Maschinenland – Revolt (Filmkritik)

Ein Mann (Lee Pace) erwacht in einer Gefängniszelle. Er hat keine Erinnerung daran, wie er hier gelandet ist, auch seinen Namen hat er vergessen. Daher hat er auch keine Ahnung, dass die Kampf-Geräusche außerhalb des Gebäudes, mit der weltweiten Invasion durch Roboter ähnliche Aliens zusammen hängen. Darüber klärt ihn jedoch schon bald die französische Entwicklungshelferin Nadia (Berenice Marlohe) auf, die in der Zelle neben ihm sitzt.

Gemeinsam gelingt ihnen schließlich die Flucht, doch was sollen sie jetzt nur tun? Immer weiter flüchten, bis es keinen Ausweg mehr gibt? Dem Kampf beitreten, oder haben die Aliens im Prinzip sowieso schon gewonnen? Und was ist eigentlich mit den Erinnerungsfetzen, die dem Mann das unangenehme Gefühl geben, dass er sich unbedingt an etwas Entscheidendes erinnern sollte?

Die Faszination für Aliens und das Andersartige an sich, begann für Regisseur Joe Miale bereits mit 10 Jahren, als er angeblich ein Ufo gesehen hat. Nach ihnen hält er nach eigenen Aussagen auch heute noch Ausschau. Bis jetzt war er vor allem bekannt für Kurzfilme, wie zuletzt etwa für die beiden auf den Videospiel-Welten von Assassins Creed und Half Life basierenden. Mit „Revolt“, zu dem er auch das Drehbuch beigesteuert hat, feiert er nun sein Regiedebüt.

Herausgekommen ist für mich ein kleiner, feiner SciFi-Action/Kriegsfilm, der sich mit einem geringen Budget technisch weit weniger Schnitzer leistet, als so manche seiner größeren Kollegen. Die Story beginnt mittendrin und man fühlt sich als Zuschauer genau so hinein geworfen, wie der zunächst namenlose Protagonist. Langsam werden dann die Ausmaße der Invasion bekannt, doch dreht sich die Handlung immer um die eine Person und erzählt sozusagen sein ganz persönliches Schicksal.

Es ist schon logisch, diese Erzählweise wurde auch wegen den finanziellen Limitierungen gewählt, da kann man eben nicht die riesigen Explosionen zeigen. Das ist jedoch auch gut so, denn seelenlose Effekt-Gewitter, gibt es sowieso schon zu viele und die Trostlosigkeit der Lage, wird so im Kleinen, fast noch intensiver vermittelt. Wenn dann die Aliens auftauchen, sehen sie zwar aus wie Roboter und bewegen sich auch so, wirken aber nie künstlich oder wie ein billiger CGI-Effekt.

Als Ganzes betrachtet ist es am Ende zwar so, dass es einen gewissen Abschluss gibt, die Geschichte aber noch nicht zu Ende erzählt ist. Viel zu wenig Wissen ist vorhanden über den Feind und auch wenn es Mittel und Wege gibt abgesehen von roher Gewalt, besiegt sind die Invasoren noch lange nicht. Außerdem wäre es interessant, ob entführte Menschen wieder heil zurück gebracht werden könnten. Die Tatsache, dass die Optik bestechend ist, die Effekte stark sind, die Inszenierung mitreissend und die Darsteller intensiv spielen, ändert sich durch dieses Manko natürlich in keiner Weise.

Lee Pace (Guardians of the Galaxy) spielt sehr einnehmend den Mann, der mindestens genau so stark nach sich selbst sucht, wie nach der Lösung, um diesen Krieg zu gewinnen. Er ist weder strahlender Held noch Opfer und auch wenn er einige Kampffähigkeiten besitzt, bleibt er dennoch immer menschlich. Berenice Marlohe (Skyfall) als Nadia hat eine starke Chemie mit ihm. Sie ist die kämpferische Einzelgängerin die langsam lernt, dass es auch Vorteile hat zusammen zu reisen, wenn man den richtigen Partner mit dabei hat.

Ob nun als erste, sehr kurzweilige Fingerübung von einem begabten Regisseur oder als Beginn eines kleinen SciFi-Franchises, „Revolt“ funktioniert auf allen Ebenen über dem Durchschnitt, außer bei der Substanz, da wirkt das Ganze wie der Beginn bzw. ein Teil von etwas Großem, das es noch zu entdecken gilt. Mal sehen ob da noch was kommt, ich wurde auf jeden Fall gut unterhalten und hätte gerne noch mehr gesehen, was als Statement an sich, bei jedem Film eine gut Sache ist.

„Revolt“ bekommt von mir 7/10 trotz schlechter Ausgangslage, den ausgesuchten Weg beständig weiter gehende Empfehlungspunkte.

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