Baywatch (2017 Filmkritik)

Mitch Buchannon (Dwayne Johnson) und sein Team von Rettungsschwimmern, sorgen am Strand von Emerald Bay in Florida für Recht und Ordnung. Aus PR-Gründen muss Buchannon den ehemaligen olympischen Schwimmer Matt Brody (Zac Efron) in sein Team aufnehmen. Dennoch sind die Probleme der beiden miteinander erst einmal zweitrangig, denn es gilt einer Verschwörung auf den Grund zu gehen.

Es gab da mal eine Serie mit dem Namen „Baywatch“ die es auf elf Staffeln und 242 Folgen gebracht hat. In ihr sorgten David Hasselhoff (Guardians of the Galaxy 2) und sein Team von Rettungsschwimmern, am Strand von Kalifornien für Sicherheit. Nun ist es soweit und eine der erfolgreichsten Serien aller Zeiten bekommt ein Remake in Filmform.

Regie an dieser Stelle führt Seth Gordon, der bereits mit „Kill the Boss“ bewiesen hat, dass ihm Komödien liegen, die auf ein erwachsenes Publikum abzielen. Für die Hauptrolle konnte man Dwayne Johnson engagieren, der sich zwar als Schauspieler mehrfach bewiesen hat, aber immer noch auf der Suche nach einem eigenen Franchise ist.

Das Ergebnis kann dann aber bestenfalls teilweise überzeugen. Wenn Rettungsschwimmer Mitch Buchannon zu Beginn jemanden vor dem Ertrinken rettet und hinter ihm das Logo aus dem Wasser auftaucht, deutet eigentlich alles auf eine überzogene, aber seichte Komödie hin. Der Humor unterstützt diese Annahme dann auch über weite Teile.

Da gibt es unter anderem zwei sehr prominente Peniswitze (wobei vor allem der erste Phantomschmerzen beim männlichen Zuschauer auslöst) und irgendwie ist das auch generell die Art von Humor mit der man hier rechnen sollte. Diese Witze sind dann auch nicht unbedingt das Problem. Schwierig wird es zwischendurch, wenn man plötzlich versucht das Konzept „Baywatch“ doch irgendwie ernst zu nehmen.

Als es dann später darum geht eine Verschwörung aufzuklären, ist man plötzlich vergleichsweise zurückhaltend mit den tief angelegten Pointen. Vor dem eigentlichen Showdown muss sich Zac Efron als Matt Brody selbst die Frage stellen, welchen Platz er im Team hat, was ebenfalls vergleichsweise ernst angelegt ist.

Dadurch hat man irgendwie den Eindruck, man hätte sich beim Machen des Films nicht für eine Richtung entscheiden können. Hier wäre es vermutlich besser gewesen, einen ernst gemeinten Baywatch-Film mit einer gesunden Prise Humor zu machen. So wie es dann tatsächlich umgesetzt wurde, wirkt das Ganze irgendwie unfertig oder nicht zu Ende gedacht.

Apropro unfertig: Es gibt immer wieder Actionsequenzen die noch etwas Nachbearbeitung nötig gehabt hätten. Wenn zwischen einem offensichtlich als solchen erkennbaren CGI-Dwayne Johnsen und der echten Person hin- und hergeschnitten wird, sieht das vergleichsweise bescheiden aus. Noch dazu scheint er Hintergrund teilweise mitzuwechseln, was auch noch die verbleibende Illusion zerstört.

Auf der Habenseite gibt sich Dwayne Johnson (Moana) als Mitch Buchannon erneut hundertprozentig sympathisch. Wie immer kann er auch überzeugen, wobei er glaubhaft eine größere Version von Hasselhoffs Rolle spielt. Zac Efron (Bad Neighbors 2) als Olympia-Schwimmer Matt Brody ist hier nicht nur in der Form seines Lebens, sondern zeigt erneut, dass ihm lustige Rollen liegen.

Die Chemie zwischen Johnson und Efron ist dann so gut, dass alles andere teilweise zur Nebensache wird. Nachdem bei Baywatch die optischen Schauwerte nicht fehlen dürfen, sorgen Alexandra Daddario (San Andreas), Ilfenesh Hadera (Old Boy) und Kelly Rohrbach (Café Society) für den passenden Ausblick. Für die Fans der Serie schaut dann Hasselhoff, der ehemalige Chef, kurz selbst vorbei.

Alles in allem ist „Baywatch“ ein Film der seine Momente, leider aber auch einige Probleme hat. Der Humor ist auf eine seichte Art lustig, aber der Ton des Films ist seltsam inkonsistent. Auf der Seite der Schauspieler hatten die beiden Jungs ihren Spaß, während die Mädels für die zum Namen des Films passenden Schauwerte beitragen.

Der Film „Baywatch“ bekommt 6,5/10 braungebrannte Empfehlungspunkte.


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