Countdown (Filmkritik)

Ray Fitzpatrick (Dolph Ziggler) ist ein Polizist, der die Regeln gerne ein wenig dehnt, wenn er am Ende dafür seinen Auftrag erledigt hat, die Guten gerettet sind und die Bösen hinter Gittern sitzen. Damit bereitet er aber nicht nur seinem Boss Lt. Cronin (Glenn ‚Kane‘ Jacobs) Probleme, auch einige Partner hat er schon verschlissen und keiner will mit ihm arbeiten.

Zusätzlich beginnt auch noch Julia Baker (Katharine Isabelle) von der Internen gegen ihn zu ermitteln und er wird vorübergehend suspendiert. Als jedoch ein kleiner Junge entführt wird und sich der Entführer direkt an Ray wendet, liegt es an ihm zu beweisen, dass er allen Beschwerden zu trotz, doch ein guter Cop ist. Dabei bekommt er unerwartet Hilfe von Julia, die ihre persönlichen Differenzen gerne vorübergehend auf Eis legt.

Countdown

Nachdem der Vertrag der WWE-Studios mit FOX abgelaufen war, wurde Lionsgate der neue Partner und „Countdown“ ist der aktuelle Vertreter der sogenannten „Action-Six-Pack“ Serie. Die großteils wohl für Wrestling-Fans produzierten Filme (ich habe seit 20 Jahren nichts mehr aus dem Ring gesehen) sehe ich mir ja gerne an, weil ich Fan von unterhaltsamen B-Movie Actionfilmen bin und sowohl die „12 Rounds“ aber vor allem die „Marine“ Filme der WWE-Studios, durchaus einen klaren Spaßfaktor besitzen.

Regisseur John Stockwell (In The Blood) hat ja schon einige Erfahrung mit dem Genre gesammelt, wobei seine Arbeiten qualitativ stark schwanken und ich sein Werk „Dark Tide“ furchtbar langweilig fand. Auch zum letzten Film der WWE-Studios – 12 Rounds Lockdown – konnte ich nicht viel positive Worte finden. Diese Einleitung soll nur verdeutlichen, dass meine Erwartungshaltung nicht sonderlich hoch war. Tja, was soll ich nun nach Sichtung des Abenteuers sagen? Gut ist sicher was anderes, aber langweilig ebenso.

Wie Dolph Ziggler, der mit seinen langen blonden Haaren und seinem „ich bin besser als du“ Grinser durchaus zum Schmunzeln anregt, das Gesetz dehnt, ach was eigentlich permanent bricht, das hat schon was. Ist fast wie eine Satire. Die Russen sind wieder die Bösen und diplomatische Immunität gilt nicht für Fragen die gestellt werden, während man einen Brieföffner im Oberschenkel stecken hat. Einem Partner, der verdächtig nach Cop aussieht, dem schießt man dann auch einfach ohne Absprache in Herznähe in die kugelsichere Weste, um den Gangster alle Zweifel zu rauben und ihn in die Falle zu locken, Hauptsache das Ergebnis passt.

Auch die obligatorische tragische Komponente begleitet unseren Helden und (ach wie überraschend) gerade deswegen ist er genau der richtige Mann für den Job. Ziggler überzeugt dabei durch seine schnellen Tritte und sonstigen Bewegungen in den Action-Szenen (im Vergleich mit anderen WWE-Stars meine ich natürlich, nicht im Vergleich mit Martial Arts Kämpfern) und die „ich habe auch ein großes Herz unter meiner coolen Fassade“ Masche, die habe ich ihm durchaus abgekauft. Ein paar kurze Schießereien und Verfolgungsjagden, schon sind alle typischen Bereiche abgedeckt.

Zahlreiche WWE-Stars huschen dann in einer Szene durchs Bild, in der Live-Kämpfe stattfinden, da dort (natürlich rein zufällig) der Bösewicht eine Geldübergabe geplant hat. Kane, den ich bisher nur als irren Killer aus den beiden See No Evil Filmen kannte, der war für mich im Prinzip die größte Überraschung. Mit Haaren am Kopf und einem von der Aufmüpfigkeit seines Angestellten genervten Gesichtsausdruck, gibt er den leicht grantigen Chef, der Probleme gar nicht zu schätzen weiß.

Katherine Isabelle (American Mary, Ginger Snaps) ist nach See No Evil 2 zum zweiten Mal für die WWE-Studios tätig und hat hier eigentlich nicht viel zu tun. Ihr Geplänkel mit Ziggler, dass erfreulicherweise nicht auf ein typisches „was sich liebt das neckt sich“ Ende hinausläuft, machen aber vor allem zu Beginn richtig Spaß. Auch Josh Blacker ist nach The Marine 4 wieder dabei und sein Part als egoistischer Detective ist nur dafür da, um der Hauptfigur das Leben schwer zu machen, was er ziemlich gut drauf hat.

Insgesamt daher wieder mal ein Fan-Produkt, dass eben genau diese wohl am Meisten zufrieden stellen wird. Ziggler hat klare Qualitäten, ich würde ihn von der Art und dem Auftreten als „Retro-Actionhero“ bezeichnen und was er alles aufführt ohne jegliche Konsequenzen, das ist einfach pure Fantasy (oder Science Fiction, oder so). Ich wurde nicht schlecht unterhalten, wobei gerade hier die Tatsache, dass man immer wieder auf die Metaebene gerade zu geschleudert wird, das Erlebnis erweitert und nicht zerstört hat.

„Countdown“ bekommt von mir 5,5/10 keine Zweifel an der rechtzeitigen Rettung des Jungen habende Empfehlungspunkte.


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