel geworden – und das im wörtlichen wie auch im übertragenen Sinne. Wer die Serie von Früher kennt, wird den Entwicklern ewig dankbar sein, dass sie sich auf die Wurzeln zurückbesonnen haben. Und er wird das Blut ordentlich spritzen lassen…

Wir gehen „Mortal Kombat“ 9 von 10 politisch wunderbar unkorrekten, blutrünstigen Empfehlungspunkten.


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