After Earth (Filmkritik)

Auf Grund schwerer Katastrophen hat die Menschheit die Erde vor langer Zeit verlassen und sich auf Nova Prime angesiedelt. Seit einiger Zeit befindet sich die Menschheit mit einer außerirdischen Spezies, deren gefürchtetste Waffe genetisch konstruierte Kampfbestien, genannt Ursa, zwar blind ist, dafür aber die Angst im Menschen förmlich riechen kann. Nur wenige, wie der Ranger-General Cypher Raige (Will Smith) schaffen es, die Angst aus ihrem Bewusstsein zu verdrängen, eine Technik die Ghosting genannt wird, um so für die Ursa unsichtbar zu werden.

Bei einem Trainingsausflug stürzen Cypher Rage und sein Sohn Kitai (Jaden Smith) auf einem unter Quarantäne stehenden Planeten ab und alle Besatzungsmitglieder sterben. Da Cypher schwer verletzt ist, muss sein Sohn Notfallsender alleine bergen. Es steht einiges auf dem Spiel, denn sollte er es nicht schaffen, werden beide sterben.

After-Earth

Anbei also der Film, der mancherorts schon als der schlechteste Film aller Zeiten gehandelt wird – und ich kann es verstehen. Aber wie kann es überhaupt so weit kommen, wenn doch auf dem Film riesengroß „Smith“ steht. Die Idee zum Film kommt von Will Smith, der nebenbei auch die einzig relevante Nebenrolle spielt, Sohn Jaden bekommt die Hauptrolle und schießlich wird das Ganze noch produziert von Mama Jada Pinkett und ihrem Bruder Caleeb Pinkett.

Ein Film von der ganzen Familie, für die ganze Familie sozusagen. Regie führe bei diesem Film M. Night Shyamalan der bereits seit längerem einen Film mit Will Smith machen wollte und an dieser Stelle endlich seine Gelegenheit bekam. Shyamalan hatte mit seinen letzten Filmen wie „The Last Airbender“ leider keinen finanziellen Erfolg und hoffte an dieser Stelle vermutlich auf einen sicheren Hit.

Auch wenn man über die Qualität von Shyamalans Filmen streiten kann, vermittelten seine bisherigen Werke immer das Gefühl, er hätte eine Menge Herzblut investiert. Das macht seine Filme zwar in der Regel nicht besser, dennoch hat man bei „After Earth“ das Gefühl, es würde sogar das letzte bisschen Hingabe fehlen. Gerüchten zu Folge könnte das daran liegen, dass Familie Smith an mehreren Stellen unbedingt ihren Willen durchsetzen musste und dem Sixth-Sense-Regisseur die künstlerische Freiheit nahmen.

Die eigentliche Geschichte wirkt so mit dem Holzhammer inszeniert, dass es weh tut. Es wirkt so als hätte man sich vorab überlegt, wie man dem Protagonisten das Leben so schwer wie möglich machen kann, um dann alles in eine Laufzeit von gut 100 Minuten zu pressen. Aus diesem Grund muss sich Kitai unter anderem mit Affen, Vögeln, einer Vergiftung und den örtlichen Wetterkapriolen herumschlagen. Damit es nicht zu einfach ist benötigt er Inhalatoren, um in der feindlichen Umgebung atmen zu können und sein Vater droht zu verbluten (wovon aber nur der Zuschauer etwas weiß).

Was sich in der Theorie noch halbwegs spannend anhört ist dermaßen langweilig inszeniert, dass man sich mit einem Blick auf die Uhr immer wieder fragt, wann es denn endlich vorbei ist. Höhepunkt am Ende ist übrigens ein Kampf zwischen Kitai und einem Ursa, der in keiner Weise spannend ist, da von Anfang an klar ist, dass es dazu kommen muss und die Inszenierung belanglos ist. Optisch wirkt der Film übrigens trotz eines Budgets von 130 Millionen Dollar wie ein billiges Machwerk, das die Kreaturen lieblos in Szene setzt.

Manchmal scheint Talent eine Generation zu überspringen. Ein solcher Fall scheint Jaden Smith zu sein. Vater Will Smith (Men in Black 3) ist ein toller Schauspieler und Mutter Jada Pinket hat unter anderem in „Collateral“ bewiesen, dass sie es auch kann. Was Sohn Jaden als Kitai Raige an dieser Stelle abliefert wirkt hölzern, uncharismatisch und vor allem desinteressiert. Ich verstehe ja bis zu einem gewissen Grad, dass man als Vater seine Kinder fördern will, kann es aber nicht glauben, dass während der Dreharbeiten nicht jemand zu Will Smith gesagt hat: Schick deinen Sohn nach Hause und wir suchen uns jemand, der das Talent hat.

Will Smith scheint bei der Wahl seiner Rollen ja ein wenig wählerisch zu sein. Daher ist es umso mehr schade, dass er sein Talent an dieser Stelle regelreicht verheizt. Zwar ist er in der Rolle des Mannes ohne Angst kurz irgendwie cool, ist aber dennoch verschenkt, da er nach Beginn des Films mit gebrochenen Beinen festsitzt. Was seine Rolle ebenfalls abwertet sind die unnützen Flashbacks, die in erster Linie das Weiterkommen der Handlung erschweren.

Alles in allem ist „After Earth“ ein Film, den man sich guten Gewissens schenken kann. Allem Anschein nach ist die Geschichte als Dreiteiler angelegt, wobei ich für meinen Teil hoffe, dass man es bei einem belässt.

„After Earth“ bekommt von mir 3/10 uninspirierte Empfehlungspunkte.


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