The Marine 5: Battleground (Filmkritik)

Nachdem er bereits am ersten Tag seines letzten Jobs Pech in Form einer Horde von seinen Schützling umbringen wollenden Schurken hatte, versucht Ex-Marine Jake Carter (Mike ‚The Miz‘ Mizanin) sein Glück nun als Rettungssanitäter. Nur noch Menschenleben retten statt sie zu nehmen sozusagen. Als er an seinem ersten Tag gemeinsam mit seiner Partnerin Zoe (Anna Van Hooft) in eine gerade gesperrte Parkgarage gerufen wird, hätte er es eigentlich schon wissen müssen.

Der angebliche Herzinfarkt des sich dort befindenden Mannes namens Cole (Nathan Mitchell) ist eine Schussverletzung und die Biker-Gang die ihm diese Wunde verpasst hat, ist ihm auf den Fersen. Als sie eintreffen, alle Ausgänge blockieren und damit drohen alle umzubringen falls Cole nicht ausgeliefert wird, liegt es wieder mal an Jake den Tag zu retten.

Die „The Marine-Franchise“ ist ja die bisher langlebigste der WWE-Studios. Mit John Cena hat im Jahr 2006 alles begonnen und Ted DiBiase Jr. folgte ihm kurz darauf im zweiten Teil. Mittlerweile sind diese Filme zur ‚The Miz‘ Show geworden, der im Abstand von zwei Jahren, nach Homefront und Moving Target, nun bereits sein drittes Abenteuer bestreitet. Regie führte dieses mal James Nunn (Eliminators), der im Action-Genre schon einige Erfahrung gesammelt hat.

Bis jetzt haben sich die Marine-Filme für mich immer mehr gesteigert und ich hatte mit Teil 4 bisher den größten Spass. Das aktuelle Abenteuer kommt jedoch an zu vielen Stellen ins Stolpern und würde ich The Miz in dieser Rolle nicht mögen, hätte er mir sicherlich noch weniger gefallen. Dass die typische Marine-Formel geändert wurde – nun beschützt er einen Mann statt einer Dame – ist dabei noch egal, aber andere, abgesehen vom Ring im Schauspiel unerfahrene Wrestling-Stars als Bösewichte zu besetzen, das ist keine so gute Idee gewesen.

Ich verstehe schon, man kann gut damit werben: The Miz vs Bo Dallas, Heath Slater, Curtis Axel und Naomi (das Herz des geneigten Wrestling-Fans, macht da wohl Sprünge). Sie als Handlanger zu besetzen, wäre auch in Ordnung gewesen, doch vor allem Bo Dallas als eigentlicher „Hauptfeind“, hat einfach viel zu wenig Charisma und zu wenig schauspielerisches Talent. Dadurch freut man sich nicht auf die Auseinandersetzung mit ihm sondern hofft eher, dass der Spinner endlich verschwindet.

Die Kämpfe mit den WWE-Stars, gehören dann aber dennoch zu den Action-Highlights im Film. Dabei werden natürlich typische Moves eingesetzt, das Ganze wirkt schmutzig und eher wie ein Straßenkampf als wie Martial Arts, was aber durchaus passend ist. Vor allem Naomi kann dabei physisch überzeugen und macht Miz mit ihren schnellen Bewegungen, das Leben schwer. Was man sicher besser hätte nützen können, ist die Location. Die meiste Zeit spielt die Handlung ja in einem leeren Parkhaus.

Darüber ist ein Vergnügungspark, da flüchtet der Held dann auch am Ende hin, doch wer jetzt glaubt dass einige Attraktionen in die Fights auf innovative Weise mit eingebunden wurden, der irrt sich. Nicht dass die früheren Teile gerade zimperlich waren, aber so blutig wie hier, musste der Marine bis jetzt noch nie vorgehen. Da die Bösen keine Ausstrahlung haben und man sich um den Helden und seinen Schützling keine Sorgen machen braucht (die überleben in so einem Film nämlich immer), führt die Brutalität zusätzlich dazu, dass man sich vom Geschehen distanziert.

Mike ‚The Miz‘ Mizanin als Jake Carter wirkt hier ernster, ja sogar der gesamte Film verzichtet gänzlich auf absichtlichen Humor. Schade, denn in Moving Target gehören die witzigen Momente, mit zu den besten Szenen. Nett finde ich, dass seine Frau Maryse wie bei Santas Kleiner Helfer, eine kleine Nebenrolle spendiert bekommen hat. Sympathisch sind Anna Van Hooft (Warcraft) als Sanitäterin und Nathan Mitchell (Arrow) als verletzter Cole, der zwar Mist gebaut hat, jedoch aus den richtigen Gründen.

Leider geht es daher vom Unterhaltungswert als Gesamtpaket innerhalb des Franchise wieder einen Schritt zurück, auch weil zunächst einiges an Zeit vergeht um die Figuren zu etablieren und dann wenn die Sache richtig losgeht, die Kämpfe alleine reichen müssten als Grund weiter zu schauen, da die meisten Figuren dem Zuschauer egal sind. Das schaffen sie dann jedoch nur bedingt. Falls es weiter gehen sollte: einfach wieder einen „echten Schauspieler“ als Bösen nehmen und auf den Humor nicht ganz vergessen, dann geht es sicher wieder bergauf.

„The Marine 5 Battleground“ bekommt von mir 5,5/10 das Vergnügen im Park nur in getrübter Form erlebende Empfehlungspunkte.

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