Some Guy who Kills People (Filmkritik)

Ken (Kevin Corrigan) ist ein Verlierer. Nach einem gescheiterten Selbstmordversuch und dem anschließenden Aufenthalt in einer Irrenanstalt, arbeitet er durch die Hilfe eines Freundes in einem Eissalon, wobei er sich dabei immer wieder auch als wandelnde Eistüte lächerlich machen muss. Als plötzlich seine elfjährige Tochter Amy (Ariel Gade) vor ihm steht, die bis jetzt nichts von seiner Identität gewusst hat, ist Ken völlig überfordert.

Was wird seine Mutter dazu sagen, die ihm sein Hotel Mama Leben immer wieder mit zynischen Sprüchen versüsst? Was ist mit der hübschen Blondine, die eindeutig an mehr als nur Freundschaft mit ihm interessiert ist? Und was ist eigentlich mit den paar Schlägern vom früheren Highschoolteam, die Ken auf Grund eines dramatischen Erlebnisses aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit für sein gescheitertes Leben verantwortlich macht? Wollte er die nicht der Reihe nach umbringen? Na dann, möge das Morden beginnen.

Some Guy who Kills People Film

Regisseur Jack Perez hat nach Videopremieren wie „Wild Things 2“ und einigen TV-Filmen zuletzt einen – laut meines Kollegen Fireagent nur bedingt unterhaltsamen – Eintrag in unsere BestofWorstCase-Reihe gemacht, nämlich „Mega Shark vs Giant Octopus„. Was er nun aber mit seinem neuesten Werk abliefert ist wohl mit Abstand das Beste, was er jemals gedreht hat. Gekostet soll der Spaß nur 300 000 Dollar haben, was für Hollywoodverhältnisse ja ein lächerlicher Betrag ist. Man sieht dem Film seine kostengünstige Machart aber nie an, im Gegenteil, sie macht das Erlebnis gleich noch um eine Spur sympathischer.

„Some Guy who Kills People“ schafft gekonnt die Gradwanderung zwischen Drama und Humor, gemixt mit ein paar satirisch angehauchten Over the Top- Mordszenen. Das kann nicht funktionieren sagt ihr nun? Stimmt, meistens nicht, doch hier tut es das. Ich liebe ja so Filme wo man einerseits richtig traurig sein kann und andererseits dann wieder herzhaft lachen kann. Genau das passiert hier, besonders wenn der Sheriff beim Auffinden der Opfer wieder einen seiner emotional völlig jesnseitigen Sprüchen ablässt.

„You have an Asperin? I have a splitting headache.“ Sagt der Sheriff zu seinem Deputy als sie die Leiche mit dem gespaltenen Kopf finden, in dem eine Axt steckt. Sager wie „This was no accident“ und „Seems like something my ex wife would do“ folgen. Wie man sehen kann ist der Humor hier eher speziell und der Wortwitz funktioniert nur auf englisch richtig, darum hier wieder mal der Aufruf an alle, die der englischen Sprache mächtig sind: bitte den Film nur in der Originalsprache geniessen.

Vor allem ist es hier ein Kevin Corrigan Show, der schon in zahlreichen Filmen der eine Typ war, an den man sich zwar nicht erinnert, dessen Gesicht einem aber irgendwie bekannt vor kommt. Hier darf er endlich mal die Hauptrolle spielen und die ist ihm wohl auf den Leib geschrieben worden. Als unsicherer Loser, der einen miesen Job hat, noch immer bei der Mama wohnt, sogar zu blöd ist um sich umzubringen und seine Aggressionen gegenüber der Welt bzw. bestimmten Menschen in seinen Zeichnungen verarbeitet, zieht er alle Sympathien auf seine Seite. Ein Eigenbrötler, den ich gerne im wahren Leben als Freund hätte (keine Ahnug was das nun über mich aussagt).

Corrigans speziellen Charm, der ihn so ziemlich auf alles etwas langsamer reagieren lässt als andere Leute, ergänzt die Neuentdeckung Ariel Gade als seine Tochter perfekt mit ihrer frech-frischen Art, mit der sie für ziemlichen Schwung und auch emotionales Chaos bei ihrem Vater sorgt. Toll ist auch Barry Bostwick als irgenwie seltsamer aber überaus unterhaltsamer Sheriff sowie Karen Black als sarkastische Mutter und Lucy Davis als beziehungsgeschädigter aber unheimlich liebenswerter Love Interest.

Ein Film also der mich ausnahmslos positiv überrascht hat. Die tollen Performances des Casts funktionieren eigenständig doch ergänzen sie sich auch gegenseitig perfekt. Das trostlose Drama wechselt sich ab mit herrlicher Situationskomik, bissig-satirischen Sprüchen und kurzen, heftig überdrehten Bluteinlagen, die da eigentlich nicht dazupassen dürften, aber sich großartig ins Gesamtbild einfügen. Ein kleiner Film für kleine Leute, die immer schon mehr schlecht als recht nach Freude in ihrem Leben gesucht haben. Im Prinzip aber geht es nicht darum das utopische Glück zu suchen, sondern mit dem gut leben zu können, was man bereits hat bzw. erreichbar ist.

Some Guy who Kills People bekommt von mir 8,5/10 nach sämtlichen Rückschlägen beschädigt aber irgendwie auch stärker als zuvor wieder aufstehende Empfehlungspunkte.


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