Warcraft: The Beginning (Filmkritik)

Draenor, die Heimatwelt der Orcs, liegt im Sterben. Mit Hilfe von Fel-Magie, die sich von lebenden Wesen ernährt, öffnet Gul’dan (Daniel Wu) ein Portal nach Azeroth, in die Welt der Menschen und schickt die besten Krieger hindurch. Dort sollen sie ein neues Portal bauen, dass, gespeist durch die Gefangenen, den Rest der Orcs in die neue Welt bringt.

Die Orcs beginnen Menschendörfer anzugreifen, doch nicht alle Orcs sind mit dieser Strategie einverstanden. Durotan (Toby Kebbell) sucht nach einem Weg Gul’dan zu stoppen und hofft auf die Hilfe der Menschen, mit denen er Frieden schließen will. Auf der anderen Seite stehen König Wrynn (Dominic Cooper) und sein Vertrauter Anduin (Travis Fimmel) vor der schwierigen Aufgabe das Königreich zu verteidigen.

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Jeder Nerd hat vermutlich schon einmal von Warcraft gehört. Es gibt unzählige Computerspiele, wobei „World of Warcraft“ zu den bekanntesten zählt, es gibt davon auch Kartenspiele, Romane und noch einiges mehr. Bereits 2006 wurde ein Film angekündigt, der 2009 erscheinen sollte. Scheinbar konnte man sich nicht auf eine Geschichte einigen, denn sogar zwei Jahre später war der Film nur eine Idee.

Zwischenzeitlich bot sich Uwe Boll (Rampage: Capital Punishment) an, wurde aber aus offensichtlichen Gründen zurückgewiesen. Später hieß es Sam Raimi (Spider-Man) würde die Regie übernehmen, er wurde jedoch Anfang 2013 durch Duncan Jones (Moon) ersetzt. Duncan änderte die Geschichte in eine, die die Geschehnisse sowohl aus der Sicht der Allianz als auch der Horde erzählt.

Für Jones war die Entstehung des Films gleich mit zwei persönlichen Schicksalsschlägen verbunden. Während den anfänglichen Dreharbeiten wurde bei seiner Frau Brustkrebs diagnostiziert und während der Fertigstellung starb sein Vater, David Bowie. Ob der Film dadurch gelitten hat lässt sich freilich schwer sagen, allerdings handelt es sich hier leider nicht um Jones bestes Werk.

Der Film beginnt aus der Sicht des Orc-Häuptlings Durotan, dessen Frau Draka hochschwanger ist. Die Heimatwelt der Orcs wurde durch Fel-Magie zugrunde gerichtet und liegt im Sterben. Gul’dan schickt die stärksten Krieger nach Azeroth mit dem Ziel zu einem späteren Zeitpunkt den Rest nachzuholen. Durotan sucht nach einem Weg Gul’dan zu stoppen, da er der Meinung ist sein Einfluss wäre nicht gut für die Orcs, während die Menschen nach einem Weg suchen mit der neuen Bedrohung umzugehen.

Schön an dieser Stelle ist, dass man darauf verzichtet hat die Orcs als Monster dazustellen. Wie bei „World of Warcraft“ sind sie normale Wesen mit nachvollziehbaren Beweggründen. Dennoch ist schnell klar, dass der eigentliche Bösewicht ein Orc ist und auf den Namen Gul’dan hört. Ebenfalls schön ist, dass an dieser Stelle einiges eingebaut wurde, das Fans der Computerspiele bekannt vorkommen sollte.

Wenn also sich ein Charakter auf nach Goldhein macht und unter der Brücke ein Murlock vor sich hin gurgelt, kennt man das genauso aus dem Spiel. Auch Zauber wie Teleportation und das Verwandeln von Personen in ein Schaf hat man so oder ähnlich vielleicht schon einmal selbst durchgeführt. Was seine Geschichten betrifft hat Warcraft einiges zu bieten.

Leider hat man sich hier scheinbar etwas zu viel vorgenommen. Man hat keine Zeit die Dinge vorab im Detail zu erklären und selbst das Ende wirkt so, als würde man die Story zu einem späteren Zeitpunkt weitererzählen wollen. Generell hat das Ende einen sehr bitteren Beigeschmack und der Zuschauer bekommt nicht das Gefühl es wäre ein glückliches gewesen.

Auch optisch hat die Welt von Warcraft einiges zu bieten. Die computergenerierten Effekte sehen zwar durchwegs sehr gut aus, wirken aber niemals echt genug um den Zuschauer täuschen zu können. Dennoch transportieren die entsprechenden Charaktere Emotionen erstklassig, etwa in Szenen in denen sich Orcs unterhalten.

Die Verbindung zwischen gefilmten und computergenerierten Elementen funktioniert dann in den wenigsten Fällen. Es ist beinahe immer klar, welche Elemente aus dem Computer stammen und welche es nicht tun. Wenn dann Menschen mit Orcs interagieren wirkt das aus diesem Grund dann irgendwie komisch.

Leider gibt es auch das Design betreffend einiges was nicht funktioniert. Zwar ist es schön, dass die Rüstungen so wirken als hätte man sie direkt dem Spiel entnommen, leider wirkt aber genau das irgendwie eigenartig. Vergleichsweise oft hat man das Gefühl es mit mittelmäßigen bis guten Cosplayern zu tun zu haben.

Die Schauspieler wirken oft so als würden sie gerade halbherzig ihren Text vorlesen. Besonders fällt das bei Ben Foster (Lone Survivor) auf, der den Zauberer Medivh zum Besten gibt. Dasselbe gilt leider ebenfalls für Dominic Cooper (Captain America) als König Wrynn und Paula Patton (Mission Impossible 4) als Halb-Orc Garona, auch wenn es bei den beiden nicht ganz so auffällt.

Der einzige der halbwegs von sich überzeugen kann ist Travis Fimmel (Vikings) als Vertrauter des Königs und Krieger Anduin. Fimmel wirkt in den Kampfszenen so dermaßen cool, dass seine schauspielerischen Leistungen schnell in den Hintergrund gedrängt werden.

Alles in allem ist „Warcraft“ ein Film mit Charme der einiges richtig macht, aber auch einiges an Verbesserungspotential besitzt. Hoffentlich gibt es eine Fortsetzung, da die Geschichte dieses Films unzufriedenstellend endet.

Der Film „Warcraft: The Beginning“ bekommt dennoch 7/10 den Frieden suchende Empfehlungspunkte.

Warcraft: The Beginning [Blu-ray]


von Duncan Jones [Universal Pictures Germany GmbH]
Preis: EUR 9,99

Warcraft: The Beginning


von Simon Duggan [Universal Pictures Germany GmbH]
Preis: EUR 7,90


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