Parker (Filmkritik)

Parker (Jason Statham) ist ein professioneller Dieb, der nichts davon hält, arme Leute zu bestehlen oder den Unschuldigen weh zu tun. Als er nach seinem letzten Job von seinen Kollegen nicht nur um seinen Anteil an der Beute betrogen, sondern auch noch vermeintlich erschossen am Straßenrand zurückgelassen wird, ist Parker sauer. Nach einer kurzen Erholungsphase macht er sich auf die Suche, um sich sein Geld zu holen und denen, die ihn verraten haben, bei ihrem nächsten Coup einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Parker

Regie führte bei diesem Film Taylor Hackford, der schon beinahe ewig im Geschäft zu sein scheint und neben ein paar unwichtigen Streifen auch Filme wie „Im Auftrag des Teufels“ inszenierte. Sein aktueller Streifen lässt dies erahnen, denn die Art wie Hackford die Geschichte in Szene setzt, ist durch die Bank sehr gelungen.

Dass der Film einige (wenn auch wenige) erzählerische Schwächen aufweist liegt hier vermutlich daran, was hier wie inszeniert wurde. „Parker“ basiert auf dem Roman Flashfire des Schriftstellers Donald Westlake und ist eigentlich das bereits 19te Abenteuer des Protagonisten. Da man sich bei der Umsetzung des Films scheinbar sehr nahe an die Vorlage gehalten hat, kämpft der Film daher gerade zu Beginn immer wieder mit Szenen und Momenten, die unter anderen Umständen nicht vorgekommen wären und für Längen sorgen.

Auf der anderen Seite kann die Geschichte durchaus überzeugen. Die Art wie Parker seiner Arbeit nachgeht oder auch seinen ehemaligen Partnern das Leben schwer macht sieht man nicht nur selten, sondern ist auch gut gemacht. Dasselbe gilt für die Action, die auch übersichtlich inszeniert wird. Dabei nimmt sich der Film genug Zeit für die Handlung, sorgt somit dafür (bis auf die oben erwähnten Ausnahmen), dass es nie langweilig wird.

Überrascht, und das gleich in mehrerer Hinsicht, wurde ich durch die Schauspieler. Jason Statham (Killer Elite) ist bekanntlich nicht nur ein Action-Star, sondern hat es irgendwie geschafft, eine eigene Film-Kategorie zu schaffen, bei der er meistens dieselbe Rolle mit geringen Variationen immer wieder spielt. Auch als Parker macht Statham nicht viel anders, überzeugt aber dennoch in überraschend vielen Charaktermomenten. Ganz nebenbei hat sein Charakter die gewohnte Coolness und eine beinahe-tödlich-verletzt-und-dennoch-kurze-Zeit-später-wieder-aufstehend Mentalität wie man sie in erster Linie von James Bond kennt.

Jennifer Lopez (Out of Sight) als Immobilienmaklerin Leslie Rodgers wirkt mit der Situation köstlich überfordert und die Art, wie ihre Rolle versucht aus der Situation das Beste zu machen, ist überraschend glaubhaft. Etwas das scheinbar notwendig war und über das sich vor allem ihre männlichen Fans freuen dürften, ist übrigens eine Szene in Unterwäsche (aber wozu hat man auch eine der schönsten Frauen der Welt, wenn man nichts von ihr zeigen darf!?).

Michael Chiklis (Vegas) als Bösewicht wirkt zwar schön bedrohlich und auch Böse, stellt aber vermutlich das charismatische Gegenteil eines Hannibal Lector dar. Ob es an der Rolle oder dem Schauspieler liegt, dass Chiklis hier blasser wirkt als alle seine Kollegen, sei hier offen gehalten. Jemand der hier noch klar heraus sticht ist Daniel Bernhardt (Matrix Reloaded), der hier als Killer bis zum Schluss konsequent irre wirkt.

Alles in Allem ist „Parker“ ein gelungener Film, der aber wie so manch anderer auf einem Buch basierenden Streifen (z.B. Jack Reacher) mit kleineren Problemen zu kämpfen hat.

Parker bekommt von mir 7,5/10 bodenständige Empfehlungspunkte.

Zitat:
Leslie Rodgers: How do you sleep at night?
Parker: I don’t drink coffee after 7.


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