A Nightmare On Elm Street 4: The Dream Master (Filmkritik)

Kristen (Tuesday Knight), Kincaid (Ken Sagoes) und Joey (Rodney Eastman) haben wieder in ihr Leben zurückgefunden. Aber Kristen träumt immer wieder von dem Keller im Haus an der Elm Street. Sie hat Angst, dass Freddy Krueger (Robert Englund) zurückkommen könnte. Kincaid und Joey müssen sehr rasch feststellen, dass Kristen Recht hat, denn die beiden sind die ersten, welche Freddy holt.

Ihre Freundin Alice (Lisa Wilcox), mit deren Bruder Kristen zusammen ist, wird durch Kristen Teil von Freddys Rachefeldzug. Während eine/r nach dem/der anderen von Freddy geholt wird, muss Alice einen Weg finden, um die Herrschaft über ihre eigenen Träume zu erlangen, denn nur dort kann sie Freddy besiegen …

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Der vierte Teil der Reihe setzt genau dort an, wo der vorige Teil endete (in Sachen Story, wie auch Machart). Der Star ist dieses Mal natürlich wieder Freddy Krueger, der genauso fantasievoll seine Opfer holt wie bereits im dritten Teil. „Jump Scares“ gibt es – genau wie im dritten Teil – eigentlich keine. Alles ist übersichtlich, entspannt und gut anzusehend inszeniert. Was eigentlich nicht großartig verwundern sollte, denn Renny Harlin hat das Regieruder übernommen. Und ja, wir sprechen von dem Renny Harlin, der die ersten beiden „Stirb Langsam“-Filme mit Bruce Willis gedreht (aber seitdem nur noch wenig gute Filme zustande gebracht hat. Tiefpunkt war wohl der letzte „Die Legende des Herkules“ oder „Pompeii„)hat. Brian Helgeland hat das Drehbuch zu Teil 4 geschrieben und der Mann hat auch danach für einige sehr gute Filme das Drehbuch verfasst. So zählen unter anderem „L.A. Confidental“, „Fletchers Visionen“, „A Knight’s Tale“, „Mystic River“ und den beste Mel Gibson Film namens „Payback“ zu seinen Werken.

Hat Teil 3 die Idee eingeführt, dass Freddy die Seelen seiner Opfer sammelt, während es anfangs primär um Rache ging, so baut dieser Teil das weiter aus, denn Kristen ist die letzte, welche in der Elm Street gewohnt hat, weshalb Freddy sie braucht, um eine Verbindung zu anderen Leuten herzustellen – denn, wenn keine Leute mehr, die von ihm träumen, dann auch kein Freddy mehr.

Die Albträume und Dunkelheit sind beinahe vollständig verschwunden und die Wege, wie die Leute in Freddys Traumwelt landen sind mannigfaltig. Auffällig dieses Mal, dass die Leute nicht mehr selbst träumen müssen – was ja bereits im dritten Teil seinen Anfang nahm, wird auch hier weiter ausgebaut und sogar noch eines draufgesetzt. Da taucht Freddy’s Krallenhand schon mal an einem Strand auf und flitzt wie die Flosse des „Weißen Hais“ auf seine Opfer zu. Oder er erscheint im Klassenzimmer, weil die Tagträumerin beim Test gedanklich abschweift. Sogar als Krankenschwester treibt er sein Unwesen – die witziger weise auch von Robert Englund in Frauenkleidern und Make-Up gespielt wird.

Der Höhepunkt des Films ist für mich allerdings klar die großartige – eklige – Szene, in welcher ein Charakter, die ein riesengroßes Problem mit Käfern hat, sich langsam in einen Käfer verwandelt, der/die dann von Freddy zerquetscht wird. Völlig irre. Aber so schräg, dass es wirklich Kult ist. Auch das Finale (die Seelen brechen wortwörtlich aus Freddys Körper hervor) ist absolut abartig, für diesen Film aber tatsächlich so richtig passend.

Das macht für mich auch den Unterschied zwischen der Nightmare-Reihe und anderen Horror-Franchises wie „Freitag, der 13“ aus. Während es in der Reihe von Jason um „echte“ Horrorfilme bzw. Slasher-Filme geht, die brutal sind und ich immer ein komisches Gefühl bekomme, wenn Leute in diesem Kontext von „kreativen Kills“ sprechen, ist das bei den Nightmare-Filmen etwas völlig anderes.

Was hier passiert, ist nämlich – Hand aufs Herz – kreativ, hat mit der Realität nichts zu tun (was mir ein besseres Gefühl gibt) und wird noch dazu mit einer großen Portion Ironie und Sarkasmus inszeniert, ohne die Filme bzw. ihre Figuren lächerlich zu machen. Zumindest nicht bis zum sechsten Teil. Horrorfilm haben wir hier erneut keinen vor uns (von der Seelen-brechen-aus-Freddys-Körper-aus-Szene) – aber einen bedrohlich-kreativen Fantasyfilm, der alle richtigen Sachen auf die richtige Art und Weise einbaut.

„A Nightmare On Elm Street 4: The Dream Master“ bekommt von mir 7,5 von 10 möglichen, allerdings nur funktionierend, wenn man den Vorteil kennt, Punkte.

PS: Eine kleine Anmerkung kann ich mir nicht verkneifen: Dass es passieren muss, dass am Anfang des Films ein Hund den Hauptcharakter in die linke Hand beißt, diese dann aufwacht und auf der rechten Hand verletzt ist … das ist und bleibt peinlich.


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