Legend of Tarzan (Filmkritik)

Viele Jahre sind vergangen und inzwischen hat Tarzan (Alexander Skarsgård) den Dschungel hinter sich gelassen und lebt als Adliger John Clayton III, Lord Greystoke, mit seiner Frau Jane (Margot Robbie) in England. Als er Gerüchte vernimmt, dass die Einheimischen im Kongo, versklavt werden, kehrt er zurück. Dort wartet Captain Leon Rom (Christoph Waltz) auf ihn, um seinen grausamen Plan ins Rollen bringen…

legend of tarzan

Schon bevor „Legende of Tarzan“ veröffentlich wurde, wurden Gerüchte laut, dass Disney kein Vertrauen in den Film habe und deshalb den Starttermin verschoben habe. Grundsätzlich neige ich ja nicht dazu, solchen Gerüchten Glauben zu schenken, doch hier hielten sie sich so hartnäckig, dass an ihnen fast was dran sein musste.

Für einen Film, der angeblich ein Budget von 180 Millionen Dollar hatte, sieht er stellenweise gar nicht gut aus. Die Qualität der Special Effects variiert stark und nachdem man aus dem Haus der Maus vor kurzem mit „The Jungle Book“ einen Film mit tollen Effekten gesehen hat, war ich hier schon ein Stück weit enttäuscht. Szenen in denen Tarzan durch die Baumkronen läuft sehen unfertig aus und die Gorillas, Tarzans Familie, sind schlecht animiert.

Vom Plot her wirkt „Legend of Tarzan“, als ob ein Stück fehlt und zwar ein sehr interessanter Teil. Die Entstehungsgeschichte von Tarzan wird nur via Flashbacks erzählt, was schade ist, denn diese hätten wirklich Potential gehabt. So wirkt der Film wie ein Sequel zu einem Film der nie existiert hat. Regisseur David Yates (Harry Potter and the Deathly Hallows 1 & 2) versuchte aus Tarzan eine komplexe Figur zu machen, was aber nur teilweise funktionierte. An vielen Stellen wirkt der Film für einen Disney Film erstaunlich erwachsen, zB wenn Tarzan von seinem Gorilla Bruder ordentlich verkloppt wird und sich danach seine Bisswunde mit Wanderameisen versorgen lässt.

Christoph Waltz muss in Zukunft wirklich aufpassen, denn in letzter Zeit sieht man den charismatischen Österreicher immer in sehr ähnlichen Rollen, in denen er leider meistens schmierige Bösewichte (Spectre, Horrible Bosses 2, Big Eyes) spielt. Als Leon Rom konnte er mich nicht überzeugen und wirkte fast wie eine Karrikatur.

Alexander Skarsgård (Zoolander 2), vielen durch die Vampir-Serie „True Blood“ ein Begriff, hat mit „Legend of Tarzan“ seine erste große Rolle in einem Kino-Film und irgendwie wundert es mich, dass Disney in einem so teuren Film einen eher unbekannten Schauspieler castete. Der Film beginnt damit, dass Tarzan inzwischen als John Clayton III, Lord Greystoke gemeinsam mit seiner Frau Jane in England lebt. Skarsgård schafft es beide Aspekte seiner Rolle gut darzustellen, sei es der steife Adelige, oder den wilden Menschen aus dem Dschungel. Ich bin mal gespannt, in welchen Rollen er noch zu sehen sein wird.

Margot Robbie ist eindeutig auf dem aufsteigenden Ast. Die Australierin wurde durch ihre Rolle als Frau von Leonardo DiCaprio in „The Wolf of Wall Street“ bekannt und wird demnächst in „Suicide Squad“ als Harley Quinn zu sehen sein. Als Jane ist sie nicht auf den Mund gefallen und ist ein bisschen eine Emanze. Sie lässt sich von Männern nichts sagen und hat ordentlich Mumm, was man erkennt, als sie Rom energisch die Stirn bietet und ihm ins Gesicht sagt, wie wenig sie nun von ihm hält.

Samuel L. Jacksons (The Hateful Eight) Figur fungiert hauptsächlich als Comic Relief, trägt aber ansonsten eher wenig zu der Handlung bei, außer das er die Handlung insofern voran bringt, dass er Tarzan überzeugt in den Dschungel zurück zu kehren. Jacksons George Washington Williams, früherer Kämpfer im Amerikanischen Bürgerkrieg ist übrigens eine echte historische Figur.

Fazit: Ein Film der viel Potential gehabt hätte, mich aber leicht enttäuscht hat. Dennoch hatte ich beim sehen meinen Spaß.

Dieser Film bekommt von mir 6,5/10 sich durch Lianen schwingende Punkten


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