Black Mass (Filmkritik)

James „Whitey“ Bulger (Johnny Depp) ist der Anführer der Winter Hill Gang, die das organisierte Verbrechen in South Boston kontrolliert. Als ihm sein alter Kumpel und mittlerweile FBI-Agent John Connolly (Joel Edgerton) die Zusammenarbeit anbietet, wird Bulger kurz darauf Informant und nutzt seine neuen Verbindungen, um zu einem der mächtigsten Gangster von Boston aufzusteigen.

Black Mass

Regie bei dieser auf vergangenen Geschehnissen basierenden Geschichte führt Scott Cooper, dessen Arbeit man möglicherweise von Filmen wie „Crazy Heart“ und „Out of the Furnace“ kennt. Der Film basiert lose auf dem Buch „Black Mass: The True Story of an Unholy Alliance Between die FBI and the Irosh Mob“, das für den Film überarbeitet wurde.

Gleich vorweg schicken muss ich an dieser Stelle, dass ich mit diesem Film nichts anfangen konnte. Ich empfand es auf mehreren Ebenen mühsam ihn mir anzusehen und bin der Meinung, dass man hier in vielfältiger Weise versagt hat. Das liegt nicht zwangsläufig am Thema, denn es gibt Biopics und Gangsterfilme, die mir sehr wohl gefallen! Aber woran liegt es dann hier?

Das Leben eines „echten“ Menschen, und hier besonders die interessanten Highlights, in einem nur zweistündigen Film unterzubringen, kann eine Herausforderung sein. „Black Mass“ wirkt hier in mehrfacher Hinsicht überfordert und verloren. Man beleuchtet dabei einen längeren Zeitraum und irgendwie fehlen sowohl brauchbare Höhepunkte, als auch ein nachvollziehbarer roter Faden.

Johnny Depp (Mortdecai) erhielt einiges an Vorschuss-Lorbeeren für seine Rolle als James Bulger. Irgendwie schien er begriffen zu haben, dass die Leute keine Lust mehr auf seine irren Rollen haben und dennoch scheint er sie hier wieder zu spielen. Der einzige Unterschied scheint der ausbleibende überzogene Humor zu sein, der an dieser Stelle restlos gestrichen wurde. Stattdessen scheint man beweisen zu wollen, was für ein brutaler Verbrecher Bulger war.

Depp gibt sich hier entsprechend grimmig, um nicht zu sagen furchteinflößend, und ist dabei scheinbar vom ersten Moment an zum Scheitern verurteilt. Hier kommt ein Umstand zum Tragen, auf den er vermutlich nur begrenzt Einfluss hatte: Die Maske. Keine Ahnung welcher Schulabbrecher eines Maskenbildners hier engagiert wurde, aber das Ergebnis sieht furchtbar aus.

Nicht nur die vermeintlich blauen Augen wirken hier auf den ersten Blick fake, sondern auch das restliche Gesicht, dass so aussieht, als hätte Depp hier eine Menge Plastik im Gesicht, das dort so auf keinen Fall hingehört. Als Bulger sticht Depp dadurch deutlich aus der Masse heraus und zerstört auf diesem Weg leider die Illusion des Gezeigten.

Die restlichen Rollen wirken, obwohl zum Teil hervorragend besetzt, durch die Bank blass. Dass Schauspieler wie Benedict Cumberbatch (The Imitation Game), Corey Stoll (Ant-Man) oder Kevin Bacon (X-Men: First Class) etwas von ihrem Handwerk verstehen, ist eigentlich bekannt und gerade deswegen ist es schade, wie sehr sie hier untergehen.

Nun könnte man argumentieren, es würde an der Screentime liegen. Da möchte ich jedoch widersprechen, denn dem Kollegen Joel Edgerton (The Thing) geht es auch nicht besser. Selbst Bulgers Familie kann, obwohl sie anscheinend einen nicht unwesentlichen Teil in seinem Leben gespielt hat, hier so gar keinen Eindruck hinterlassen.

Insgesamt kann ich nur jedem raten, einen Bogen um diesen Film zu machen. Man leistet sich grobe Schnitzer vor allem bei der Geschichte und der optischen Inszenierung. Johny Depps Versuch eine ernste Rolle zu spielen ist zwar lobenswert, aber gescheitert.

Der Film „Black Mass“ bekommt 3/10 Bosten nicht in Angst und Schrecken versetzende Empfehlungspunkte.


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