Spider-Man (Filmkritik)

Peter Parker (Tobey Maguire) lebt bei seiner Tante May (Rosemary Harris) und seinem Onkel Ben Parker (Cliff Robertson). Peter ist ein schüchterner Sonderling, der an seiner Schule nicht gerade beliebt ist und heimlich in die Tochter seines Nachbarn, ein Mädchen namens Mary Jane (Kirsten Dunst), verliebt ist.

Doch alles ändert sich als Peter während eines Ausflugs von einer genetisch manipulierten Spinne gebissen wird. Ab diesem Zeitpunkt kann er an Wänden hochklettern, Netze spinnen und sich zwischen den Hochhäusern durchschwingen. Seine Kräfte braucht Peter dann auch, denn ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt verwandelt sich der Vater seines Freundes Harry, Norman Osborn (Willem Dafoe), durch einen Zwischenfall im Labor in den grünen Kobold.

Spider-Man 2002 Film

Nach dem Erfolg der „X-Men“ im Jahr 2000 gelang nur zwei Jahre später einem der bekanntesten Marvel-Superhelden der Durchbruch auf der Leinwand. Sony Pictures Entertainment erwarb die Rechte im Jahre 1999. Für die Regie waren unter anderem Roland Emmerich (White House Down), Ang Lee (Life of Pi), M. Night Shyamalan (After Earth) und David Fincher (Gone Girl) im Gespräch bevor es dann doch Sam Raimi werden sollte.

Zugegeben klingt beispielsweise ein Superheldenfilm von David Fincher äußerst interessant, aber man hat mit Raimi (Oz the Great and Powerful), den richtigen engagiert! Dessen Inszenierung oder besser gesagt Interpretation ist durchdacht und, auch wenn hier und da der Kitsch vergleichsweise groß geschrieben wird, auch ausgesprochen gut gelungen.

Zu Beginn verbringt der Zuschauer vergleichsweise viel Zeit mit Peter Parker dem Träumer, der wegen seiner nerdigen Art an seiner Schule nicht besonders beliebt ist. Er ist heimlich in die Nachbarstochter verliebt, die natürlich, wie sollte es auch sonst sein, nichts von ihrem Glück weiß. Doch dann findet der besagte Schulausflug statt, Peter wird von der Spinne gebissen und sein Leben ändert sich drastisch.

Er beginnt seine neuen Kräfte zu erkunden und freundet sich langsam mit der neuen Situation an. Der größte Unterschied zu den Comics dürfte sein, dass Peter keine Webshooter benötigt, sondern seine Spinnfäden lässig aus dem Handgelenk schießt. Als er versehentlich den Tod seines Onkels verursacht, muss er feststellen, dass mit großer Macht auch große Verantwortung folgt.

Irgendwie schafft es der Film im weiteren Verlauf diese eigentlich ernste Grundthematik mit ausreichend Humor und Action auszugleichen. Zeitgleich testet Norman Osborn ein Serum, dass ihm übermenschliche Kräfte verleihen soll. Leider hat dieses Serum auch massive Nebenwirkungen und machen ihm zum Schurken den man unter dem Namen „Grüner Kobold“ kennt.

Im Marvel-Universum hat Spiderman die wahrscheinlich interessantesten Schurken. Einer von ihnen ist der bereits erwähnte „Grüner Kobold“, der von Willem Dafoe (John Wick) zum Leben erweckt wird. Dafoe spielt die beiden Persönlichkeiten seiner Rolle perfekt und wechselt mehrfach augenblicklich vom vergleichsweise normalen Norman Osborn zum Kobold und wieder zurück.

Der Kobold sieht in Spiderman, der der einzige ist, der ihn aufhalten kann, natürlich eine Bedrohung und erklärt ihm am Ende warum nur Narren Helden sind…! Tobey Maguire als Peter Parker gibt sowohl den nerdigen Schüler, als auch den, dem Film seinen Titel spendenden Superhelden ausgesprochen gut. Darüber hinaus funktioniert er auch in emotional schweren Momenten ausgezeichnet.

Kirsten Dunst (New York für Anfänger) als Mary Jane Watson wirkt hinreißend, auch wenn das Drehbuch sie die meiste Zeit nur um Hilfe schreien hören will. Rosemary Harris als Tante May ist die personifizierte Liebenswürdigkeit während J.K. Simmons als J. Jonah Jameson (der leider im „The Amazing Spider-Man“ gefehlt hat) für ein unendliches Maß an Unterhaltung sorgt.

Die Action steigert sich stückchenweise und der finale Show-Down ist spannend und emotional. Begleitet wird das Geschehen immer perfekt mit der Musik von Danny Elfman, der es geschafft hat für diesen Film einen unverkennbaren Soundtrack zu kreieren.

Alles in allem ist „Spider-Man“ auch nach heutigen Maßstäben ein extrem gelungener Film, der das erste große Abenteuer des Marvel-Helden auf die Leinwand gebracht hat. Die Mischung aus Action, Kitsch und Emotion funktioniert überraschend gut. Unter anderem aus diesem Grund sollte das nicht Spidys letztes Abenteuer gewesen sein.

Der Film „Spider-Man“ bekommt 8,5/10 durch die Gegend schwingende Empfehlungspunkte.

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