Pirates of the Carribean 5: Salazars Rache – Dead Men Tell No Tales (Filmkritik)

Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) stolpert volltrunken in ein neues Abenteuer, denn Geisterpiraten sind hinter ihm her und sinnen auf Rache. Unter der Führung von Captain Salazar (Javier Bardem) wollen sie alle Piraten töten, allen voran Jack. Dessen einziger Ausweg scheint Poseidons magischer Dreizack zu sein. Mit der Hilfe der jungen Astronomin Carina Smyth (Kaya Scodelario) und des jungen Seemanns Henry Turner (Brenton Thwaites), macht er sich auf die Suche….

Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, aber während „Pirates of the Carribean 5“ war sie stellenweise schon sehr knapp vor dem Ableben. Ich lasse mich ja gerne von Trailern beeinflussen und der Trailer zu „Pirates of the Carribean 5“ war ziemlich viel versprechend. Natürlich ist man inzwischen ein wenig vorsichtiger geworden und kaum einer sieht sich Filme wegen Johnny Depp in der Hauptrolle an. Aber im Trailer ist der gute Mann nicht so präsent, was mich sehr positiv stimmte, was wiederum dazu führte, dass ich mit einem positiven Gefühl ins Kino ging.

Doch ich wurde enttäuscht. Anscheinend hält es keiner in Johnny Depps (Alice Through the Looking Glass) unmittelbarer Umgebung für nötig, ihm mal zu sagen, dass er sich ein wenig einbremsen soll, bzw welche Rollen er sich aussuchen oder eben nicht aussuchen soll. Inzwischen häufen sich Performances in verschiedenen Filmen, die einander so ähnlich sind, dass man überall Captain Jack Sparrow zu erkennen glaubt und die Vermutung nahe legt, dass Depp nichts anderes spielen kann oder will. Was ich persönlich sehr schade finde, denn in früheren Zeiten hat Depp durchaus gezeigt, dass er Talent hat.

Hier verkommt Jack Sparrow zu einer Lachnummer. Vom einst gewitzten Captain der Black Pearl ist nicht mehr viel über. Vielmehr ist er ein Säufer, der den guten alten Zeiten nachweint, Zeiten in denen er Talent bewies und in denen sein Überleben nicht nur von glücklichen Zufällen abhing. Wenn nicht einmal seine Crew Respekt vor ihm hat, wie soll es dann das Publikum haben?

Einige von Jacks Sprüchen sind nach wie vor komisch und lustig, aber der Rest sowohl der Performance von Depp als auch was das Drehbuch für Sparrow parat hält, sind fast zum Weinen, unter anderem weil man diesen faszinierenden Charakter so Stück für Stück seiner Würde beraubt.

Vor allem neben seinen Kollegen verblasst Depp. Geoffrey Rush (Gods of Egypt) ist als Barbossa wieder mit dabei und zeigt in seinen wenigen Szenen, wie viele Facetten dieser anfangs sehr eindimensionale Charakter inzwischen hat.

Als Orlando Bloom (The Hobbit: The Battle of the Five Armies) und Keira Knightley (Collateral Beauty) – Ersatz dienen hier Kaya Scodelario (The Maze Runner) und Brenton Thwaites (Maleficent). Sie wirken allerdings nicht wie eigenständige Charaktere, sondern wie billigere Kopien von Will Turner und Elizabeth Swan. Bloom und Knightley sollen anscheinend in einem potentiellen 6. Teil wieder die Hauptrollen spielen.

Javier Bardems (Skyfall) beste Szenen als Captain Salazar sind eigentlich schon in den Trailern zu sehen. Allgemein ist seine Rolle kleiner ausgefallen als gedacht. Aber es ist nicht zu bestreiten, dass Bardem eine großartige Leinwandpräsenz hat.

Auf was legt das Regie-Duo Joachim Rønning und Espen Sandberg stattdessen wert, mag man sich fragen. Offensichtlich auf CGI, dass bei einem Budget von 320 Millionen Dollar auch exzellent gemacht aussieht. Gut gelungen sind die neuen Piraten, die unter Salazars Kommando stehen. Von ihnen sind oft nur mehr Teilstücke vorhanden, was insbesonders bei Kampfszenen innovativ aussieht. Auch Salazars Schiff sieht cool aus und ich machte große Augen, als die Galionsfigur plötzlich lebendig wurde. Die zum Leben erweckten Haie sind allerdings einfach nur ekelhaft. Gut gelungen ist übrigens auch die digitale Verjüngung von Johnny Depp.

Offenbar hat man gehofft, dass das Publikum so von den Schauwerten abgelenkt sein würde, dass das äußerst mittelmäßige Drehbuch nicht auffällt. Spätestens als ein Tresor à la „Fast and the Furious 5“ samt der Bank durch die Stadt gezogen wird, kann man den Film gar nicht mehr ernst nehmen (sofern man es vorher tat).

Fazit: „Pirates of the Carribean 5“ ist vielleicht kein Super-GAU, aber gut ist er auch nicht wirklich. Stellenweise blitzt noch durch, was „Fluch der Karibik“ zu einem meiner Lieblings-Filme macht, aber das führt bei mir eher zu Frust als zur Freude.

Dieser Film bekommt von mir 5/10 verfluchte Punkte.


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