Hell Fest (Filmkritik)

Hell Fest ist ein angesagter Vergnügungspark für Horror-Freunde zu Halloween und sämtliche jungen und alten Genrefans und Adrenalin-Junkies wünschen sich, Karten dafür zu ergattern. Natalie (Amy Forsyth) ist zwar zunächst wenig begeistert und muss von ihrer besten Freundin Brooke (Reign Edwards) erst dazu überredet werden, doch immerhin haben sie sogar Vip-Tickets, weshalb man ja fast schon hingehen muss.

Zu sechst macht man sich also auf um einen Abend zu erleben, den man so schnell nicht vergisst. Genau das wird dann auch geboten – sollte man die Nacht überleben – denn unter sämtliche Horror-Gestalten hat sich ein maskierter Mann gemischt, der das allgemeine Chaos nützt, um wirklich Jagt auf Jugendliche zu machen. Er tötete seine Opfer unbemerkt und hat bereits ein Auge auf Natalie geworfen…

„Hell Fest“ ist der zweite Film von Gregory Plotkin, der bereits bei zahlreichen Genre-Produktionen (Happy Deathday, Get Out) für den Schnitt verantwortlich war. Darunter waren auch vier Teile aus der Paranormal Activity Reihe und mit Teil sechs des Franchise mit dem Namen „The Ghost Dimension“, feierte er 2014 sein Debüt. Bei Hell Fest handelt es ich nun um frisches Futter für Slasher-Fans, ohne den Anspruch, neue Akzente zu setzen.

Ich bleibe mit meiner Wortwahl gleich beim Essen und sage es mal so: was ich gerne esse, mag ich auch genau so. Das finde ich gut, es kann mich – und oft soll es das auch gar nicht – überraschen. Mit dem Anspruch Neues zu finden, kann man von meiner Bewertung somit sicherlich ein paar Punkte abzählen. Ich fühlte mich hier jedoch – als Fan des Genres in meinen Teenager-Jahren und darüber hinaus – auf eine mir wohl bekannten Weise unterhalten und freute mich, wieder mal einen gut gemachten und auch so aussehenden Film dieser Art zu sehen.

Es steckt hier auch einiges an Zeitgeist drinnen. Erstens geht viel unangenehme Spannung und Atmosphäre von der Tatsache aus, dass den Opfern hier oft nicht geholfen wird, da der Täter wie eine Attraktion aus dem Themen-Park wirkt. Wenn nach einem echten Mord gleich im nächsten Moment ein Mädchen ein Gummi-Messer in den Bauch gerammt bekommt und tot spielt, kann man das auch gut nachvollziehen. Dennoch ist das für mich klar ein Metapher auf eine Gesellschaft, die lieber zu sieht und das Handy zückt um zu filmen, anstatt zu helfen.

Zweitens – und das bezieht sich nicht nur auf das offensichtliche „Final Girl“ (nein, kein Spoiler, damit sage ich nicht, dass alle Anderen sterben) – sind die Damen hier nicht nur interessanter, sondern auch tougher und gleichzeitig dennoch realistisch in Szene gesetzt. Dass eine starke, zunächst keine Angst zeigende Dame den Killer dazu anregt sie zu töten, ist für einen Feigling, der sich hinter einer Maske versteckt, eine klare Sache.

Warum er das tut, darüber wird man völlig im Dunkeln gelassen. Wie befriedigend man das findet, hängt davon ab, was für ein Typ man ist. Ist man froh, keine billige psychologische Erklärung präsentiert zu bekommen oder ärgert man sich, weil man sein Handeln in keiner Weise nachvollziehen kann? Ich finde zur Marke „schweigsamer Killer, der zu Hause ein ganz normales Familienleben führt“ passt diese Form der Inszenierung, sehr gut.

Einen Mord innovativ zu finden ist ja bei Slashern keine moralische Frage und da der Killer nicht immer mit Messer herum läuft, sind da durchaus auch ein paar innovative und blutige Momente mit dabei. Den Rest erledigen Amy Forsyth (A Christmas Horror Story) als die Vernünftige, Reign Edwards (MacGyver) als Verspielte und Bex Taylor-Klaus (Scream: The Series) als Draufgängerische Dame, allesamt unverbrauchte Gesichter, die man auf Grund ihres Talents, gerne wieder mal sehen möchte.

Insgesamt daher ein gut gemachter, von der Stimmung her dichter und fein gespielter Party-Film, der in der Gruppe wohl am Besten zu genießen ist und Damen nicht von Haus aus als Opfer präsentiert, nur weil einige dazu werden. Neu ist wie gesagt nichts daran, aber bei all den miesen Beiträgen die unter dem Label Slasher veröffentlichte werden, bin ich immer wieder dankbar für Filme der Marke „Hell Fest“. Und die Anspielungen innerhalb der Metaebene auf das Genre, sind ebenfalls eine nette Sache.

„Hell Fest“ bekommt von mir 7/10 den Horror in der Halloween-Party, viel zu wörtlich nehmende Empfehlungspunkte.


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