Dumm und Dümmehr – Dumb and Dumber To (Filmkritik)

Lloyd (Jim Carrey) ist nie über seine große Liebe Marry hinwegbekommen und hat die letzten zwanzig Jahre teilnahmslos in einer psychiatrischen Anstalt verbracht. Das hindert seinen Freund Harry (Jeff Daniels) aber nicht daran, ihn jede Woche zu besuchen. Als Harry Lloyd erzählt, dass er möglicherweise bald sterben wird, wenn er nicht eine Spenderniere bekommt, wird der plötzlich munter und das dynamische Duo macht sich daher auf die Suche nach Harrys Tochter – das Chaos beginnt.

Dumb and Dumber To

Als „Dumm und Dümmer“ im Jahr 1994 unter der Regie der Farrelly-Brüder in die Kinos kam, war der Film ein Hit, der mit einem moderaten Budget von siebzehn Millionen Dollar immerhin 250 Millionen wieder einspielen konnte. Knappe zehn Jahre später kam mit Dumm und Dümmerer die Vorgeschichte der beiden Hirnis in die Kinos, die hier von zwei anderen Darstellern (Eric Christian Olsen als Harry und Derek Richardson als Lloyd) dargestellt wurden.

Anders als bei dieser Vorgeschichte, bei der Troy Miller die Regie übernahm, sind an dieser Stelle wieder die Farrelly-Brüder am Werk, um ihrer Schöpfung noch einmal neues Leben einzuhauchen. Dabei versuchen sie vermutlich auch der eigenen Karriere neues Leben zu verleihen, denn abgesehen von „Verrückt nach Mary“, waren die filmischen Erfolge seither eher rar gesät.

Dann gibt es da noch Jim Carrey (Kick-Ass 2), dessen fetten Jahre ebenfalls vorbei zu sein scheinen. War er früher ein gefragter Comedian, der die Massen scheinbar mühelos auf seine exzentrische Art und vielen Grimassen unterhalten konnte, fristet er derzeit ein vergleichsweise tristes Dasein in diversen Nebenrollen (wenn überhaupt).

In Verbindung mit „Dumm und Dümmehr“ kommt mir irgendwie die Redewendung „Ich bin alt und brauche noch Geld…“ (oder so ähnlich) in den Sinn. Da ich bereits vorab nur das Schlimmste angenommen habe, habe ich mir die Unterstützung eines britischen Abenteurers, den man schlichtweg unter dem Namen Captain Morgan kennt, geholt.

Nein im Ernst. Ich wusste, dass das was mich erwartet seelische Schmerzen verursachen würde und habe dementsprechend versucht, mein Leiden mit dem alkoholischen Getränk meiner Wahl prophylaktisch zu lindern. Ich war scheinbar auf alles vorbereitet und dennoch hatte ich das unterschätzt, was auf mich zukommen sollte.

Der Humor des Originals war, nennen wir es vorsichtig so, sehr leichte Unterhaltung. Auch wenn die Motive der meisten Beteiligten, was diese Fortsetzung betrifft, als klar egoistisch einzustufen sind, sollte man dennoch meinen, dass man in den circa zwanzig Jahren, seit Harry und Lloyd das erste Mal die Leinwand unsicher gemacht haben, genug Zeit hatte, um eine witzig spritzige Geschichte zu erarbeiten.

Leider ist es nicht so, dass eine Geschichte automatisch besser wird, nur weil unzählige Jahre zwischen zwei Filmen eines Franchise liegen (wie Indiana Jones mit einem inoffiziellen vierten Teil eindrucksvoll bewiesen hat). Auch „Dumm und Dümmehr“ macht es sich diesbezüglich in erster Linie sehr einfach und wärmt einfach die Geschichte des Originals als Light-Version (Light in Bezug auf die Qualität) wieder auf.

Dabei wirkt das Konzept wie eine Mischung aus Wiederholung und Ideen, die beim ersten Teil übrig geblieben sind und ihren Weg irrtümlich nicht in die nächste Mülltonne gefunden haben. Der Film an sich und besonders der Humor präsentiert sich weniger als lustige Komödie, sondern wirkt viel mehr wie einer dieser unaussprechlichen Parodie-Filme wie „Die Pute von Panem“ (der noch einer der besseren Vertreter seiner Art ist.

Der durchschnittliche Gag ist wahlweise tief unter der Gürtellinie angesiedelt, boshaft oder beides. Ich konnte während des gesamten Films genau einmal herzhaft lachen und selbst die Szene war über alle Maßen doof. Zum besseren Verständnis um welche Szene es sich handelt: Harry und Lloyd bekommen von Harrys alter Flamme (und Mutter seiner Tochter) einen Brief, auf dem sich die Adresse von Harrys Tochter befindet.

Nachdem sie eine Weile unterwegs waren klopfen sie an die Tür und Harry stellt fest, dass seine Tochter eine gewaltige Ähnlichkeit mit ihrer Mutter hat (nur um Sekunden später darauf hingewiesen zu werden, dass er zur falschen Adresse gefahren ist und sich die Adresse seiner Tochter auf der anderen Seite des Briefumschlags befindet…).

Wenn man den Film etwas zu Gute halten kann, dann dass es Jim Carrey und Jeff Daniels scheinbar mühelos gelingt, in ihre alten Rollen zu schlüpfen. Die beiden verkörpern ihre jeweilige hohle Nuss auch nach knapp zwei Jahrzehnten immer noch perfekt. Was den Film dann aber noch einmal ein Stück weit unsympathisch macht, ist die Inszenierung eines Hauptcharakters.

„Dumm und Dümmer“ war ein Film über zwei doch irgendwie liebenswerte Vollidioten. In ihrem neuesten Abenteuer wirkt aber vor allem Jim Carrey als Lloyd in erster Linie gemein, wofür er bei gewissen Gelegenheiten aber auf die Fresse bekommt. Jeff Daniels (Looper) wirkt vor allem im Vergleich sympathisch, auch wenn das gemeinsame Abenteuer in erster Linie aus egoistischen Gründen startet.

Alles in allem ist „Dumm und Dümmehr“ eine Fortsetzung, die lange auf sich warten ließ und die dennoch keiner braucht. Der Film ist über große Teile einfach nicht lustig und wirkt stellenweise sogar so, als versuche man das Original zu parodieren. Jim Carrey und Jeff Daniels finden zwar problemlos zu ihren bereits bekannten Rollen zurück, was an dieser Stelle dennoch nicht hilft.

Der Film „Dumm und Dümmehr“ bekommt 2/10 es hoffentlich dabei belassende Empfehlungspunkte.


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