Best Of Worst Case: Ice Sharks (Filmkritik)

Michael (Kaiwi Lyman-Mersereau) sein Bruder David (Edward DeRuiter) arbeiten in einer Forschungsstation. Als Forscher verschwinden, wird ein Rettungsteam losgeschickt, um nachzusehen was los ist. Diese entdecken Leichenteile und werden gleich darauf von Haifischen (deren Flossen das Eis zersteilen können) attackiert.

Die Flucht zurück in die Forschungsstation hilft nur bedingt, da die Haie klug genug sind, um das Gebäude von der Landmasse zu trennen und es zu versenken. Gefangen in einer Forschungsstation, die am Grund des Meers hängt und mit einer Sauerstoffversorgung, die langsam zu Neige geht, während draußen die Haifische warten … keine gute Ausgangslage, um auf ein langes, glückliches Leben zu hoffen.

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Die Idee mag ja gut gewesen sein. Immerhin hatte man bis dato noch keine „Eishaie“ gesehen, aber die Umsetzung, liebe Leute, die Umsetzung. Ein wenig „Deep Blue Sea“, keine guten Effekte und tatsächlich niemand der gut spielen kann. Immerhin sind die Forscherinnen und Forscher fesch anzuschauen. Zumindest bis sie dann von den Haien CGI-blutig, aber spannungsarm zerlegt werden.

Ich gestehe dem Drehbuch von Emile Edwin Smith ja durchaus zu, seine gute Ideen zu haben, aber er hätte es besser wissen müssen, als es für die Trash-Schmiede „The Asylum“ verfilmen zu wollen. Immerhin hat er für die ja bereits „Mega Shark vs Mecha Shark“ gedreht. Da hätte ihm klar sein müssen, wie das ausgehen wird. Die Effekte sind passabel (für einen Asylum-Film), das Schauspiel der Darsteller ebenso und die Spannung, nun, die ist nicht vorhanden.

Auch wenn sich das Drehbuch alle Mühe gibt, die richtigen Register zu ziehen, so kommt tatsächlich nie wirklich auch nur annähernd das Gefühl auf, man müsse um die Leute angst haben. Und das obwohl sie alle der Reihe nach ins Gras beißen, aber tatsächlich berührt das kaum, denn die Typen und Damen sind so austauschbar, dass nicht einmal ein verschollener Bruder mir als Zuseher den besorgten anwesenden Bruder sympathisch macht.

Das liegt meiner Ansicht nach daran, dass Smith wohl vergessen hat, welche Art Film er hier macht. Denn in seinem Drehbuch liegt tief drin ein spannender „Deep Blue Sea“-Rip-Off verborgen. Klaustrophbische Enge. Rundherum Wasser. Draußen die Haifisch-Bedrohung. Luftknappheit. Kein Signal, das man an die Oberfläche senden kann. Was tun? Da wäre Potential drin. Da hätte man was draus machen können.

Aber nicht Asylum. Nicht mit Eishaien. Nicht ohne Effekte. Und schon gar nicht ohne DarstellerInnen, die Emotionen vermittlen können – vor allem nicht bei Charakteren, die einem völlig egal sind. Das kann nicht gut gehen. Und das ist das ganze Drama an „Ice Sharks“: Es verspricht ein Creature-Feature zu sein und ist dann ein Pseudo-Katastrophenfilm, der auf diesem Niveau (Drehbuch, Schauspiel) einfach nicht funktionieren kann.

Schade. Chance verschenkt.

Edward DeRuiter (auch bereits Asylum-erfahren) geht noch durch, dafür ist Jenna Parker hölzern wie ein Klotz. Die Chemie die zwischen den beiden (vermutlich) da sein soll ist leider völlig abwesend. Dass es da nicht knistert hat nichts mit den Temperaturen im Film zu tun, sondern einfach mit lieblosen Runterspulen. Zumindest wirkt es so auf mich.

Die anderen DarstellerInnen hab ich mir nicht einmal gemerkt, weil sie eh nur Kanonenfutter sind. Und wer immer die Kulissen in 3D gerendert hat – bitte, nächstes Mal vielleicht mehr als ein Texturpaket kaufen oder selbst ein paar machen. Ist ja jetzt echt nicht so schwer (ja, ich kann das beurteilen, denn glaubt mir: Da sieht man bessere Effekte bzw. liebevoller gemachte Effekte in Blender-Fan-Filmen).

„Ice Sharks“ ist ein belangloser Eintrag in die Geschichte von „The Asylum“ und ein schlechter Eintrag in die Filmgeschichte. Echt schade drum.

„Ice Sharks“ bekommt von mir 3 von 10 möglichen, nicht einmal witzig-schlecht seiende, Punkte.

Best Of Worst Case-Urteil (Trashfaktor: Drehbuch, Schauspiel, Effekte):
Leider zu ernst und zu pseudo-dramatisch ohne Emotion. Die Schauspieler zu ernst, die Inszenierung zu schwach und die Story zu sehr auf „ernsten“ Katastrophenfilm hin ausgerichtet, als das der Film überhaupt die Chance hätte, richtig zu zünden. Da gibt es mittlerweile weit mehr Filme mit Haien, die weit besser sind („Dam Sharks!“ oder sogar „Avalanche Sharks“ und natürlich „Ghost Shark„).

Fazit: Kann man auch als Trash-Haifilm-Fan getrost auslassen.


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