Street Fighter: The Legend of Chun-Li (Filmkritik)

Chun-Li hat eine wunderschöne Kindheit in der sie außer dem Klavierspielen vor allem eine Hobby hat, nämlich mit ihrem Vater die Kampfkunst Wushu trainieren. Ihr Glück erleidet jedoch ein plötzliches Ende, als der skrupellose Geschäftsmann Bison (Neal McDonough) und sein Handlanger Balrog (Michael Clarke Duncan) ihren Vater entführen um dessen weitverzweigte Geschäftsverbindungen ausnützen zu können.

Einige Jahre später ist Chun-Li (Kristin Kreuk) eine bekannte Konzertpianistin die mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen hat. Eine geheimnisvolle Schriftrolle führt sie unerwarteterweise zu einem mysteriösen Kampfmeister namens Gen (Robin Shou), der ihr verspricht sie so auszubilden, dass sie Bison schlagen kann und ihren Vater (der noch am Leben sein soll) zurückbekommen wird. Da ihre Mutter an Krebs verstorben ist hat Chun_Li nichts zu verlieren und so lässt sie ihr altes Leben hinter sich und verschreibt sich ganz dem Training für ihren Gegenschlag. Gleichzeitig ist der Interpol Agent Charlie Nash (Chris Klein) mit Hilfe der örtlichen Polizei in Form von Det. Maya Sunee (Moon Bloodgood) Bison ebenfalls auf den Fersen und falls sie sich nicht gegenseitig behindern, könnten sie Chun-Li im Kampf gegen das Verbrechen sogar behilflich sein.

Street Fighter The Legend of Chun Li Film Cast

Die Erfolgsgeschichte von Street Fighter begann bereits 1987 mit dem allerersten Videospiel der Serie. Seitdem gab es einige weitere Teile für verschiedenste Plattformen – Comicserien, Animes und Spielfiguren setzen den Erfolg der von Capcom entwickelten Erfolgsgeschichte weiter fort. 1994 folgte die erste Realfilmversion mit Jean Claude van Damme in der Hauptrolle und der gesamte Film war ziemlicher Schrott der nur Trashfans Freude bereitete und auch finanziell ein Misserfolg war. 2009 wollte man es wieder wissen und wagte mit Street Fighter: The Legend of Chun-Li den zweiten Versuch Street Fighter erfolgreich ins Kino zu bringen. Das Budget war zwar hier höher und auch die Anzahl der bekannten Schauspieler, doch wurde der Flop nur umso grösser.

Regisseur Andrzej Bartkowiak wäre ja eigentlich bereits ein Profi darin asiatische Kampfkunst mit amerikanischem Style zu einem oberflächlichen aber sehr unterhaltsamen Mix verschmelzen zu lassen. Er hetzte bereits Jet Li durch Romeo Must Die und Cradle 2 the Grave, er brachte Steven Seagal während seiner Flopphase mit Exit Wounds trotzdem wieder erfolgreich ins Kino und er hat mit der Doom Verfilmung (mit Dwayne Johnson und Karl Urban) auch schon eine Computerspielverfilmung als Übung hinter sich. Über die Qualität seiner Filme lässt sich zwar streiten aber ordentlich Spass haben sie alle gemacht. Auch Chun-Li macht Freude, doch leider nicht wirklich absichtlich.

Ich geh hier mal gar nicht erst auf die Idee ein, das man hier einen realistischeren Weg gewählt hat, da Van Dammes Film ja nicht zuletzt wegen seiner Nähe zum Spiel so herrlich lächerlich war und ein ernsterer, nüchterner Weg ja für Batman oder etwa James Bond sehr gut funktioniert hat. Wenn man aber schon realitätsnäher sein will dann bitte nicht so, indem man lauter comichafte Charaktere nimmt und sie in einer Form aufeinander loslässt, in der man sie unmöglich ernst nehmen kann.

Die Charakterzeichnug der einzelnen Personen ist hier quasi nichtexistent bzw. so klischeehaft, dass es schon weh tut. Ich frage mich auch für wie moralisch ambivalent der Regisseur uns Zuseher hält, wenn er seine Hauptheldin einen ziemlich bösen aber wehrlosen Mann das Genick brechen lässtt und sie trotzdem als völlig durch und durch guten und sympathischen Menschen präsentiert. Ist doch nur eine Computerspielverfilmung als Ausrede lasse ich da auch nicht gelten, denn sowas hätte uns nicht mal Uwe Boll in seinen schlechtesten Zeiten aufgetischt.

Was auch sehr schlecht ist sind die Kämpfe. Jeder Kampf wirkt wie zusammengekürzt für einen Trailer des Films, nur das nie mehr kommt. Alles hat man schon tausendmal besser bzw. spektakulärer gesehen, die oft zu schnellen Schnitte zertören dann auch noch den letzten Hauch von Coolness.

Vor dem Film war ich mir nicht sicher ob Kristin Kreuk eine gute Schauspielerin ist.
Nach Betrachten des Filmes weiss ich es noch immer nicht. In manchen Szenen wirkt sie einfach unglaubwürdig, in anderen Einstellungen glaub ich doch wieder dass sie es kann.
Furchtbar ist übrigens Chris Klein, der so angestrengt lässig sein will und dabei mit so pseudocoolen Sprüchen um sich wirft, dass ich mir wirklich gewünscht hätte, er würde doch endlich sterben.

Positiv viel Neal McDonough als ultraböser Bison auf, er machte seine Sache echt sehr gut und man bekommt einen echten Hass auf ihn, wobei seine eiskalten Augen für zusätzliche Gänsehaut sorgen. Moon Bloodgood hatte zwar schon einige bessere Rollen doch hier muss sie hauptsächlich einfach nur gut aussehen und das kann sie ausgezeichnet.

Insgesamt ein Film der sicherlich nichts für Fans (ich bin übrigens keiner) der Street Fighter Spiele ist. Viele coole Momente wirken außerdem nur angestrengt und die teilweise übertriebene Ernsthaftigkeit hat meiner Meinung nach in diesem Film auch nichts zu suchen. Hier wurde viel Potential einfach nicht genutzt und das ist für mich der ärgerlichste Teil an der ganzen Geschichte. Komischerweise hatte ich irgendwie trotzdem meinen Spass, keine Ahnung woran das nun wirklich lag.

Street Fighter: The Legend of Chun-Li bekommt von mir 4,5/10 verschenkte Empfehlungspunkte.


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