Hangover 3 (Filmkritik)

Nachdem Alans (Zach Galifianakis) Vater an einem Herzinfarkt gestorben ist, wollen seine Freunde Phil (Bradley Cooper), Stuart (Ed Helms) und Doug (Justin Bartha) mit ihm in ein Therapiezentrum fahren. Auf dem Weg dorthin werden sie von maskierten Gangstern von der Straße gedrängt und überwältigt. Chow (Ken Jeong) hat deren Anführer Marshall (John Goodman) eine größere Menge Gold gestohlen und erwartet von den vier Freunden, dass sie ihm sowohl Chow als auch sein Gold wieder beschaffen. Da er Doug als Geisel nimmt, bleibt dem übrigen Wolfsrudel nichts anderes übrig, als sich auf die Suche zu machen.

Hangover-3

Im Jahr 2009 hatten die vier Freunde in Las Vegas den Filmriss ihres Lebens und versuchten am nächsten Tag verzweifelt zu rekonstruieren, was denn da los war. Da der Film mehr als das zehnfache seines Budgets wieder einspielen konnte, passierte dasselbe denselben Leuten zwei Jahre später in Bangkok noch einmal. Jetzt ist die Zeit gekommen für den letzten und abschließenden Teil und damit das große Finale – oder doch nicht?

Während Alan, Phil und Stu bisher Probleme hatten sich daran zu erinnern, was denn in der letzten Nacht gelaufen ist und in weiterer Folge die Geschehnisse mühsam rekonstruieren mussten, ist das hier nicht der Fall. Im dritten Abenteuer der Freunde versuchen die den vermutlich irrsten Asiaten der Filmgeschichte um ihrer eigenen Gesundheit willen zu fassen, um einem Gangsterboss seine Kohle wiedergeben zu können.

Das Ergebnis fühlt sich leider weniger an wie die fette Fete, die die Freunde bisher erlebt haben und rekonstruieren mussten, sondern eher wie der Tag danach, wo man mit Kopfschmerzen aufwacht und merkt, dass gerade alles ein wenig anstrengend ist. Die Pointen sind hier aus der Situation heraus leider weder so gelungen, noch so schräg wie man es aus den Vorgängern gewohnt ist, auch wenn sich der Film echt Mühe gibt.

Was die Regie betrifft beweist Todd Phillips (Stichtag) erneut sein Händchen dabei, Szenen immer wieder aufs Neue gelungen zu inszenieren. Einer dieser starken Momente ist zum Beispiel als Alan nach einem Streit mit seinem Vater mit Kopfhörern „My Life“ von Billy Joel hört, während dieser hinter ihm den Herzinfarkt erleidet, der ihm das Leben kostet. Was dem Film aber dennoch einiges an Stimmung kostet ist die Tatsache, dass hier trotz eines Budgets von mehr als 100 Millionen Dollar, immer wieder die am Computer entstandenen Spezialeffekte zu sehen sind – das habe ich bei Filmen mit einem geringeren Budget schon besser gesehen.

Was die Schauspieler betrifft hat es mich doch ein wenig überrascht, dass Justin Bartha (Zum Ausziehen verführt) als Doug es wieder einmal schafft, sich innerhalb von Minuten aus dem Verkehr ziehen zu lassen (vielleicht hat er auch nur keine Lust auf eine größere Rolle?). Bradley Cooper (Silver Linings Playbook) als Phil und Ed Helms (Der Lorax) als Stuart bekommen zwar ihre übliche Screentime, wirken aber deutlich blasser als sonst, vor allem deswegen, weil der heimliche Star des Films jemand anders ist.

Nun gut, eigentlich sind es zwei Herrschaften, um die sich der Film besonders dreht. Zach Galifianakis (Der gestiefelte Kater) als Alan ist durchgeknallter denn je, ein Umstand der sich leicht damit erklären lässt, dass er seine Medikamente abgesetzt hat. Ken Jeong (Transformers 3) als Chow steht dem um nichts nach, sondern kann dabei noch etwas draufsetzen. Die beiden liefern mit Abstand die irrsten Aktionen des Films und daher macht es auch unglaublichen Spaß, ihnen zuzusehen.

Alles in allem ist „Hangover 3“ zwar kein schlechter Film, aber auch kein würdiger Abschluss. Unterm Strich hätte man vermutlich lieber das gesehen, was im Schlussspann angedeutet wird – Hangover 4 wird es wie es momentan aussieht dennoch nicht geben.

Hangover 3 bekommt von mit 7/10 den Filmriss beendende Empfehlungspunkte.


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