Kickboxer: Die Vergeltung – Vengeance (Filmkritik)

Kickboxer Kurt Sloane (Alain Moussi) bekommt von seinem Bruder Eric (Darren Shahlavi) eine Einladung, ihm bei einem Kampf in Thailand zuzusehen. Dort angekommen muss er mit ansehen, wie Eric vom ungeschlagenen heimischen Champion Meister Tong Po (David Bautista), das Genick gebrochen wird. Gleichzeitig stürmt die Polizei das Gelände des illegalen Kampfes und Kurt wird nahegelegt das Land zu verlassen, weil es sonst Konsequenzen geben wird.

Doch Kurt denkt gar nicht daran und sucht Meister Durand (Jean-Claude Van Damme) – den Trainer seines Bruders – auf, um von ihm trainiert zu werden, damit er sich an Tong Po rächen kann. Zunächst zögert Durand doch das Gefühl Eric enttäuscht zu haben, bringt ihn schließlich dazu einzuwilligen. Ein hartes Training beginnt und am Ende wartet auf Kurt entweder ein glorreicher Sieg oder genau das Schicksal, dass seinem Bruder bereits kurz zuvor widerfahren ist.

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Der bei uns als „Karate Tiger 3“ bekannte erste Kickboxer-Film, ist aus dem Jahr 1989. Von Kritikern belächelt, ist dieses Abenteuer mittlerweile Kult (es folgten auch vier Fortsetzungen mit anderen Darstellern) und gehört bei den Fans von Jean-Claude Van Damme – was den optischen Beweis seiner Martial Arts Kunst betrifft – zu einem seiner besten Werke. Regisseur John Stockwell (Countdown) hat sich nun an ein Remake gewagt, was gleich eines der Probleme hier darstellt. Im besten Fall macht er nämlich unterhaltsame Filme, doch ein richtig gutes Gesamtprodukt, habe ich von ihm noch nie gesehen.

Nicht falsch verstehen, es gibt hier schon Gründe warum man als Genre/Van Damme Fan einen Blick riskieren könnte, doch man verpasst absolut gar nichts, wenn man es nicht tut. Sicherlich mehr an der Regie als an den Schauspielern liegt es für mich, dass alle wichtigen Haupt-Charaktere, jeweils nur auf einer Ebene funktionieren. Ich hab ja irgendwo über diesen Film gelesen, er sei „fast so dumm wie das Original“. Stimmt und dann auch noch ohne Charme, Witz oder Gefühl für die Figuren.

Alain Mousse kann kämpfen und das zeigt er auch auf eindrucksvolle Weise. Meist arbeitete er bis jetzt ja als Stuntman (Suicide Squad, X-Men Apocalypse) oder wird in Minirollen (Pompeii, Wolves) versteckt, doch vor allem körperlich hat er klar das Talent zum B-Movie Actionhero. Das mit der Ausstrahlung, dem Charisma und der Leinwandpräsenz, das bekommt er mit der Zeit sicher auch auch noch besser hin. Jean-Claude Van Damme (Harte Ziele) hat hier schon längst sein eigenes Ding gefunden, doch mit ihm hab ich hier ein anderes Problem.

Seine lockere Art und auch das ständige Tragen seiner Sonnenbrille ist zwar nett, für mich passt es aber einfach nicht zum Bild eines Meisters, zumal ein Kickboxer-Film ja auch klar klassisch sein will und sich nicht dazu aufmacht, das Genre neu zu erfinden. Außerdem wirken die Kampfszenen von ihm gegen jüngere Gegner zu eindeutig durch choreographiert. Ja er ist nicht mehr der Jüngste und trotzdem topfit, ich sage ja auch nicht dass es seine Schuld ist, aber so gewöhnlich wie diese Szenen wirken, das tut schon etwas weh und vermittelt nicht das Bild des unbesiegbaren Meisters.

Dave Bautista (Guardians of the Galaxy) ist als Tong Po optisch wirklich eine beeindruckende und auch extrem einschüchternde Erscheinung. Schweigsam und stark wie ein Felsen. Beim etwas zu langen Schlusskampf ist jedoch offensichtlich, dass er für einen Gegner wie Alain Moussi, einfach viel zu langsam ist. Ich kenne schon das Prinzip „schnell gegen stark“, wo jeder klar seine Vor- und Nachteile ausnutzen muss. Zuerst die geballte Akrobatik des Feindes leicht abfangen und dann doch zu schwanken beginnen, von der Inszenierung fehlt mir hier aber irgendwie der Übergang bzw. leidet die Glaubwürdigkeit.

Gina Carano in einer Nebenrolle als intrigante Managerin zu verstecken, bei der sie ihr Kampftalent nicht zeigen kann, hat mich auch etwas enttäuscht. Aber gut, sie war ja beim Stockwell-Film In the Blood die Hauptdarstellerin und vielleicht war dies nur ein Gefallen unter Freunden, dann kann ich das schon verstehen. Sara Malakul Lane (Sharktopus) ist wirklich eine wunderschöne Dame, somit klar als Love-Interest für den Helden geeignet, die engagierte Polizistin die sie spielt, glaube ich ihr aber zu keinem Zeitpunkt.

Aus dem Gefängnis ausbrechen und dabei einige Polizisten verprügeln, Stufen hinab werfen und durch Fensterscheiben schleudern ist in Thailand scheinbar auch kein Problem. Wahrscheinlich sollte man die Freundin einfach danach aussuchen, ob sie Polizistin ist, dann wird das schon ohne Konsequenzen passen. Warum ein Nebencharakter am Ende plötzlich einen Arm im Gips hat, da habe ich auch keine Ahnung, aber das war mir zu dem Zeitpunkt eigentlich schon egal. Ist ja auch nicht weiter wichtig für die Handlung, irritiert aber dennoch.

Insgesamt daher ein Film, bei dem ein paar Teile passen aber nur selten stimmig zusammen passen. Keiner hat hier etwas Besonderes erwartet, doch etwas mehr Gefühl für die Sache, wäre gut gewesen. Übrigens wurde bereits eine Fortsetzung gedreht und am Finale der Trilogie, soll Anfang 2017 die Arbeit beginnen. Da der Regisseur dann ein anderer ist, lebt die Hoffnung auf Besserung. Die beste Szene ist übrigens im Schlussspann versteckt, denn hier tanzen Moussi und Van Damme im Splitscreen nebeneinander, wobei rechts der Tanz von Kurt Sloane aus dem Original eingeblendet wird und links der neue Kurt seine Bewegungen imitiert.

„Kickboxer: Die Vergeltung“ bekommt von mir 4/10 es bei den weiteren Teilen hoffentlich besser machende Empfehlungspunkte.

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