Der Marsianer: Rettet Mark Watney – The Martian (Filmkritik)

Mit der „Ares 3“-Mission wird durch die NASA der Mars untersucht und die Astronauten Mark Watney (Matt Damon), Commander Lewis (Jessica Chastain), Rick Martinez (Michael Peña), Chris Beck (Sebastian Stan), Alex Vogel (Aksel Hennie) und Beth Johanssen (Katie Mara) sind aus diesem Zweck auf dem roten Planeten gelandet. Als ein Sandsturm die Sicherheit der Crew gefährdet, bricht Lewis die Mission ab, aber auf dem Weg zum Shuttle wird Watney von Geräteteilen getroffen. Weil ihn seine Crew für tot hält, bleibt er auf dem unwirtlichen fremden Planeten zurück. Ohne Möglichkeit zur Kommunikation und mit beschädigter Ausrüstung versucht er, die wenigen ihm zur Verfügung stehenden Mittel, so einfallsreich wie möglich zu nutzen und so lange am Leben zu bleiben, bis er gerettet werden kann..

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Auf „Der Marsianer“ war ich wirklich gespannt (ich weiß, dass hab ich schon über viele Filme gesagt), nachdem der Trailer sehr vielversprechend war. Der Film basiert auf einem gleichnamigen Roman von Andy Weir, der 2011 sein Erstlingswerk auf Amazon als ebook veröffentlichte. Anfangs postete er kapitelweise auf seinem eigenen Blog, aber auf wiederholte Fan-Anfragen stellte er das gesamte Buch im Kindle-Shop online und verlangte nur 0,99 Dollar dafür, aber auch nur, weil er es nicht für weniger verkaufen konnte.

Das Buch schlug ein wie eine Bombe um innerhalb von 3 Monaten verkaufte sich das Buch 35 000 Mal und kämpfte sich an die Spitze von Amazons Liste der meistverkauften Science-Fiction-Bücher. Bei so einer Vorgeschichte wird man natürlich neugierig und ich konnte gar nicht anders, als dieses Buch zu kaufen und zu lesen. Und das obwohl das normalerweise gar nicht meine Art von Buch ist und mich eine solche Thematik eigentlich null interessiert. Und ich war positiv überrascht. Das Buch ist genial zu lesen und selbst wenn ich die wissenschaftlich angehauchten Teile nicht samt und sonders verstanden habe (Physik und Chemie waren einfach noch nie meine Stärke), hatte ich ein spannendes Lesevergnügen.

Oft ist es ja ein Fehler, das Buch vor dem Film zu lesen, da man so leichter enttäuscht werden kann, aber ich kann sagen, dass das hier nicht der Fall war. Natürlich gibt es Szenen, bei denen man im Kino sitzt und sich denkt, diese Stelle ist im Buch besser/anders beschrieben, aber es hält sich im Rahmen, denn „The Martian“ bietet durch ein kompaktes Drehbuch von Drew Goddard ein gut abgerundetes Filmerlebnis. Sehr präsent ist auch die Frage, wie viel ein einziges Leben nun wert ist.

Nachdem ich Matt Damon in „Interstellar“ beinahe unerträglich fand (lag aber eher am Skript als an ihm), bin ich froh, dass er als Austronaut Mark Watney ein Lichtblick war. Damon verkörpert den Astronauten mit einem unbändigen Lebenswillen perfekt und macht Watney sofort sympathisch. Als ein kleiner Sarkast schiebt der Astronaut so manch lustige Meldungen, die verhindern, dass alles zu Ernst wird und man konnte gar nicht umhin, als über weite Strecke ob seines ungebrochenen Optimismus und seines Erfindungsreichtums zu schmunzeln, oder laut zu lachen.

Damon nimmt man das Genie übrigens ab, ganz im Gegensatz zu Mark Wahlberg in „Transformers: Age of Extinction“. Natürlich gibt es Momente der Verzweiflung, in der man spürt wie aussichtlos Watneys Situation scheint und wie alleine er sich am Mars fühlt. Diese Momente haben dann deutlich mehr Impakt, da sie sich von der sonst positiven Grundstimmung abheben.

Da Jessica Chastain (The Help) als 2. Hauptdarstellerin gecastet wurde, kann man sich ja denken, dass sie Watney nicht einfach am Mars verrecken lassen und munter nach Hause fliegen. Als überkorrekte Kommandantin der Mars-Mission macht sie sich große Vorwürfe, weil sie Mark zurücklassen musste und daher ist sie glücklich, als sie hört, dass der Botaniker noch am Leben ist.

Der Rest der Astronauten-Crew besteht aus Kate Mara (ich finde die Frau hat kein Charisma – Fantastic Four), Sebastian Stan (Captain America: Winter Soldier), Aksel Hennie (Hercules) und Michael Peña (Ant-Man), die aber eher wenig Screen-Time haben und erst beim spannenden Ende wirklich was zu tun bekommen.

Auch auf der Erde sind einige bekannte Gesichter zu sehen, etwa Jeff Daniels (Dumb and Dumber To) als der Chef der NASA, Kristen Wiig (Welcome to Me) als Pressesprecherin, Chiwetel Ejiofor (Serenity) als Mission Director (er war von den Darstellern auf der Erde der Beste) und Sean Bean (Jupiter Ascending) als Hermes Flug-Director (ich darf mit großer Freude berichten, dass Sean Bean in diesen Film nicht gewaltsam den Tod findet!).

Ridley Scott hatte ja in seiner Karriere einige Hochs (Gladiator, Blade Runner) und Tiefs (The Counselor, Exodus: Gods and Kings) und hat mit „The Martian“ einen exzellenten Science-Fiction-Film abgeliefert. Der Film profitiert eindeutig von 3D, wenngleich er natürlich auch in 2D ein Augenschmaus ist.

Scott nutzt geschickt das Video-Tagebuch des Mars-Habitats um Mark Watneys Gedanken ans Tageslicht zu holen und so wirkt dies fast wie Wilson, der Volleyball in „Cast Away“ und ermöglicht eine Art Interaktion mit dem Kino-Besucher. Auf dem Mars haben die Bilder einen Stich ins Orange, passend zum roten Planeten und man beobachtet oft mit Ehrfurcht, wie schön und gleichzeitig gefährlich der Mars wirklich ist. Auf der Raumstation ist als Kontrast alles glänzend und lupenrein.

Fazit: Noch nie habe ich mich so über eine austreibende Kartoffel gefreut, wie in diesem Film. Man fiebert mit Mark Watney mit und sitzt ob der Bildpracht oft mit staunenden Augen vor der Leinwand. Ridley Scott gelingt mit diesem Film eine Art Comeback nach weniger guten Filmen und er zeigt, wie man aus einem guten Buch, einen mindestens ebenso guten Film machen kann.

Dieser Film bekommt von mir 8,5/10 den Mars kolonisierenden Punkten.


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