Total Recall (2012 Filmkritik)

In der Zukunft ist der größte Teil der Erde unbewohnbar geworden, so gibt es nur mehr 2 bewohnbare Flecken auf der Erde, die auf den gegengesetzten Seiten des Globus liegen und durch einen Lift, der durch den Erdkern geht verbunden sind. Auf der einen Seite liegt die „Vereinigte Föderation von Britannien“ und auf der anderen Seite die sogenannte „Kolonie“. Während in der Kolonie das einfache Arbeitervolk sein Dasein fristet, lebt die andere Seite im Wohlstand.

Widerstandskämpfer Matthias (Bill Nighy) findet die im höchsten Maße ungerecht und geht gemeinsam mit einigen Rebellen gegen das Regime von Kanzler Cohaagen (Bryan Cranston) vor. Doug Quaid (Collin Farrell) ist seiner Ansicht nach nur ein einfacher Fabrikarbeiter, doch er begehrt nach mehr und so möchte er sich bei „Total Rekall“ (ja die Firma schreibt man mit K – warum auch immer) Erinnerungen an ein Leben als Spion einpflanzen lassen um die Leere die er spürt zu vergessen. Doch während dem Upload seiner künstlichen Erinnerungen stürmt die Polizei das Gebäude und siehe da Doug wehrt sich mit ihm bis dato unbekannten Fähigkeiten und entkommt lebend. Vollkommen verwirrt flüchtet er nach Hause, wo schließlich seine Frau Lori (Kate Beckinsale) auf ihn wartet und gleich mal versucht ihn zu killen. Wieder gelingt ihm die Flucht, diesmal mit Hilfe von Melina (Jessica Biel), die Doug eine schwer zu glaubende Geschichte erzählt.

Total Recall Film Collin Farrell Kate Beckinsale

Gleich mal vor Beginn des Filmes stellte sich mir und meinem Begleiter die Frage, warum man einen Klassiker wie „Total Recall“ mit Arnold Schwarzenegger als Hauptdarsteller und Paul Verhoeven als Regisseur eine Generalsanierung zuteilwerden lassen muss. Das Original orientierte sich an der Kurzgeschichte „Erinnerungen en gros“ von Kultautor Philip K. Dick und Schwarzenegger lieferte eine der besten Performances seiner Karriere ab. Man muss aber auch sagen, dass der neue Streifen mit dem Original nicht mehr allzu viel gemeinsam hat. Vergessen ist der rote Planet Mars und man findet sich auf einer trostlos wirkenden verpesteten Welt wieder, in der der gute WALL-E massig zu tun hätte. Man sieht kein einziges Fleckchen grün, wohin man sich auch wendet nur Beton, Asphalt und Ausweglosigkeit.

Als Seher des Originals erkennt man, das Regisseur Len Wiseman einige Hommagen an das Original eingebaut hat. So in etwa trifft man wieder auf die Frau mit den 3 Brüsten (Du wirst dir wünschen du hättest 3 Hände). Wiseman wählt vor allem in den Verfolgungsszenen sehr ungewöhnliche Kameraperspektiven, mal filmt er aus der Vogelperspektive mal filmt er während einer Kampfszene in einer Spirale den ganzen Raum, was sehr gelungen wirkte. Störend empfand ich den wiederholten Lichteinfall in die Kamera, etwas, dass bei der neuen „Star Trek“ Verfilmung nicht störend und als Stilmittel wirkte. Weiters wirkte in einigen Blue Screen Szenen der eingefügte Hintergrund irgendwie schief und vor allem wenn die Kamera schwenkte leicht unscharf.

Handlungstechnisch darf man sich nicht allzuviel erwarten, mehr als die Hälfte des Films besteht aus Verfolgungsszenen, in denen Collin Farrell („Nicht Auflegen!“) von einem Dach zum anderen hüpft und dabei so oft auf die Schnauze fällt, dass man sich fragt, wie der Gute eigentlich noch laufen kann. Selbst beim schauen ohne große Erwartungen fielen einige große Logiklöcher auf, in etwa warum die Kolonie ihr Schicksal so ergeben erwartet, anstatt sich zu verteidigen. Irgendwo liegt doch sicher „zufällig“ noch eine Atomrakete herum, die für schlechte Zeiten aufgehoben worden ist.

Die Schauspieler sind hier vor allen ausdauertechnisch gefordert, da sie wie schon vorhin erwähnt die meiste Zeit durch den Regen hüpfen und rennen und sich dabei nebenbei noch akrobatische Kämpfe liefern.

Doug Quaid ist Anfangs nur ein einfacher Fabrikarbeiter, doch der sich nach mehr sehnt, daher will er sich bei „Total Rekall“ Erinnerungen an ein Leben als Spion einpflanzen. Collin Farrell ist zwar kein so ein Muskelpaket wie damals Schwarzenegger, doch er schafft es dennoch, die emotionale Unbeständigkeit seiner (ansonsten nicht sehr anspruchsvollen) Rolle glaubhaft darzustellen.

Leider weiß man schon seit dem Trailer, dass Dougs Ehefrau Lori eine von den Bösen ist, denn als Doug völlig verwirrt von Rekall nach Hause kommt, versucht sie gleich mal ihren Ehemann in einer Umarmung zu erwürgen. Kate Beckinsale scheint richtig Spaß daran zu haben, mal ihre Bad-Girl Seite zu zeigen und jemandem tüchtig eine aufs Maul zu geben (wie auch schon in der „Underworld“-Saga).

Auch Jessica Biel als Rebellin und Love Interest für Doug macht ihren Job gut und wirkt wie immer sympathisch. Bill Nighy („Underworld“) als Rebellen-Anführer hat leider nur einen sehr kurzen Auftritt, von ihm hätte ich gerne mehr gesehen. Bryan Cranston („Breaking Bad“) als korrupter Kanzler überzeugte als skrupelloser Bösewicht. Auch hier wäre es schön gewesen, mehr von ihm zu sehen.

Fazit: Ein Popcorn-Film den man sich ohne große Erwartungen und mit Gehirn auf Energiesparmodus ansehen sollte.

Der Film bekommt von mir 7/10 äußerst düstere Empfehlungspunkte.


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