Dark Tide (Filmkritik)

Nach einem traumatischen Erlebnis, rund um den Tod ihres väterlichen Mentors, zieht sich die Hai-Expertin Kate (Halle Berry) völlig zurück. Gemeinsam mit ihrem Mann Jeff (Olivier Martinez) wollte sie eigentlich eine einzigartige Domumentation filmen, in der sie außerhalb des Käfigs in weltweit einzigartigen Bildern mit und neben dem weißen Hai geschwommen wäre. Nach ihrem Verlust hat sie aber alle ihre Pläne verworfen und hält sich seit dem mehr schlecht als recht mit Bootstouren für Touristen über Wasser.

Als Geldprobleme zur Zwangspfändung ihres Bootes führen könnten, kommt ihr schon länger von ihr getrennt lebender Mann Jeff mit einem lukrativen Jobangebot genau richtig. Als sie erfährt, dass ein reicher Typ namens Brady sie angeheuert hat, damit er selber mit den Haien schwimmen kann, will sie zunächst gleich wieder absagen. Schließlich ist das versprochene Geld aber doch Grund genug, vergangene Traumata überwinden zu wollen. Doch geht dies wirklich so einfach, wei Kate sich das vorgestellt hat?

Dark-Tide

Regisseur John Stockwell kennt man bei uns wohl vor allem für Filme wie „Blue Crush“ mit Kate Bosworth, „Into the Blue“ mit Jessica Alba oder „Turistas“ mit Olivia Wilde. All diese Filme haben eines gemeinsam: die Handlung ist seicht, die Damen hübsch und die Bikinis so knapp wie möglich. Soweit so gut, schließlich weiß man hier was man bekommt, Stockwell versucht seine Form der leichten Unterhaltung nie als mehr zu vekaufen, als es im Kern eigentlich ist. Wenn man also weiß was man bestellt hat und eben genau danach gesucht hat, kann man bei seinen Filmen durchaus auch leichten, schnell vergessenen Spaß haben.

Nicht so aber bei „Dark Tide“. Schon die Indizien sprechen hier eindeutig gegen den Angeklagten. Ein Film über Menschen und deren Kontakt zu Haien und die daraus unweigerlich resultierende Tötung einiger humanoider Lebensformen als PG 13 Film zu bringen, funktioniert einfach nicht. Ein Haifilm ohne erwachsenes Rating ist ein ziemlich zahnloses Erlebnis und das obwohl Haie ja mehr als eine Reihe davon zur Verfügung haben.

Die liebe Halle Berry. Wann hat sie zuletzt einen guten Film gemacht, bei dem sie die Hauptrolle gespielt hat? Ich hab keine Erinnerung mehr daran. Sehr wohl weiß ich aber noch wie ich bei der schlechtesten Comicverfilmung aller Zeiten gelitten habe, in der Halle als „Catwoman“ in furchtbar mies getricksten Sequenzen durch die Gegend gesprungen ist. Wie im aktuellen Film ist sie auch im echten Leben mit Olivier Martinez zusammen. Normalerweise sieht man so eine „echte“ Bindung auch auf der Leinwand. Hier wird aber nur eines deutlich: die beiden Hauptdarsteller haben einfach null Chemie zusammen.

Mit Vorhersehbarkeit habe ich grundsätzlich auch nicht so ein Problem, doch hier ist von Anfang bis Ende klar, was passieren wird (und nein, man will es nicht trotzdem unbedingt zu sehen bekommen). Am Anfang überredet die übermütige Kate ihren Freund noch einmal mit ihr zu tauchen vor seinem Ruhestand. Klar, dass ihm da was passiert. Der Flucht vor ihrem bisherigen Lebensinhalt folgt was? Richtig, ein Auftrag der sie genau dorthin zurückführt und zwar ohne Vorbereitung.

Dass am Ende noch der doch angenehme lustige Sidekick dran glauben muss ist ebenso klar wie die Tatsache, dass nach den übrigens viel zu dunkel gefilmten Bootscrash- und Haiattacken-Sequenzen, bei denen man nicht wirklich weiß was gerade los ist, die beiden zerstrittenen Liebenden im Laufe ihrer Reise wieder zusammen finden werden. Und nein, ich habe die Spoiler Warnung hier nicht vergessen, da man sich sowieso sicher ist, was als nächstes passieren wird und dieser Film sowieso von so wenig Leuten wie möglich gesehen werden sollte.

Was man also bekommt sind schöne Landschaftsaufnahmen, Halle Berry im Bikini als Hai-Flüsterin (sehr glaubwürdig, jaja), ein Haufen unsympathischer und lustlos agierender Charaktere und eine nichtexistente Handlung, auf die sich der Regisseur voll verlasst. Das klingt irgendwie dämlich, oder? Richtig, ich und ihr liebe Leser habt das erkannt, nicht so aber John Stockwell. Da bleibt mir nur mehr zu sagen: Mehr Glück beim nächsten Mal (wenn es denn eines geben muss).

Dark Tide bekommt von mir 2/10 für die teilweise schönen Bilder viel zu großzügig vergebene Empfehlungspunkte.


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