The Gift (Filmkritik)

Das Ehepaar Simon (Jason Bateman) und Robyn Callum (Rebecca Hall) ziehen in einen Vorort in Los Angeles. Während eines Einkaufs treffen sie auf Gordon Moseley (Joel Edgerton) und laden ihn zum Essen ein. In weiterer Folge wird Gordon den Cullums gegenüber immer aufdringlicher, woraufhin Simon ihm gegenüber den Wunsch äußert, alleine gelassen zu werden. Doch Gordon hat andere Pläne und ein Geheimnis, dass ihn mit Simon verbindet.

The Gift

An dieser Stelle feiert Joel Edgerton sein Regiedebut. Für „seinen Film“ schrieb er sich auch gleich noch eine der Hauptrollen auf den Leib. Das Ergebnis konnte Kritiker und Zuschauer gleichermaßen überzeugen und ein Vielfaches seines Budgets wieder einspielen. Nun habe ich den Film auch gesehen und bin mir nicht ganz sicher, ob dieses Lob in der Form gerechtfertigt ist.

Für sein Debut hatte sich Edgerton viel vorgenommen und ließ sich für seine Geschichte unter anderem von Größen wie Alfred Hitchcock und Michael Haneke inspirieren. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen, dennoch gibt es einige schwerwiegende Unklarheiten. Eines gleich vorweg: Simon und Gordon kennen sich von früher.

Das Geheimnis, was die beiden nun genau verbindet, wird in mühevoller Kleinstarbeit gelüftet und irgendwie ist es dann auch eins von der Sorte, das dem Zuschauer nicht egal ist. Dennoch erscheint es unwahrscheinlich ruhig neben einer Person zu sitzen, dessen Leben man in der Vergangenheit aus Jux und Tollerei zerstört hat.

Auch sonst sind die Charaktere und deren Entscheidungen im weiteren Verlauf nur bedingt nachvollziehbar. Das ist insofern schade, da die beteiligten Schauspieler durch die Bank ihren Job sehr gut machen. Jason Bateman (Kill the Boss) als Simon zeigt sich beispielsweise von einer ungekannten, ernsten Seite. Der Teil seiner Rolle, der mit Händen und Füßen sein Leben und das seiner Frau verteidigt, funktioniert hervorragend.

Wo mich Bateman dann aber nicht überzeugen konnte, war der Aspekt des Raudies. Vermutlich habe ich einerseits zu viele Komödien mit dem Herren gesehen und andererseits hat der Film es nicht geschafft, diesen Teil seiner Rolle herauszuarbeiten. Rebecca Hall (Iron Man 3) gibt als Robyn die starke Frau mit Problem und verleiht ihrer Rolle dabei einen gewissen Charme.

Was ihrer Rolle leider deutlich unsympathisch macht, ist die Geschwindigkeit, mit der sie sich von ihrem Mann abwendet. Teilweise kommt das Gefühl auf, Simon und Robyn wären nicht lange verheiratet. Der Umstand, dass die Chemie zwischen den beiden Schauspielern hier nur bedingt funktioniert, hilft ebenfalls nicht.

Joel Edgerton (Black Mass) als Gordon hat eine sehr unheimliche Präsenz. Nach und nach wird dem Zuschauer klar, welche Spielchen Gordon mit den Callums (und hier vor allem Simon) spielt. Die Verbindung mit Simon, die erst im Laufe der Geschichte erklärt wird, macht den Charakter zusätzlich interessant und ein Stück weit unberechenbar.

Alles in allem ist „The Gift“ ein Film mit einer interessanten Prämisse, der auf Grund seiner erzählerischen Eigenwilligkeit, hinter seinem Potential zurückbleibt. Immerhin gelingt es dem Film gegen Ende eine dichte Atmosphäre aufzubauen, die aber bei genauer Überlegung, etwas zahnlos ist.

Der Film „The Gift“ bekommt aus diesem Grund 5/10 verschenkte Empfehlungspunkte.


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