Impostor (Filmkritik)

Im Jahr 2079 befindet sich die Erde im Krieg mit einer außerirdischen Spezies, den Centauri. Ein Krieg der inzwischen beinahe 30 Jahre dauert hat tiefgreifende Veränderungen herbeigeführt. Die überlebenden Menschen leben in den verbleibenden Städten, die von mächtigen Schildgeneratoren geschützt werden. Einer von ihnen ist Dr. Olham (Gari Sinise), der an der Entwicklung einer ultimativen Bombe beteiligt ist, von der man sich erhofft dass sie den Krieg beenden und die Centauri vernichten kann. Olham wird jedoch auf seinem Arbeitsplatz festgenommen, da der irdische Geheimdienst eine Nachricht des Feindes anfangen konnte, die besagt das er durch einen centaurischen Replikanten ersetzt werden sollte, der in seinem Körper eine Bombe trägt. Zu Olhams Pech kann diese Bombe leider nicht nachgewiesen werden ohne den Träger zu töten. Ihm gelingt jedoch die Flucht und versucht zu beweisen dass er ein Mensch ist.

Impostor Film

Der Film basierte auf einer Kurzgeschichte und war ursprünglich eine halbstündige Episode eines anderen, nie fertig gestellten Films. Die Produktionsfirma Dimension Films war damals so beeindruckt, dass im Zuge zahlreicher Nachdrehs ein im Jahre 2002 ein kompletter Spielfilm entstand.

Das gesamte Budget des Films betrug 40 Millionen Dollar, wobei er in den USA nur 6,3 wiedereinspielte. Infolge dessen kam er bei uns nie ins Kino sondern wurde Mitte 2005 direkt auf DVD veröffentlicht. Nachdem er vor kurzem zu später Stunde im Fernsehen lief, habe ich beschlossen über einen Film zu schreiben den mit ziemlicher Sicherheit keiner kennt.

Ein wesentlicher Grund für den Flop dieses Filmes ist vermutlich im Thema zu suchen. Zwar ist die Idee „auf der Flucht“ in der Zukunft zu inszenieren prinzipiell nicht schlecht, doch ist diese Umsetzung so speziell, dass so ein Film einfach nicht rentabel sein kann. Die Zielgruppe der Leute die bereit sind für einen doch sehr trashigen SiFi-Film Geld auszugeben ist eben nicht sehr groß, und das Ende das so böse ist das es aus der Feder eines „Outer Limits“ Autors stammen könnte wertet den Film auch nicht genügend auf um ihn finanziell rentabel zu machen.

Optisch schafft es der Film irgendwie einerseits trashig auszusehn, ohne dabei mit überzogen billig wirkenden Effekten den Zuschauer zu nerven. Zwar kennt man dem Film seine mittlerweile 8 Jahre an und das den Umständen entsprechend geringe Budget (laut Wikipedia wurden aus Kostengründen Requisiten aus Starship Troopers verwendet), trotzdem schafft man es eine Stimmung aufzubauen die einen beinahe in den Film saugt. Sowohl bei den futuristisch anmutenden, verbleibenden Städten als auch bei den Slums wirkt alles authentisch und „funktioniert“.

Wenn es an dieser Stelle um die Schauspieler geht kann eines gesagt werden: Impostor ist eine Ein-Mann-Show. Zuerst kommt Gari Sinise, dann kommt einmal lange gar nichts. Das muss ja nicht zwangsläufig schlecht sein, und das ist es in diesem Fall auch nicht. Der Typ den wir sonst als Detektive Taylor aus CSI-NY kennen liefert hier eine der besten Performances seines Lebens ab. In Spielfilmlänge um sein Überleben kämpfend vermittelt er perfekt die Kombination aus Verzweiflung und Mut und hat innerhalb kürzester Zeit die Sympathie des Zuschauers.

Vincent D’Onofrio als Sinise’s Gegenpart wirkt im Vergleich dagegen etwas zu blass. Die restlichen Rollen sind durchwegs mit Gesichter besetzt die man irgendwann schon einmal gesehen hat. Da hätten wir z.B. Tony Shalhoub (Monk), Gary Dourdan (CSI) um nur 2 zu nennen.

Alles in allen kann man allen, die trashigen SiFi mögen bei dem man aber nach Möglichkeit das Hirn ausschaltet weil man sonst auf die Idee kommt über einige Logiklöcher nachzudenken, empfehlen einen Blick zu riskieren.

Von mir bekommt der Film 7/10 Empfehlungspunkte!


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