Legend (Filmkritik)

Das organisierte Verbrechen war im London der sechziger Jahre nicht gerade zimperlich. Dennoch konnten sich die Brüder Reginald und Ronald Kray (Tom Hardy) durchsetzen und ein kriminelles Imperium aufbauen.

Legend

Der Film „Legend“ basiert auf dem Buch mit dem Titel „The Profession of Violence: The Rise and Fall of the Kray Twins“ des Journalisten John Pearson. Der Geschichte rund um die Krays nahm sich dann der Amerikaner Brian Helgeland an. Helgeland, auch wenn vor allem als Drehbuchautor tätig, ist bekannt für Filme wie „Ein Ritter aus Leidenschaft“ und „Payback“.

Diese beiden Filme haben schon einmal nicht viel gemeinsam. Beide sind auf ihre Art sehr gut gelungen und beweisen, dass Helgeland nicht nur Spaß versteht, sondern auch Action inszenieren und eine hervorragende Performance aus seinen Schauspielern herausholen kann. Wie bei den vorher erwähnten Filmen hat er dann auch an dieser Stelle das Drehbuch selbst geschrieben.

Was die Geschichte betrifft lässt es der Film generell gerne ruhig angehen. Man nimmt sich dabei vergleichsweise viel Zeit für die beiden Hauptcharaktere und deren Gefolge, verpasst aber die Gelegenheit, interessante Momente einzubauen. Stattdessen werden die nur kurz gestreift, so als würde jemand eine Seite aus einem Buch vorlesen, die er selbst gerade überfliegt.

Das Ende ist dann entsprechend zahnlos und verwendet den Abspann um dem Zuschauer zu erzählen, was letzten Endes aus den Krays geworden ist. Stilistisch treffen hier ebenfalls mehrere Elemente aufeinander. Helgeland hat hier anscheinend versucht, einen Film über die britische Unterwelt zu inszenieren, der aber in seiner Umsetzung deutlich amerikanisch wirkt.

Zwar wirken die Charaktere und das Setting authentisch, die Inszenierung tut es aber nicht. Hinzu kommt, dass die Filmmusik für sich genommen toll ist, aber im Zusammenhang mit dem Film hier und da etwas deplatziert wirkt. Dennoch gibt es mindestens einen Grund sich diesen Film anzusehen und das ist Tom Hardy (Mad Max: Fury Road).

Hardy muss an dieser Stelle die Geschichte so gut wie alleine tragen und das in doppelter Hinsicht. Dabei geht seine Verwandlung über Make Up und unterschiedliches Styling hinaus. Hardy ist wahlweise der elegante Schönling oder der verkrampfte Psychopath und wenn man es nicht besser wüsste, könnte man glauben, hier zwei unterschiedliche Personen vor sich zu haben.

Er schafft es, anders als Jonny Depp in „Black Mass“, hinter der Rolle zu verschwinden. Da verkommen die Kollegen, die ebenfalls gut sind, schnell zu Nebensache. Erwähnenswert sind Emily Browning (Sucker Punch), die als Frances die große Liebe von Reggie zum Besten gibt, während Taron Egerton (Kingsman) Ronalds homosexuellen Freund spielt.

Alles in allem ist „Legend“ ein Film mit einem interessanten Thema, dass jedoch bei der Umsetzung scheitert. Sehenswert ist jedoch die Performance von Tom Hardy, der in beiden Rollen auf unterschiedliche Weise zu glänzen vermag.

Der Film „Legend“ bekommt 6,5/10 die Londoner Unterwelt regierende Empfehlungspunkte.


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