Lockout (Filmkritik)

Dem CIA-Agenten Snow (Guy Pearce) wird fälschlicherweise vorgeworfen, einen Kollegen getötet und geheime Informationen gestohlen zu haben. Gerade als er verurteilt werden soll, befindet sich die Tochter des Präsidenten (Maggie Grace) im Weltall-Hochsicherheitsgefängnis MS One, als die Gefangenen aus ihrem Kälteschlaf aufwachen und die Einrichtung übernehmen. Snow bekommt den Auftrag sie zu retten und muss sich dabei mit den immerhin 500 Insassen herumschlagen.

Lockout Film Guy Pearce with a gun

Der Franzose Luc Besson ist vermutlich jedem Filmfreund ein Begriff und sein Film „Das fünfte Element“ ist definitiv einer der Sorte, die man gesehen haben muss. In diesem Fall ist er nur in der Rolle des Produzenten wieder anzutreffen. Nun haben von Besson produzierte Filme wie „From Paris with Love“ oder „Colombiana“ zwar eine sehr schwankende Qualität, sind aber meistens unterhaltsam und eignen sich zumindest zum einmaligen Ansehen.

Bei Lockout waren die beiden Neulinge James Mather und Stephen St. Leger für die Umsetzung von Bessons Idee verantwortlich. Die beiden machen ihre Arbeit nicht schlecht, wobei der Film einige nicht von der Hand weisbare Macken hat, über die man hinwegsehen sollte. Fangen wir vielleicht gleich mit dem Offensichtlichsten an: Wie soll es sich jemals rechnen Gefangene ins Weltall zu schießen, wenn sie dort ohnehin eingefroren werden?

Diese und ähnliche Fragen kann man sich vermutlich sparen und daher ist es sowieso das Beste, das Hirn gleich zu Beginn auszuschalten um den Film bestmöglich genießen zu können. Die Handlung ist linear gehalten, schafft es aber stellenweise dennoch (was in erster Linie den beiden Protagonisten zu verdanken ist) zu überraschen. Etwas dass mich schon mehr stört, sind die schlechten Spezialeffekte.

Zwar stand zur Realisierung des Films ein Budget von gerade einmal 20 Millionen Dollar zur Verfügung, dennoch wäre es vermutlich besser gewesen, auf gewisse computergenerierte Szenen (der Rest sieht gelungen aus) zu verzichten, statt auf eine Optik zu setzen, die vermutlich besser ausgesehen hätte, wäre sie auf einer Next-Generation-Konsole wie der Playstation 3 entstanden.

Wer bei dem Gedanken an 500 durchgeknallte Knackies bereits ein freudiges grinsen im Gesicht hat sollte seine Erwartungen etwas zurückschrauben. Denn von den angeblich so vielen Gefangenen sind unterm Strich maximal 30 auf einmal zu sehen, wobei man es zu keinem Zeitpunkt wirklich geschafft hat dem Zuschauer weiß zu machen, dass da wirklich 500 wären. Aber an dieser Stelle habe ich dann auch schon genug geschimpft, denn es gibt auch einiges was den Film dann doch unterhaltsam und sogar sehenswert macht.

Der Anführer der Gefangenen ist zwar (bis auf ein paar kurze Ausnahmen) langweilig angelegt, dafür hat er einen irren Bruder. Eine derartig abgedrehte Performance habe ich das letzte Mal in „Punisher: War Zone“ gesehen, was vermutlich auch der Grund ist, warum er aus allen Gefangenen als einziger heraussticht. Jemand der noch einen extrem guten Eindruck hinterlassen hat, auch wenn das schon beim Sehen des Trailers offensichtlich war, ist Guy Pearce selbst.

Der legt als Snow eine bis dahin ungekannte Mischung aus Coolness und flotten Sprüchen an den Tag. Vor allem mit letzteren und seinen Meldungen wie „Hier ist ein Apfel und eine Knarre – Rede nicht mit Fremden, erschieß sie“ könnte man locker ein Buch mit Zitaten anfüllen. Maggie Grace als Person von Interesse ist zwar extrem taff, aber eben auch nur so taff, dass sie Snows Hilfe trotzdem benötigt. Die beiden in Kombination funktionieren, trotz der Tatsache dass sie unterschiedlicher nicht sein könnte, extrem gut und es macht tierischen Spaß ihnen zuzusehen.

Alles in Allem ist „Lockout“ ein Film bei dem man keinesfalls zu viel nachdenken sollte. Schafft man es sein Hirn herunter zu fahren kann man den Film trotz seiner Eigenheiten genießen. Erwähnenswert ist an dieser Stelle noch die deutsche Synchronisation, die zwar grauenhaft klingt, dafür aber den Humor beinahe perfekt transportiert.

Der Film bekommt daher von mir 7/10 ums Überleben kämpfende Empfehlungspunkte.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.