Bumblebee (Filmkritik)

Im Jahre 1987 flüchtet der Transformer Bumblebee von seinem Planeten Cybertron auf die Erde, um im Geheimen einen sichern Unterschlupf für seine überlebenden Kameraden zu schaffen. Er wird jedoch verfolgt und verliert im anschließenden Kampf sowohl seine Fähigkeit zu sprechen, als auch den Zugriff auf seinen Gedächtnis-Chip. Im letzten Moment bevor sich sein System ausschaltet, kann er sich noch in einen gelben VW-Käfer verwandeln.

Kurze Zeit später, findet die 18 jährige Charlie (Hailee Steinfeld) genau diesen Käfer in der alten Werkstatt ihres Onkels. Sie verliebt sich in das gute Stück und da sie Geburtstag hat, steht das Auto schon bald in ihrer Garage. Es dauert jedoch nicht lange und schon verwandelt sich das Auto in einen Roboter, der offensichtlich hilflos wirkt und noch mehr vor Charlie Angst zu haben scheint, als sie vor ihm.

Tja, die lieben Transformers. Neben den Turtles klar Kindheitshelden von mir, wurden sie bisher in filmischer Hinsicht, sehr ungerecht behandelt. Grund dafür ist, dass Regisseur Michael Bay fünf Transformers-Filme drehen durfte und alle zu einer reinen Material-Schlacht verkommen ließ. Mit hübschen Ladys, lustigen und/oder harten Kerlen und Robotern, die bedeutungsschwangere Reden geschwungen haben. Seelenlos ist dafür das beste Wort.

Ja, Transformers war zur einmaligen Sichtung noch in Ordnung, aber hat irgendwer The Last Knight gesehen? Was haben die Verantwortlichen da bitte geraucht? So, das reicht jetzt aber und ich komme nun zum Punkt dieser Einleitung. Regisseur Travis Knight (Kubo: Der Tapfere Samurai) hat uns mit Bumblebee endlich den Transformers-Film abgeliefert, den ich sehen wollte und als Fan der Ursprungs-Serie, auch verdient habe. Dabei handelt es sich nicht mal um einen Hauptfilm, sondern um ein SpinOff-Abenteuer.

Sozusagen als „Euphorie-Dämpfer“ kann ich hier höchstens anbringen, dass das Zielpublikum klar ein jüngeres ist und die Blockbuster-Mechaniken und der Story-Ablauf, einem wohl bekannten Schema folgen. Was wirklich ein Wahnsinn ist wenn man die früheren fünf Filme kennt, ist es wie mühelos es gelingt Herz in die Sache zu bringen. Das liegt sicherlich an der Regie, doch ebenso an den Animationen und an der Hauptdarstellerin.

Überhaupt habe ich noch nie einen Menschen mit einem animierten Wesen, so natürlich und auch intim agieren sehen, wie in diesem Film. Das liegt einerseits an Bumblebee, aus dessen Gesicht (vor allem durch die Augen) man mehr Emotionen ablesen kann, als von so manchen Menschen, die sich Schauspieler nennen. Da gibt es eine Szene, wo er sich fast auf einen Hund setzt, die entschuldigende Geste danach, die finde ich einfach herrlich. Ganz zu schweigen davon, dass er endlich wirklich aussieht wie der Bumblebee, den ich von früher kenne.

Wenn er auf die von Hailee Steinfeld (Term Life) gespielte Charlie trifft, dann haben sich wirklich zwei gefunden. Ja, einer der beiden ist animiert, aber dennoch habe die eine starke Chemie zusammen. Außerdem hat Steinfeld hier einfach eine Bildschirmpräsenz, die authentisch und natürlich ist und einfach Wärme ausstrahlt. Sie muss genau wie Bumblebee nicht ständig reden, man weiß immer genau, was bei ihr innerlich gerade abläuft.

Sehr gelungen sind auch die Sequenzen, in denen sich die Roboter transformieren. Ich kann das nicht besser beschreiben aber vor allem die Szenen auf Cybertron, haben irgendwie einen „Spielzeug-Filter“ über die Verwandlungen gelegt denn es sieht irgendwie so aus, als würde hier Spielzeug zum Leben erwachen. Bei den Kämpfen, die dynamisch und übersichtlich sind, kommen Judo ähnliche Würfe und Wechsel zwischen Auto/Roboter/Flieger vor, genau so stelle ich mir das vor, wenn Transformers sich duellieren.

Dann wäre da natürlich auch noch der Soundtrack, voll mit 80er Jahre Hits. Als Kind dieses Jahrzehnts, ist meine nostalgisch-romantische Verklärung somit am Höhepunkt angekommen. Justin Theroux (Girl on the Train) und Angela Bassett (Survivor) als Stimmen der Bumblebee verfolgenden Decepticons sind richtig fiese Sadisten und Peter Cullen darf Optimus Prime wieder seine sonore Stimme leihen. Bei den menschlichen Darstellern sorgt John Cena (The Wall) als Agent Burns für den nötigen Humor und seine Figur darf sich sogar weiter entwickeln.

Insgesamt somit für mich ein wirklich rundum zufrieden stellendes Blockbuster-Erlebnis und wie bereits erwähnt endlich der Transformers Film, den ich mir gewünscht habe. Tolle Effekte, zwei Herz erwärmende Hauptfiguren, eine bekannte jedoch sehr unterhaltsame Story, ein paar meist als Seitenhiebe verpackte, gar nicht so dumme Botschaften und ein genialer Soundtrack. Feine Sache, angeblich ist den Machern auch bewusst, dass diese Kursänderung einen neuen Weg für mögliche weitere Franchise-Filme bedeuten wird und das ist gut so.

„Bumblebee“ bekommt von mir 8,5/10 sich auf all die richtigen Arten transformierende Empfehlungspunkte.


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