New York für Anfänger – How to lose Friends and alienate People (Filmkritik)

Sidney Young (Simon Pegg) hat eine ziemlich treffsichere Waffe – seine Zunge. Gemeinsam mit ein paar getreuen Mitarbeitern gibt er das Magazin „Post Modern Review“ heraus, in dem er sich über die Welt der Schönen und Reichen lustig macht. Zu seinem Bedauern ist das Magazin kurz vor der Pleite, daher kommt ihm das Angebot von Clayton Harding (Jeff Bridges), dem Chefredakteur des Celebrity Magazins „Sharp “ gerade recht.

Begeistert vom Ungestüm Sidneys wirbt er ihn für sein eigenes Blatt an. Dort macht er sich nicht nur Freunde, wie etwa die ebenso hübsche wie sarkastische Alison Olsen (Kirsten Dunst). Nur langsam beginnt er zu verstehen, wie dieses Geschäft läuft und wird auch gut darin.

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„New York für Anfänger“ beruht auf den Memoiren des britischen Schriftstellers Toby Young. Young schildert darin wie er als junger Journalist in die Redaktion der Vanity Fair aufgenommen wurde und sie wegen seines ungebändigten Naturells, mangelnder Kompromissbereitschaft und einem etwas zu aufdringlichen Verhalten gegenüber Frauen nach einem halben Jahr schon wieder verlassen musste.

In Laufe des Films passieren ihm auf seiner Schaffensreise Missgeschicke, die jeden anderen vor Scham im Erdboden hätten versinken lassen, von ihm aber nur mit einem müden Schulterzucken abgetan werden. Stellenweise führt dies zu Gags, bei denen man sich immer wieder einreden muss: „Das ist dem guten Mann wirklich passiert. Nichts ist erfunden!“

Wie allerdings aus „How to lose Friends & alienate People“ (zu Deutsch „Wie man Freunde verliert und sich Menschen entfremdet) bei der Übersetzung „New York für Anfänger“ geworden ist, muss man sich aber doch fragen. Wieder einmal ein typischer Fall von Fehlübersetzung. Man hat auch davon abgesehen, den deutschen Buchtitel „High Snobiety“ zu verwenden.

Regisseur Robert Weide gelingt es nicht, der Geschichte des Journalisten wirklich Tiefgang und Ernsthaftigkeit zu verleihen und schafft es so nicht, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Anscheinend hat das Buch nicht gerade eine konventionelle Erzählweise und so schwächelt die filmische Umsetzung. Außerdem mutet es leicht wirr an, in einem Hochglanz-Magazin wie „Vanitiy Fair“ investigativen und ernsthaften Journalismus einführen zu wollen.

Ich mag Simon Pegg. Seit ich im Kino mehr oder weniger zufällig über den erstaunlich komischen, kurz gesagt einfach superben „Hot Fuzz“ gestolpert bin, bin ich ein Fan des Briten. Vor kurzen schlüpfte er erneut in die Rolle von Scottie in „Star Trek Into Darkness“. Pegg fühlt sich in Rollen wo er den gutmütigen Loser spielt sichtlich wohl, denn hier spielt er einen mit dem Hang in jedes, aber auch wirklich jedes Fettnäpfchen zu treten und sich wegen nichts, aber auch gar nichts zu genieren. Er ist sich dessen aber nicht wirklich bewusst und benimmt sich dementsprechend wie ein Elefant im Porzellan-Laden.

Kirsten Dunst (Spiderman 3)spielt souverän, wirkt aber in der Satire irgendwie fehl plaziert. Sie ist einfach zu brav um wirklich in die zynische Welt von „HTLFAAP“ zu passen. Jeff Bridges (Iron Man) spielt gekonnt den großen Macker und erinnert mit langer Mähne an vergangene Zeiten und Megan Fox (Transformers) spielt ein leicht unterbelichtetes Starlet – dürfte ihr nicht allzu schwer gefallen sein – dass Gillian Anderson (Johnny English Reborn) als ihre Agentin hat. Anderson darf als groteske PR-Domina zeigen, dass sie durchaus mehr kann, als Mulder bei seiner Suche nach Aliens zu unterstützen.

Fazit: Wieder mal ein Fall von gewollt, aber nicht ordentlich gekonnt. Stellenweise hat man durchaus Spaß, aber fremdschämen über weite Strecken ist kein Zeichen für einen qualitativ hochwertigen Film.

Dieser Film bekommt von mir 6/10 nicht fettnäpchenfreien Punkten.


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