Star Trek: Der erste Kontakt – First Contact (Filmkritik)

Als die Erde von den Borg angegriffen wird, widersetzt sich Jean-Luc Picard (Patrick Stewart) seinen Befehlen und unterstützt die restliche Flotte im Kampf gegen den Eindringling. Als die Schlacht bereits gewonnen scheint, reisen die Borg zurück in die Vergangenheit, um die Menschheit dort zu vernichten. Nun ist es an Picard und seiner Crew, die Zukunft der Menschheit sicher zu stellen.

Star Trek First Contact

Bei diesem Film handelt es sich um das zweite und vermutlich beste Abenteuer eines Captains der Sternenflotte in Form eines Spielfilmes. Dabei muss der gegen einen Bösewicht aus der eigenen Vergangenheit antreten, zu dem der Captain einerseits ein persönliches Verhältnis hat und der andererseits in jeder Hinsicht überlegen scheint.

Auch wenn diese Punkte allesamt auch auf „Star Trek 2: Der Zorn des Khan“ zutreffen, ist hier dennoch, wie es der Titel vermuten lässt, „Der erste Kontakt“ gemeint. Anders als die neuen J.J. Abrams Filme, die es sich zum Ziel gemacht haben ein breiteres Publikum anzusprechen, ist dieses Abenteuer von Jean-Luc Picard der ultimative Star Trek Film für Star Trek Fans.

Regie führt an dieser Stelle Picards zuverlässige Nummer eins Jonathan Frakes. Zuerst waren unter anderem Regisseure wie Ridley Scott (The Martian) und John McTiernan (Predator) im Gespräch. Irgendwie schien ihnen jedoch ein grundlegendes Verständnis dafür zu fehlen, was Star Trek ist und zu sein hat.

Die Wahl fiel schließlich auf Frakes, der zuvor bei einigen Folgen von Star Trek: The Next Generation, Deep Space Nine und Voyager diesen Posten übernahm. Bei diesem Film führte er dann zum ersten Mal bei einem Spielfilm Regie. Das Ergebnis kann sich nicht nur sehen lassen, sondern ist auch einer der besten Star Trek Filme bis heute.

Hier geben sich Humor, Action und sogar Elemente eines Horrorfilms die Hand und funktionieren perfekt miteinander. Für Fans des Franchise gibt es hier und da Anspielungen und Cameos, die allerdings gut in die Geschichte passen. Das größte Plus an dieser Stelle ist jedoch die Story, die vorab mehrmals überarbeitet wurde.

Produzent Rick Perman wollte das Element der Zeitreise im Film haben, während für die Drehbuchautoren Brannon Braga und Ronald D. More klar war, dass sie die Borg in ihre Geschichte bringen wollten. Im ersten Entwurf reisten die Borg in die Zeit der Renaissance. Die Idee wurde jedoch wieder verworfen und kurze Zeit später kam die Ideen, den ersten Kontakt mit der Menschheit zum zentralen Thema zu machen.

Weitere Entwürfe sahen vor, dass Picard die Geschichte auf der Erde verbringt, während Riker auf der Enterprise gegen die Borg kämpf. Da es jedoch Picard war, der eine Vorgeschichte mit den Borg hat, wurden (zum Glück) die beiden Rollen getauscht, um dem Film eine persönlichere, emotionalere Note zu verleihen.

Die Geschichte beginnt mit Picard, der einen Alptraum die Borg betreffend hat. Als die Borg tatsächlich die Erde angreifen, beschließt er die restliche Flotte zu unterstützen. Kurz bevor die Borg besiegt sind, machen sie sich mit einer Sphere in die Vergangenheit auf. Picard und die Crew der Enterprise E folgen ihnen und stellen fest, dass sie kurz vor dem ersten Kontakt der Menschheit angekommen sind.

Während man sich daran macht sicherzustellen, dass der erste Kontakt auch stattfindet, übernehmen die Borg, die sich an Bord gebeamt haben, langsam aber sicher die Enterprise. Was vor allem zu Beginn auffällt, ist die Inszenierung der Borg. So bekommt man sie am Anfang nicht direkt zu sehen, sondern bekommt Geschehnisse aus ihrer Perspektive vermittelt, was sie vergleichsweise unheimlich wirken lässt.

Aber auch wenn man sie dann zu Gesicht bekommt, hat man das Gefühl es mit einem Gegner zu tun zu haben, der nicht aufgehalten werden kann. Wie heißt es immer so schön: Widerstand ist zwecklos. Um der Geschichte einen spezifischen Antagonisten zu verpassen, wurde an dieser Stelle dann die Borg-Königin erfunden.

Patrick Stewart (X-Men) liefert hier nicht nur die Performance seines Lebens, sondern verleiht Picard eine vergleichsweise emotionale und persönliche Note. Picard hat offenbar die Geschehnisse der Serie noch nicht verarbeitet und kämpft, ähnlich wie Ahab und sein weißer Wal, einen Kampf den er eigentlich nicht gewinnen kann.

Interessant dabei ist, dass es ausgerechnet eine Person aus dem 21 Jahrhundert ist, die ihn am Ende doch wieder zur Vernunft bringt. James Cromwell (Big Hero 6) hat als Zefram Cochran, dem Erfinder des Warpantriebes, einen Hang zu Rock and Roll sowie alkoholischen Getränken und ist glaubhaft damit überfordert, dass er für die Zukunft der Menschheit verantwortlich sein soll.

Alice Krige (Thor: The Dark World) wirkt als die Borgkönigin auf eine eigene Art unheimlich und betörend. Brent Spiner (Independence Day: Resurgence) als Data hat dann seine eigene Auseinandersetzung mit der Königin, die ihn wiederum als ihren neuen Gefährten auserkoren hat.

Alles in allem ist „Star Trek: Der erste Kontakt“ der perfekte Film für Trekkies, der den Zuschauer zum vermutlich wichtigsten Zeitpunkt des Franchises mitnimmt. Der Film kombiniert verschiedene thematische Elemente, streut dezent Anspielungen und Cameos ein und verbindet alles zu einem stimmigen Ganzen.

Der Film „Star Trek: Der erste Kontakt“ bekommt daher 9,5/10 die Zukunft in der Vergangenheit rettende Empfehlungspunkte.


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