Starbuck (Filmkritik)

Eigentlich ist David Wozniak (Patrick Huard) ein netter Typ. Leider schafft er es aber nicht auch nur das Geringste in seinem Leben auch nur im Ansatz auf die Reihe zu bringen. Das ist dann auch der Grund warum seine Freundin, die Polizistin Valerie (Julie LeBreton), die noch dazu ein Kind von David erwartet die Beziehung beenden will. Eines Tages bekommt David Besuch von einem Vertreter der Fruchbarkeitsklink, in der er früher unter dem Namen Starbuck sein Sperma gespendet hat, der ihm eröffnet, dass er 533 Kinder hat, von denen ihn 142 unbedingt kennen lernen möchten.

Starbuck Film

Nun also der Film, der von einem Mann handelt der mit seinen Kindern nicht nur eine Fußballmannschaft, sondern gleich eine ganze Liga stellen könnte. Gerüchten zu Folge soll der Film ja auf einer wahren Begebenheit basieren, wobei es mir nicht möglich war genaueres herauszufinden. Das macht aber in diesem Zusammenhang nichts, denn auch wenn die Geschichte bei genauerem Überlegen etwas weit her geholt scheint, spielt der Film mitten im Leben.

Patrick Huard als David Wozniak ist ein Taugenichts der es zu nichts gebracht hat – mit einer Ausnahme. Trotz seiner nicht abzusprechenden Unzulänglichkeiten mögen ihn die Leute. Er ist ein kompromisslos netter Mensch mit einem unglaublich großen Herzen, der selbst dann noch ein Lächeln auf den Lippen zu haben scheint, wenn die Handlanger des örtlichen Kredithais ihm in seiner eigenen Badewanne das Schwimmen beibringen möchten.

Während sich der Film zu Beginn genug Zeit nimmt um das klar zu stellen und um Davids Leben und die damit verbundenen Probleme zu Beleuchten ändert sich alles ein wenig als er beschließt seine Kinder kennen zu lernen – natürlich ohne ihnen zu sagen wer er ist. Da er jetzt gezwungen ist Verantwortung zu übernehmen kommt es wie es kommen muss und er beschließt sein Leben zu ändern – Stück für Stück.

Das erwartet euch also beim Sehen des Films. Zugegeben nicht amerikanische Filme sind anders – und ich meine anders ohne damit sagen zu wollen, sie wären besser oder schlechter. Sie haben ein geringeres Budget, verzichten daher auf Spezialeffekte oder den umfassenden Einsatz von Weichzeichnern in der Nachbearbeitung. In diesem konkreten Fall bekommt man in erster Linie das, was der Trailer schon zu versprechen scheint und zwar eine originelle Idee, umgesetzt in einem guten Drehbuch, damit verbunden ein erstklassiger Situationshumor, gespielt von (zumindest in unseren Breiten) unbekannten aber unglaublich talentierten Schauspielern.

Dabei ist der Film natürlich nicht nur unglaublich witzig inszeniert, sondern besticht auch durch eine unglaublich emotionale Tiefe, die in erster Linie durch familiären Zusammenhalt vermittelt wird. Auch wenn die Nebenrollen durch die Bank gut besetzt sind sticht doch Antoine Bertrand in der Rolle von Davids Freund und Anwalt am meisten heraus. Seine Ratschläge wie „Als dein Anwalt rate ich dir nicht mehr in Fruchbarkeitskliniken zu wixen“ oder „Such dir einen richtigen Anwalt!“ sind einfach legendär und gehören fast in eine eigene Zitatenliste.

Alles in allem ist Starbuck ein toller Film, der es sich erlaubt anders zu sein und nichts desto trotz bedingungslos empfehlenswert ist.

Der Film bekommt von mir 8/10 Empfehlungspunkte.


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