Give ‚em Hell Malone (Filmkritik)

Für den hartgesottenen Privatdetektiv Malone (Thomas Jane, ist keine Auftrag zu schwer und kein Gegner zu gefährlich. Als er bei seinem neuesten Einsatz, bei dem es um die Beschaffung eines Koffers mit wertvollem Inhalt geht, jedoch offensichtlich hintergangen wurde, begibt sich der sonst so erfolgsverwöhnte Profi auf die Suche nach den Hintermännern der Verschwörung. Bei seinen Nachforschungen trifft er auf eine geheimnisvolle Frau namens Evelyn (Elsa Pataky), die offensichtlich mehr weiß, als sie zunächst zugeben will. Gemeinsam setzen die beiden ihre Reise in die Unterwelt fort, und stossen dabei schnell auf heftigen Widerstand.

Ein noch unbekannter Mann, der im Hintergrund die Fäden zieht, hat mit dem Schläger Boulder (Ving Rhames) und dem verrückten Pyromanen Matchstick (Doug Hutchison) bereits zwei seiner besten Leute auf Malone angesetzt und die schrecken auch vor der Anwendung roher Gewalt in jeder möglichen Form nicht zurück. Malone muss sich beeilen wenn er das Rätsel um den Koffer lösen will, bevor er oder Menschen die ihm wichtig sind ums Leben kommen.

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Give ‚em Hell Malone ist wieder mal ein besserer Film von Regisseur Russell Mulcahy, der in seiner Karriere schon einige Hochs und Tiefs erlebt hat und trotzdem immer wieder aus der Versenkung auftaucht. Er war unter anderem für den ersten „Highlander“ Film mit Christopher Lambert, die Comicverfilmung „The Shadow“ mit Alec Baldwin und den dritten Teil der Computerspielverfilmung „Resident Evil: Extinction“ mit Milla Jovovich verantwortlich.

Sein aktueller Film ist nun eine Art Hommage an das gute alte Film Noire Genre der 1940er Jahre. Alles beginnt mit einem ziemlich drastischem Shootout, der von einem trocken lakonischem inneren Monolog von Thomas Jane unterlegt ist, dazu Pianomusik wie man sie sonst nur in Bars zu hören bekommt.

Als Zuseher kann man so ziemlich schnell in die recht eigene Welt des Filmes eintauchen.
Danach beginnt die eigentliche Handlung und der Ärger rund um den Koffer und dessen Inhalt kann beginnen.

Hier muss ich dann auch erwähnen, dass es hier leider vor allem um den schönen Schein und die klassische Atmosphäre geht, die Story gibt nicht gerade viel her und wird eigentlich nur als Alibi benutzt, um Malone durch die Stadt stolpern zu lassen. So kann er dabei auch gleich zahlreiche zynische Sprüche klopfen und auch noch einige Gangster zu Strecke bringen.

Insgesamt gibt es bei diesem Film einige tolle Elemente, die aber leider wieder einmal nicht zu einem echt guten Film vereint wurden. Neben Optik, Grundstimmung und genretypischer, ansprechender Filmmusik sind es aber glücklicherweise vor allem die Schauspieler, die den Film unterhaltsam machen.

Thomas Jane bewundere ich für seinen Mut, auch eher experimentelle Filme (wie zuvor auch bei „Mutant Chronicles“) zu unterstützen. Sein Coolnessfaktor hier ist nur sehr schwer zu überbieten, als Zuseher hat man aber interessanterweise den ganzen Film hindurch eher ein ambivalentes Verhältnis zu seiner Figur. Ving Rhames spielt routiniert den fast unbesiegbaren Schlägertypen, in dem trotzdem ein grosses Herz schlägt.

Am interessantesten sind aber wieder einmal die Rollen der Bösewichte geraten.
Chris Yen (Donnie Yen´s kleine Schwester) darf als die eiskalte Killerin Mauler das japanische Klischee des unschuldigen Schulmädchens mit Schlecker im Mund nutzen und es in einer tödlichen Weise gegen ihre Feinde einsetzen. Elsa Pataky hat zwar nicht mehr zu tun als undurchschaubar zu wirken und verführerisch auszusehen, dies macht sie aber mehr als überzeugend.

Doug Hutchison spielt wirklich grandios nach „Punisher: War Zone“ hier wieder mal einen völlig wahnsinnigen Typen, der in seiner Gestik, Mimik und Spielstärke durchaus auch an Heath Ledgers Performance des Jokers in „The Dark Knight“ erinnert. Teilweise er hier herrlich overacten, wenn er seine Faszination dem Feuer gegenüber einem seiner Opfer näherbringen will, dann bekommt man es aber auch als Zuseher mit der Angst zu tun.
So einem Typen möchte man im echten Leben niemals begegnen.

Nett sind übrigens auch die Sequenzen, in denen Malones Mutter, die im Altersheim wohnt, ihren ständig verwundeten Sohn immer wieder zusammenflickt und vom Alkohol wegbringen will, obwohl sie selber auch ständig betrunken scheint.

Negativpunkte sind mehrere Löcher in der Spannungskurve, die mit sinnlosem Gerede gefüllt werden und etwas zu bemüht wirken. Außerdem kommen Konfrontationen – bei denen einmal der Gute in einer hilflosen Situation ist und einmal der Böse und beide nutzen dies aber nicht aus um den Feind zu vernichten – viel zu oft vor und untergraben das angeblich professionelle Image der Protagonisten.

Als Ausflug in eine etwas andere, altmodischere Welt, mit viel Stil, Gewalt, harten Kerlen und schönen Frauen, ist dieser Trip aber auf jeden Fall zu empfehlen. Zuviel Substanz darf man aber nicht erwarten, auch Actionfreunde werden hier etwas entäuscht werden.

Am Ende nun noch die Tagline des Filmes, die ich mir wohl bald auch unter meinen Namen bei meiner Visitenkarte drucken lassen werde:
„Hard to Love…Harder to Kill“!

Give ‚em Hell Malone bekommt von mir 7/10 stilvoll eliminierende Empfehlungspunkte.


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