Die Jones: Spione von Nebenan – Keeping up with the Joneses (Filmkritik)

Der Alltag von Jeff (Zach Galifianakis) und Karen (Isla Fisher) ist recht unspektakulär, dennoch sind sie glücklich miteinander. Eines Tages zieht ein neues Pärchen in das Nachbarhaus ein und Karen beschleicht schnell das Gefühl, dass mit ihnen etwas nicht ganz stimmt. Natalie (Gal Gadot) und Tim Jones (Jon Hamm) sind super erfolgreich, unverschämt attraktiv und ganz gleich was sie auch anfassen, es gelingt ihnen. Ein perfektes Paar, aber vielleicht ein wenig zu perfekt…

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Mal wieder Zeit für ne leichte Komödie war mein erster Gedanke als ich mir diesen Film ansah. Die Reviews für diesen Film (ja, auch ich lese Filmkritiken) waren nicht allzu schlecht, daher beschloss ich, dem Film eine Chance zu geben. Am Boxoffice ging der Film recht unzeremoniell unter, was ja oft nichts Gutes verheißt.

Der Film lässt es eher langsam Angehen und behält dieses Tempo eigentlich auch die ganze Zeit über bei. Man lernt gemächlich die Charaktere kennen und es wird ausreichend gezeigt, dass sie ein eher ödes, sehr berechenbares Leben in einer Vorstadt führen, komplett mit seltsamen Nachbarn. Jaja, wir haben es kapiert. Anschließend ein paar Szenen, die mich vermuten lassen, dass es einfach keine guten Komödien mehr gibt.

Den ersten Anfall von extremem Augenrollen hatte ich bei der Szene in der Jeff Tim Indoor Skydiving beibringt. So lächerlich. Zuerst sind sie nur zu zweit, aber nach einer Weile kommen netterweise noch einige Männer in schwarz dazu, die seltsamerweise in Formation über ihnen fliegen, als ob das ein schnulziges Date wäre.

Genauso absurd ist der Besuch der Beiden im Schlangenrestaurant. Hier trinken sie ordentlich Schlangen-Wein und danach wird vor ihren Augen mit einem Beil eine lebendige Schlange zerhackt. Der Kopf bleibt natürlich liegen und man bekommt zu hören, dass Ding könne noch beißen. Man kann sich also vorstellen, in welche Richtung der Plot weiter geht.

Richtig peinlich ist die Szene von Karen und Natalie beim Dessous kaufen. Karen hat Natalie verfolgt und erwischt sie mitten im Dessous probieren. Darauf stolziert Gal Gadot mindestens 10 Minuten in Unterwäsche herum (wenigstens ist sie schön anzusehen, dass muss ich neidlos anerkennen) und berät Karen beim Dessous-Kauf. Dabei wirkt es als ob Natalie Karen Avancen macht, was dank Gadots eher steifer Performance lächerlich und wenig glaubwürdig wirkt.

Zu den Schauspielern: Isla Fisher (The Brothers Grimsby) als Karen finde ich ehrlich gesagt ziemlich nervig, wie eigentlich alle Charaktere in diesem Film. Jemand, der ständig misstrauisch ist und vor lauter Neid beginnt, den viel perfekter scheinenden Nachbarn hinterher zu spionieren, kann man eigentlich nicht sympathisch finden.

Zach Galifianakis (Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance)) als Jeff dagegen vertraut Tim sofort und braucht erst mal ne Weile bis er erkennt, dass seine Frau nicht an Verfolgungswahn leidet, sondern, dass die neuen Nachbarn tatsächlich Spione sind und sich unter Vorgabe falscher Tatsachen ihr Vertrauen erschlichen haben. Eine der lustigsten Szenen ist, als er nicht bei drei los läuft, sondern bei zwei, weil er dann einen „Vorsprung“ hat.

John Hamm (Bridesmaids) als Geheimagent Tim Jones ist wohl der coolste und glaubwürdigste der Truppe. Ohne Frage wäre er ein fantastischer James Bond, denn er macht in Action-Szenen (wenngleich die auch ziemlich lahm sind) eine richtig gute Figur und strahlt die Coolness und Professionalität eines mit allen Wassern gewaschenen Mannes aus, der wohl schon die ganze Welt gesehen hat.

Gal Gadot enttäuschte mich hier ein Stück weit, nachdem ich sie als Wonder Woman in „Batman v Superman“ sehr gut gefunden habe. Doch hier fehlt ihr der Charme und der Esprit um in dieser Rolle glaubwürdig zu sein. Stellenweise scheint ihr ihr Akzent (sie kommt aus Israel) im Weg zu sein, denn wenngleich dieser charmant wirken kann, scheint sie sich deswegen sehr auf ihren Text konzentrieren zu müssen.

Fazit: Ich wollte endlich wieder mal eine gute Komödie sehen. Mit diesem Film ist mir das aber leider nicht geglückt.

Dieser Film bekommt von mir 4,5/10 geheime Punkte.


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