Zum Ausziehen verführt – Failure To Launch (Filmkritik)

Tripp (Matthew McConaughey) ist 35 Jahre alt, Single und wohnt noch zu Hause. Dort hat er Eltern die ihn lieben, ein großes Zimmer und eine Mutter, die seine Wäsche wäscht. Da seine Eltern keine Ahnung haben wie sie ihren Sohn aus dem Haus bekommen sollen, engagieren sie Paula (Sarah Jessica Parker), um ihm ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Das stellt sich jedoch schwieriger heraus als erwartet.

Failure To Launch Film Matthew McConaughey Sarah Jessica Parker

Hinter der Kamera stand bei diesem Film Tom Dev dessen bekanntester Film, abgesehen von diesem hier, „Shanghai Noon“ sein dürfte. „Zum Ausziehen verführt“ ist weniger als eine klassische Liebesgeschichte angelegt, als vielmehr ein Film für sie und ihn. Daher nimmt die Geschichte der beiden Protagonisten einen vergleichsweise geringen (wenn auch den größten) Teil des Films ein und wird begleitet von diversen Nebendarstellern und deren schrägen Erlebnissen.

Dabei sollte man sich genau das vor dem Schauen des Filmes vor Augen halten, um nicht im Anschluss doch irgendwie enttäuscht zu werden. Der Film ist eben weder ein klassischer Liebesfilm, noch eine reinrassige Komödie, sondern eine bunte Mischung. Dieses etwas andere Konzept funktioniert über weite Teile des Filmes überraschend gut, wenn es auch stellenweise etwas gewöhnungsbedürftig wirkt.

Etwas das nicht ganz so gut umgesetzt wurde, ist die Inszenierung der beiden Hauptdarsteller. Matthew McConaughey als Tripp funktioniert zwar (wieder einmal) erstklassig als charmanter Schönling, aber nur bedingt als jemand, dem man abkaufen soll er würde noch zu Hause wohnen. Sarah Jessica Parker als Paula wirkt nicht nur irgendwie älter als ihr Filmpartner, sondern passt (leider) auch sonst nur bedingt zu ihrem Filmpartner.

Während man in „Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen“ förmlich erleben konnte wie gut die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern passt, fragt man sich hier stellenweise, was die beiden denn aneinander finden. Was dem Film dann aber doch mehr als sehenswert macht, sind die humorvoll inszenierten Nebencharaktere, die für eine ganze Menge schräger Unterhaltung sorgen.

Da wären zum Beispiel Zooey Deschanel, die als Paulas Mitbewohnerin Kit ihre Psychosen regelrecht zelebriert und die Justin Bartha als Ace mit ihrer unkonventionellen Art den Kopf verdreht. Ein Highlight des Films ist dann zum Beispiel als die beiden mit einem Luftdruckgewehr einem Vogel auflauern, der Kit die letzten Nerven raubt (Reanimation inklusive). Ebenfalls mit von der Partie ist Bradley Cooper, der als Demo seine übliche Rolle spielt aber leider nur (und unverdienterweise) eine kleine Rolle einnimmt.

Alles in Allem ist „Zum Ausziehen verführt“ ganz klar die Sorte Film, die weniger von der Spannung als viel mehr von der Geschichte selbst, mit allen seinen schrägen Einfällen lebt. Zwar weist die Geschichte der Hauptprotagonisten einige Schwächen auf, dafür wird der Zuschauer mit einer witzigen Nebenhandlung unterhalten, die den Film mehr als sehenswert macht.

Der Film bekommt daher von mir 7,5/10 Empfehlungspunkte.


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