A Nightmare On Elm Street: Wes Craven’s New Nightmare (Filmkritik)

Heather (Heather Langencamp) träumt schlecht. Sie träumt von einer Krallenhand, welche auf einem Filmset Amok läuft, zwei Special-Effekt-Arbeiter umbringt und dann auf ihren Freund losgeht. Schreiend wacht sie auf – zum Glück alles nur ein Traum.

Aber die Anrufe des perversen Stalkers sind leider echt. Auch die Albträume ihres Sohnes Dylan (Miko Hughes) sind echt und allein sein Stoffsaurier Rex beschützt ihn darin vor einem bösen Mann.

Als Heather das Angebot bekommt in einem neuen Film mitzuspielen fährt zum Erstgespräch und muss feststellen, dass Bob Shaye (Bob Shaye) einen neuen Freddy-Film produzieren will. Aber Heather hat genug von Freddy, der ihr ganzes Leben geprägt hat. Dumm nur, dass dieser sich genau Heather ausgesucht hat, um ihm einen Weg aus den Filmen in die Realität zu bahnen …

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Es ist ja immer wieder toll, wenn die Erschaffer einer Figur zurückkommen um ihr neues Leben einzuhauchen. Gerade bei Freddy war es wichtig eine Kurskorrektur vorzunehmen, ging doch der letzte Teil „Freddy’s Finale“ tatsächlich halbwegs daneben. Aber Wes Craven, Erfinder von Fred Krueger, ist zurück um es wieder zu richten.

Seinen eigenen Aussagen nach, war es für ihn schwer an die Geschichte anzuknüpfen, welche in den vorigen Filmen erzählt wurde (konkret meinte er, dass es ihm schwerfiel überhaupt eine durchgängige Geschichte zu finden. Wobei ich da wirklich nochmals Teil 6 schimpfen muss, der viel kaputt gemacht hat. Bis zum fünften Teil hat es für mich sehr gut funktioniert), weshalb er einen anderen Weg ging und die Figur des Freddy nutzte, um seine neue Angst einzufangen und ein Gedankenspiel um Kritiker und Gewalt in Filmen zu versuchen.

Das funktioniert bis zu einem gewissen Grad sehr gut. Vor allem den Teil mit der Meditation über Gewalt in Filmen finde ich sehr passend. Da wird Heather (die genau wie alle anderen sich selbst spielt) als sie ihren panischen Sohn ins Krankenhaus bringt schon mal von der Ärztin gefragt, ob sie den Jungen „ihre Filme“ (also Nightmare 1 und 3) hat ansehen lassen. Was mehrmals Thema ist, da der Junge davon natürlich Angst und Panikattacken kriegen kann, etc. Wunderbar.

Dazu ein Gespräch mit Wes Craven (als Charakter im Film), der ihr erklärt, dass er befürchtet, dass Freddy versucht in diese Welt zu kommen und alles was ihn vorher daran gehindert hat, waren die Freddy-Filme. Die Idee das „Böse“ in Schach zu halten, weil darüber gesprochen wird, weil es gezeigt wird – was verhindert, dass es sich ausbreiten kann, weil es ja bekannt ist und beobachtet wird (das ist jetzt eine sehr gekürzte Wiedergabe und ein verdammt genialer Gedankenansatz) wird interessant eingefangen.

Wirklich gut gelungen ist es auch über weite Strecken die Figur des Freddy Krueger wieder furchteinflößend zu machen. Die Schatten an den Wänden, die Andeutungen – es spielt sich hier ohnehin viel mehr im Schatten ab als in den vorigen Filmen. Wenn Dylan seiner Mutter seinen Beschützer (das Stofftier Rex, ein Saurier) zeigt, das von vier Krallenspuren aufgeschlitzt wurde, weil es Dylan im Traum beschützt hat, dann weiß man als Zuseher, dass er da einen guten Freund hat, der ihn tatsächlich vor Freddy schützt.

Wenn Heather dann später Rex findet – völlig und irreparabel zerfetzt, dann hat man einen Kloss im Hals, weil man genau weiß, was das nun bedeutet. Dazu braucht es kein Blut und keine zynische Wortmeldung seitens Freddy. Der ist bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch sehr wenig „wirklich“ vorgekommen.

Schade – und leider in meinen Augen missglückt – sind die neue Optik von Freddy Krueger (der mehr CGI aussieht als davor), der nun auch einen schwarzen Mantel trägt (die Idee warum können sich ohnehin alle denken) und das neue Design des Handschuhs. Es ist nämlich kein Handschuh mehr, sondern … ach, was soll’s?

Wirklich gut gefallen hat mir die Idee „Hänsel und Gretel“ in die Story einzubauen und darauf auch bis zu einem gewissen Grad aufzubauen, das verbindet für mich die „Geschichte des Films“ mit Geschichten aus dem (frei nach C.G. Jung) „kollektiven Unbewusstem“ und gibt dem Film eine interessante Meta-Ebene, von der ich nicht weiß, ob sie beabsichtigt war. Ist aber egal, denn gegen Ende vergisst Wes Craven dann, dass er einen ernsten Horrorfilm machen wollte und gleitet ebenfalls ins Comedy-Fach ab.

Schade. Aber bis dahin ist es einer der besseren (wenn man „echte Horrorfilme“ sehen will) Filme der Reihe. Über die Story-Idee kann man sicher lange diskutieren und ich finde es einen gelungenen (mehr oder weniger subtilen) Beitrag zum Thema „Medien und Gewalt“, wobei ich da eher die Beiträge der Dokus auf der DVD (von Craven, Clive Barker und anderen) als Denkanstoß gebraucht habe, als den Film selbst. Auch wenn dieser nicht gerade subtil daher kommt.

„Wes Craven’s New Nightmare“ bekommt von mir 7,5 von 10 möglichen, die Ernsthaftigkeit zurückbringende, Punkte.


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